Hawes versucht die Probleme der Deutschen mit ihrem Ost-Deutschland (die sich heute vor allem im Wahlverhalten AfD- vs Nicht-AfD-Wähler zeigt) mit der These zu ergründen, dass weite Teile des östlichen Deutschland gar keine Germanen – und damit Deutsche , sondern vielmehr „(Ost)-Elbier“ seien: Alles rechts der Elbe („die große Bruchlinie der deutschen Geschichte“) gehöre eigentlich gar nicht mehr zum deutschen Verständnis – und ist deshalb auch so anders. Auf der anderen Seite treibe die Verehrung Preußens „dort drüben“ eben die nicht-germanischen Idiologien voran.

Hawes Werk is geschichtlich gesehen spannend, aber auch mit Vorsicht zu ‚genießen‘. Es ist jedoch bestens geeignet das Interesse an deutscher Geschichte erneut zu wecken, um mit anderen Werken tiefer vorzudringen. Andererseits waren durchaus einige Aha-Momente enthalten, die mir in der Schule entgingen oder fehlten. Rechts wählt man im Osten also nicht wegen der DDR, sondern einer 2.000-jährigen Geschichte, die nur eben keine deutsche ist.

Wobei, seinem Schlußplädoyer, dass darlegt, wieso die Politik die von den Ostdeutschen (die er stets rechts der Elbe vorortet) gewählte Rechte in der gesamtdeutschen Mission am besten zu ignorieren, möchte ich schon folgen. Obgleich ich mich über andere Aspekte seiner These schon auch streiten tät.


3. Mai 2022