Smarte Assistenten: Kein Antwort mehr ohne dein freundliches ‚Bitte‘

Amazon und Google wollen, dass wir mit ihren smarten Assistenten natürlich agieren. Dazu gehört auch: wenn wir etwas wissen wollen, sollen wir Bitte sagen. Ist die Entwicklung gut oder schlecht?

Eines meiner Lieblingsthemen, wenn ich mich mit Freunden und Kollegen über Smart Speaker unterhalte: Sollten wir „Bitte“ und „Danke“ zu unseren smarten Assistenten sagen? (Aufgeschrieben Ende Januar 2018)

Ich werde dann gern verstört angeschaut – mit einer Mischung aus „Warum?“ und „Über was machst du dir Gedanken?“
Tatsächlich aber meine ich das Ernst. Wir interagieren zunehmend mit digitalen Assistenten. Schon heute nutzt jeder 6. US-Amerikaner einen smarten Lautsprecher; in Deutschland steht in jedem 8. Haushalt einer.

Bei mir Zuhause stehen in Wohnzimmer und zwei der drei Kinderzimmer digitale Assistenten. Das bedeutet, vor allem auch meine Kinder gehen mit ihnen um und wachsen damit auf.

Nun ist es so: Sprechen wir zunehmend mit Maschinen und weniger mit Menschen, besteht die Gefahr, dass wir Höflichkeit, Umgangsformen und das Gefühl für einen nicht befehlsbeherrschten Konversationston verlieren.

Aus diesem Grund plädiere ich sehr deutlich dafür, dass wir von Google Home, Siri und Alexa – zumindest ab und an – dazu aufgefordert werden sollten, „Bitte“ und „Danke“ zu sagen.

Und scheinbar bin ich zwar in meinem Freundeskreis der Einzige, der diesen Gedanken hat, nicht aber in der Tech-Welt.

Denn: Weil Kinder zunehmend unhöflich zu Alexa sind, haben die Entwickler eine Funktion eingebaut, welche die Kids um Höflichkeit bittet.

Die (optionale) „magic word“-Funktion in der seit 7. Mai 2018 zu erwerbenden Kids-Edition des Echo Dot reagiert nur, wenn das Kind „Bitte“ sagt.

Und Amazon ist nicht allein!

So hat Google auf der hauseigenen Tech- und Entwickler-Messe jetzt das „Pretty Please„-Feature für Google Assistant vorgestellt. Auch diese optionale Funktion wird Kinder daran erinnern, „Bitte“ und „Danke“ zu sagen, bevor bzw. nachdem der Assistent antwortet. Google will die Funktion später in diesem Jahr einführen.

Ich finde die Entwicklung gut. Sie darf gern auch einen Schritt weiter gehen und funktionieren, wie im Januar von mir skizziert: Die digitalen Assistenten dürfen das „Bitte“ durchaus gern ab und an von mir einfordern …!

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