Sollten wir „Bitte“ und „Danke“ zu Siri oder Alexa sagen?

Sollten wir freundlicher mit Maschinen umgehen?
Ich finde: durchaus. Weil digitale Assistenten bald zu unseren Hauptgesprächspartnern gehören sollten wir sie bitten, und ihnen danken.

Heute Morgen stolperte ich über einen Artikel bei TNW: Say it with me: Smart speakers don’t have genders. Darin schreibt sich Tristan Greene ein wenig die Frustration von der Seele, dass Menschen ihre smarten Lautsprecher zu sehr vermenschlichen – und ihnen neben Persönlichkeit eben auch ein Geschlecht geben.

Ich kann verstehen, wenn Menschen smarte Assistenten vermenschlichen – allein, weil diese mit einer gewissen (einprogrammierten) Persönlichkeit und einer geschlechterspezifischen Stimme antworten ist es naheliegend.
Aber auch, weil sie Teil unseres Alltags werden. Und wir Dingen, mit denen wir den Alltag teilen, oftmals Menschlichkeit zuteilen. Wir geben dem eigenen Auto Namen, reden als Kind mit Teddybären und fluchen den Drucker an, wenn er etwas nicht tut.

Diesem ganz menschlichen Drang entgegen plädiert Greene dafür, dass wir uns immer wieder ins Gedächtnis rufen: wir interagieren nur mit Computern.

Let’s work on changing the general perception by vigilantly reminding ourselves and each other that artificial intelligence isn’t people.

Ich bin mir nicht sicher, ob es sinnvoll ist, das zu fordern.
Zum einen, weil es eben entgegen unserer Natur ist. Zum anderen aber auch, weil die Industrie alles daran setzt, den Unterschied zwischen AI und Mensch immer kleiner zu machen.

Und da kommen wir dann zu meinem Lieblingsthema, welches ich herzhaft gern diskutiere, wenn es um smarte Assistenten geht: Sollten wir bei der Interaktion mit Alexa, Google, Siri, Cortana und Co. eigentlich „Bitte“ und „Danke“ sagen?

Sollten uns die Assistenten an einen menschlichen Umgang erinnern?

Ich glaube: Ja; sollten sie!
Manchmal sollte mein(e) Alexa fordern: „Die Antwort gebe ich dir, wenn du nett fragst!

Warum Siri und ihre Kollegen das tun sollten?

Genau aus dem Punkt, über den Greene sich aufregt: Weil wir nicht loswerden (können), unsere digitalen Assistenten zu vermenschlichen. Wir projizieren zwangsläufig eine eigene Persönlichkeit auf sie und agieren mit ihnen ebenso selbstverständlich, wie mit anderen Menschen.

Um dann nicht zwischen Mensch und Maschine zu unterscheiden, und in der der zwischenmenschlichen Interaktionen eine gewisse Form von Freundlichkeit beizubehalten, sollten smarte Assistenten mit Freundlichkeit umgehen können und sie auf der anderen Seite auch einfordern.
Ich würde das Pferd also im Grunde von der genau anderen Seite wie Greene aufsatteln.

Smarte Assistenten könnten dann eine beantworte Anfrage mit „War mir ein Vergnügen“, oder einem „Bitteschön“ beantworten. Und im Gegenzug eben auch mal ein „Bitte“ vom Nutzer einfordern.

Es würde uns helfen. Allen.