Vorfahrt im Straßenverkehr dank Mikropayment?

In einer Welt voller autonomer Autos – was wäre es wert, früher auf Arbeit zu kommen? Oder später? Von der Idee, uns künftig die Vorfahrt erkaufen zu können.

Es ist ein interessanter Gedanke, den Guido Bellberg in der WELT da durchspielt: wenn wir bald alle autonom fahren und gegen Geld schon bei Bedarf mehr PS kaufen können in Autos – was spricht dagegen, uns auch eine Vorrangfunktion im Straßenverkehr zu erkaufen?
Quasi Vorfahrt als In-Car-Purchase.

Aus der Idee läßt sich gar ein Geschäftsmodell machen: nicht nur ersteigere ich als Jemand, der es eilig hat die Vorfahrt. Derjenige, der sich freiwillig aus dem Weg trollt, erhält dafür auch entsprechend einen Teil dieses Geldes.

Was müsste man uns bieten, damit wir fünf Minuten später am Ziel ankommen, weil wir 30 Autos Platz machen? 1 Euro? 2? 5?

Bei Bellberg siegt der Kapitalismus über den Verkehrsfluß. Bis der Staat in Form einer Vorfahrtssteuer wahrscheinlich seinen Teil haben will.

Auch, wenn der Gedanke absurd erscheint: er zeigt auf, welche Formen die Digitalisierung des Autofahrens künftig annehmen könnte, wenn wir uns von den Denkbarrieren, die Selbstlenken uns auferlegt, lösen.