So schreibe ich als Familienvater und Fauler mein Tagebuch

Tagebuchschreiben ist was für Spießer. Warum du es trotzdem tun solltest, und wie dir eine kleine App den Horror vor dem weißen Papier nehmen kann …

Tagebuch zu schreiben ist langweilig?
Stimmt schon, ja. Auf der anderen Seite sehe ich, wie die Tage manchmal nur so vorbei rauschen. Oft denke ich Montag noch diese Woche dringend was erledigen zu müssen, schon sitze ich Freitag Abend da und frage mich: „Huch!?“

Richtig ärgerlich ist das, weil man nicht nur beruflich und mit Freunden so einiges erlebt, sondern vor allem auch als Familienvater. Die Kinder schreiben so viele kleine Geschichten. Gegebenheiten, die zu Anekdoten werden, Begegnungen die für immer im Gedächtnis bleiben. Zwangsläufig geht da leider viel verloren.

Dagegen hilft es dann eben doch ein Tagebuch zu führen. Nicht, um den Kindern später quälend lang daraus vorzulesen. Sondern eher für einen selbst.
Das Problem: Meine letzten Versuche, das zu tun, sind kläglich gescheitert. Das lag vor allem auch daran, dass ich als Social Media-Bediensteter und Schreiberling den ganzen Tag vor meinem Rechner sitze und mir Sätze ausdenken muss. Abends dann noch die Muse zu finden, in Freitextform Tagebuch zu führen – dafür reichte es oft nicht mehr.

Eine App, die dabei hilft Tagebuch zu schreiben

Vor einiger Zeit entdeckte ich dann jedoch eine kleine App, die verspricht das Tagebuchschreiben einfacher zu machen: Grid Diary.

Die für iOS erhältliche App bricht mit dem normalen Tagebuch-Ansatz. Denn sie stellt den Nutzer nicht einfach vor ein leeres Blatt virtuellen Papiers und sagt: Los, schreibe!
Grid Diary erlaubt es dir, Fragen zusammen zu stellen, die du jeden Tag beantwortest. Auf diese Weise animiert dich die App zu schreiben. So kannst du noch einmal konzentriert nachdenken und den Tag einfach Revue passieren lassen.

Die Fragen, die ich mir von der App stellen lasse sind so zum Beispiel: „Was habe ich heute gelernt?„, oder: „Welche Erinnerung bleibt heute besonders von den Kindern?

So kann ich jeden Abend einfach fünf Minuten noch einmal da sitzen und die wichtigen Dinge notieren. Zu jeder Frage / Antwort kann ich zudem Bilder hinzufügen.
Die erste Frage von oben, die mir Grid Diary unter anderem stellt, folgt meinem Ziel, jeden Tag etwas Neues zu lernen. Wenn ich Abends merke, das noch nicht getan zu haben, hole ich es nach und notiere es gleich.

Die zweite Frage ist klar – sie zielt darauf ab, besondere mit den Kindern erlebte Ereignisse zu bewahren.

Grid Diary - Screenshot

Daneben stellt mit Grid Diary noch sechs weitere Fragen. Ich beantworte nicht alle jeden Tag, schließlich gibt es auch unspannende Tage in unser aller Leben. Aber die App hilft mir doch, meinem Versuch ein Tagebuch konstant zu führen nun schon recht lange nachzukommen.

Grid Diary gibt es in der Basis-Version kostenlos. Wer mehr Bilder einfügen will, oder Sync- und Backup-Funktionen (u.a. über Evernote, iCloud und Dropbox) haben will, legt sich per In-App-Kauf die Vollversion für rund fünf Euro.

Alternativen zu Grid Diary

Tagebuch-Apps gibt es im App-Store von Apple (und wahrscheinlich auch bei Google Play) unzählige. Wie oben geschrieben habe ich bereits so einige ausprobiert. Day One gehört dazu. Vorteil dieser App: Sie ist nicht nur als iOS App erhältlich, sondern auch für den Mac selbst.

Eher minimalistisch wie Grid Diary kommt dann DayGram daher. Die App kommt in einem klassischen Zeitungs-Schick daher. Muss man mögen, aber wenn man es tut …

Ein sehr starker Alleskönner ist die App Momento. Sie lässt sich ähnlcih umfangreich wie Day One selbst befüllen, sammelt dazu aber auch Daten von Netzwerken wie Facebook und Instagram ein und befüllt sich somit quasi selbst.