Podcasting im Geschwindigkeitsrausch: Podfaster

Das Podcasting ist zurück. Und mit ihm der Trend des Schnellhörens. Warum das nicht schlecht ist und was es mit deinem Gehirn macht …

Die Rückkehr des Podcasts

Den Aufstieg des Podcasts habe ich miterlebt. Irgendwann 2004/05 habe ich zum ersten Mal davon gehört, war fasziniert und habe mit Podix ein Podcast-Blog betrieben. Natürlich gab es in Deutschland dereinst sogar einen Podcast-Verband.
Dann verschwand das Podcasting wieder.

Und jetzt ist es – ziemlich plötzlich sogar – wieder da.
Wir reden wieder drüber. Und hören. Oder kreieren selbst: private Menschen, Verlage, Unternehmen.

Der Podcast erfreut sich 2017 größerer Beliebtheit als in den Tagen seiner Erfindung. Und das ist schön.
Die Gründe dafür sind vielfältig. Die Download-Flatrates sind größer, die Apps besser, die Werbung nicht zuletzt durch Radiostationen besser. Und dank des Audiobook-Booms haben wir uns vielleicht auch einfach wieder etwas mehr daran gewöhnt inhaltlich wertvolleres zu hören, als die Morning Shows im Radio.

Von Menschen, die Podcasts schneller hören – Podfaster

Ein Phänomen innerhalb des Trends Podcasting sind die Podfaster – Menschen, die Podcasts in doppelter bis zehnfacher Geschwindigkeit hören. Buzzfeed hat vor einigen Tagen ein längeres Stück über diese Menschen verfasst und stellt einige vor: Meet the People Who Listen to Podcasts at Super-Fast Speeds.
Das faszinierende: ich erkenne mich in diesem Stück wieder. Ich liebe Talk- und Info-Formate auf YouTube. Aber ich kann diese nicht mehr in normaler Geschwindigkeit ertragen. Mit Podcasts geht es mir ebenso – egal ob Englisch oder Deutsch.

Spannend ist, dass dies aber nicht nur mit meiner Ungeduld zu tun hat, wie der In Verhaltens-Neurowissenschaftler Stephen Porges gegenüber Buzzfeed erzählt. So hilft eine höhere Geschwindigkeit dem Gehirn tatsächlich, weil sich auf diese Art Sprache von anderen störenden Geräuschen durch die höhere Frequenz deutlicher verstehen lässt.

Porges Kollege Uri Hassan ergänzt: Weil wir beim normalen Zuhören sowieso eher Zusammenhänge als einzelne Worte verstehen, macht „beschleunigen“ nichts. Tatsächlich ist eine Beschleunigung von Podcasts zwischen dem 1.3- und 2-fachen absolut kein Verlust, wenn es um Wissensvermittlung geht.

…. wieder was gelernt. Diesmal sogar durch Lesen, nicht Hören.
Vielleicht wollt ihr eure abonnierten Podcasts künftig ja auch mal beschleunigen. Derlei Möglichkeiten gibt es in den meisten Podcast-Apps, sei es „Podcast“ von Apple oder auch Overcast und Co.
Bei YouTube findet ihr die Möglichkeit, Videos bis zur 2-fachen Geschwindigkeit abzuspielen bei einem Klick auf das Rädchen in jedem Video. Bei Spotify gibt es eine entsprechende Beschleunigung leider nicht – weshalb fest & flauschig vor allem flauschig & langsam bleibt.