Bloggerclub e.V. will Interessenvertretung für Blogger werden – der deutsche Bloggerverband ist da.

“Wenn sich sieben Deutsche treffen, gründen Sie einen Verein, heißt es. Nun ist die Bloglandschaft in Deutschland bereits etwas größer und es hat mehr als 15 Jahre gedauert – nun jedoch ist es passiert: Der erste deutsche Blogger-Verein hat sich am 09. August 2016 gegründet.

In München hat sich Deutschlands erster Verein gegründet, der sich für Blogger und deren Belange einsetzen will.

Der gemeinnützige Verein „Bloggerclub e.V.“ „sichert und fördert die beruflichen, sozialen, wirtschaftlichen und rechtlichen Interessen seiner Mitglieder“. Dazu will man vor allem Aufklärungsarbeit leisten, einen Bloggerkodex entwickeln, Qualitätsstandards festlegen und „an der Willensbildung zur Medienpolitik“ im Sinne der Blogger mitarbeiten.

Ich bin seit Ende 2000 Blogger. Damals war die Bloglandschaft hierzulande überschaubar, doch der Boom setzte ein. Grund genug für ein paar Mitstreiter und mich ein Portal zu gründen: Das Bloghaus begleitete die deutsche Bloglandschaft in ihren Anfängen einige Jahre. Das Portal berichtete über Neuigkeiten, gab Hilfen und stellte Trends vor.
Seit diesen Anfängen von 2001 bis 2005, in denen das Medium Blog in Deutschland seinen ersten großen Boom erlebte, hat sich viel getan. Initiativen, einen Blogverband zu gründen, gab es seitdem bereits einige. Der leitende Gedanke war dabei oft pragmatisch: Der Verein solle die Medienkompetenz seiner Mitglieder fördern und Abmahnhilfe leisten, sollte ein Blogger hier Hilfe benötigen.

Verwirklicht wurde diese Idee nie. Denn am Ende gibt es „den Blogger“ nicht. Und die Kluft zwischen Hobby-Schreibern und geldverdienenden Bloggern ist bisweilen doch recht groß.
Stefan Evertz schrieb dazu bereits 2009: Warum ein Bloggerverband keinen Sinn macht – und dieser Text war damals wie heute gültig.

Bloggerclub will Lobby für Blogger sein

Der „Bloggerclub“ (warum nicht „Bloggerverband e.V.“?) will nun trotzdem versuchen, diese Grenzen zu überwinden und nimmt seine Arbeit nun auf. Er folgt damit dem schweizer Vorbild – der CHBV wurde vor wenigen Wochen gegründet und will als Blogger-Interessensverband in der Schweiz gesehen werden.
Ob die vom Bloggerclub skizzierte Interessensvertretung tatsächlich notwendig ist, wird sich zeigen müssen. Insbesondere professionelle Blogger organisieren sich bereits in Kollektiven und legen ihre eigenen Regeln fest. Ein Beispiel ist der Reiseblogger-Kodex, dem sich heute bereits rund 90 professionalisierte Blogger unterwerfen. Viele bekannte Auto-Blogger in Deutschland sind direkt Mitglieder im Verband der Motorjournalisten.

Aktuell kümmern sich darüber hinaus durchaus auch etablierte Journalisten-Verbände um den selbstbestimmten Publizist. So veranstaltete der DJV bereits mehrere sog. Blog Camps. Lokale Presseverbände veranstalten regelmäßig Stammtische, die sich explizit an Blogger richten. Auch, wenn sich vor allem an jene Blogger richten, die sich bereits einem journalistischen Anspruch auferlegt haben.

Der Bloggerclub muss in den nächsten Monaten konkretisieren, wen er eigentlich ansprechen und wobei er dieser Klientel helfen will. Im ersten Schritt gehört dazu sicherlich eine Webseite, die solche Fragen beantwortet.

Wer den Bloggerverband gegründet hat …

Vorsitzender des neuen Vereins ist Matthias J. Lange, Stellvertreter sind Franz Neumeier und Su Steiger. Die Ämter sind besetzt mit Schatzmeisterin Sylvia Kasdorff, Schriftführer Markus Pflugbeil sowie den Beisitzern Stephan Goldmann, Alexandra Lattek, Thomas Pfannkuch und Tanja Praske. Daneben gehören Thomas Gerlach, Maximilian von Rossek und Matthias Schwindt zu den Gründungsmitgliedern.

Die Satzung des Vereins kann man hier in PDF Form laden. Der Mitgliedsbeitrag für natürliche Personen beträgt 60 Euro im Jahr, den Mitgliedsantrag gibt es ebenso in PDF Form.