Siri, KI und diese dumme EU
Apple kündigt auf seiner sehr underwhelming abgelaufenen Entwicklerkonferenz Siri AI an – eine Weiterentwicklung der kognitiv zurückgebliebenen Apple-Assistentin, bei der ich mich schon in den Jahren vor ChatGPT gefragt habe, wieso der reichste Konzern der Welt ein Produkt seit 2011 im Grunde nicht mehr weiterentwickelt. Nun tut man es endlich – und greift dabei auf die Hilfe von Google zurück.
Bei der Vorstellung sagt Apple dann – im gleichen Atemzug! –, in der EU und in China rolle man Siri AI auf iOS erstmal nicht aus.
Damit impliziert man, die EU und China seien beides Regionen, die es mit der Freiheit von Software nicht so cool nähmen wie alle anderen. Fies von Apple, die damit der aktuellen US-amerikanischen Politik nach dem Mund reden. Die EU, das Bollwerk gegen Free Speech, genauso schlimm wie China.
In der Pressemitteilung macht man es dann etwas spezifischer und erwähnt, man habe mit der EU gesprochen und die EU wolle einfach nicht, dass man seine KI sicher mache. Aber indem man sein geschlossenes System für Wettbewerber öffne, erzeuge man eben Sicherheitslücken.
Böse EU.
Dummerweise gibt es eben Menschen, die das schlucken – und in Social Media dann Apple verteidigen, ohne Details zu kennen.
1:0 für Apple. So läuft PR.
Nun tritt die EU Kommission entschieden dagegen an: „Anstatt nach einer Lösung zur Einhaltung der Vorschriften zu suchen, habe Apple die Europäische Kommission einfach gebeten, das Unternehmen für mindestens 18 Monate von seinen Verpflichtungen zu befreien.“ … ja, so nämlich.
Und grundsätzlich kann ich Apple ja verstehen.
Wenn man überhastet Dinge einbaut um überhaupt noch gegen den Wettbewerb ankommen will, weil man das KI-Rennen seit drei Jahren verpasst, dann ist sowas wie Gesetze halt echt nicht in den Kram. Wer braucht schon Datenschutz, Marktoffenheit und Transparenz, wenn er KI haben kann? Da nervt so ein Gesetz nur – und braucht natürlich Zeit, um das alles sicherzustellen.
Der Move von Apple also, einfach eine Ausnahme zu wollen ist total fein.
Die Ablehnung der EU auch.
Das Problem ist wieder einmal nur, dass hier derjenige die Kommunikation bestimmt, der als erstes mit ihr startet. Wahrheit hin oder her. Aber der größte Mangel liegt darin, dass die EU und wir (Experten) offenbar nicht schaffen, Typen wie @knique zu erklären, wieso diese Vorschriften gut sind. Oder die sich dafür auch nur interessieren – denn wer braucht schon Datenschutz, Marktoffenheit und Transparenz, wenn er KI haben kann?

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