Inszenierte Wandlung: Böser Maschmeyer gegen guten Maschmeyer

Einst zog Carsten Maschmeyer mit seiner Firma AWD den Leuten das Geld aus der Tasche, heute inszeniert er sich als Investor. Über den zweifelhaften Wandel.

Jan Böhmermann hat ein wunderbares Stück über Carsten Maschmeyer gemacht.

Maschmeyer ist spätestens seit seinem Auftreten bei ‚Die Höhle der Löwen‘ auf einem Selbstreinigungs-Waschgang und versucht den Imagewandel: Weg vom einst bösen Carsten – der über seine Firma AWD für so manch negative Schlagzeile sorgte, weil er Menschen das Geld aus der Tasche zog. Hin zum sympathischen Menschenfreund und Investor, der demnächst auf Sat.1 ganz allein den Löwen-Investor spielen darf.

Ein wichtiges Puzzlestück beim Imagewandel ist das Buch des Ex-AWD-Vertreters Stefan Schabirosky. Der enthüllt in dem im August 2017 erschienen „Mein Auftrag: Rufmord“, dass er Maschmeyer im Auftrag der Konkurrenz jahrelang böse Geschichten angehängt habe.
Carsten war also nie der Böse, sondern stets nur das Opfer.

Blöd nur: Offenbar hat nicht nur Maschmeyer selbst das Buch in weiten Teilen mit gestaltet, sondern auch Verlag und Autor zusammen gebracht. Das zumindest zeigen die Recherchen von Christian Fuchs und Jens Tönnesmann in der ZEIT, auf denen das Böhmermann-Stück basiert: Der Sinneswandel des Kronzeugen.