Autoverzicht und -abhängigkeit

Corona hat Dinge verändert.
Manches im Kleinen, manches im Großen. Und manches im Verkehr: laut dem jährlichen Allensbach-“Mobilitäts­monitor” verzichten mittlerweile 51 % aller Menschen häufiger auf das Auto, ohne sich dabei stark einschränken zu müssen. 2019 konnten das nur 28 % behaupten.
Wenig überraschend trifft das vor allem auf Städter zu. Denn während für 83 % der Land­bewohner das Auto unverzichtbar ist, fühlen bei den Großstädtern nur 61 % so.

Ich bin gespannt, wo wir in zwei Jahren stehen, wenn das 49-Euro-Ticket im Mai endlich kommt …

Christian Lindner sieht in der aktuellen Studie indes ein starkes Indiz dafür, weiter so zu machen, wie wir es verkehrspolitisch tun:

… dabei will ich gar keine „Politik gegen das Auto“, wie es Lindner unterstellt.
Ich will aber eine Politik der gleichberechtigten Verkehrsteilnehmer. Denn seit ich Rad und Bahn fahre frage ich mich, weshalb die Bahn so teuer sein muss (was mich nur teilweise betrifft, weil ich eine Bahncard 100 habe). Vor allem aber auch, weshalb ich mit dem Fahrrad auf einer Infrastruktur unterwegs sein muss, die nicht nur quantitativ sondern auch qualitativ so viel schlechter ist, als jene auf der ich Auto fahre.

Passend zu dieser Nachricht kommt eine neue Studie von der Swansea Universität in Wales zu dem Ergebnis, dass wir Menschen eine unbewusste Verleugnung der negativen Effekte von Autos vornehmen. Egal, ob das Rasen, CO2-Ausstoß oder im Stau stehen ist. Man könnte sagen, 125 Auto haben uns ein „Autogehirn“ verpasst – das Forschungsteam nennt es „motonormativity“.


Text vom: 14.02.2023, 09:42 Uhr / Letzte Aktualisierung: 14.02.2023, 10:35 Uhr

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Seit mehreren Jahren schreibe ich über Mobilität, Technologie und die Digitale Gesellschaft. Wenn du magst erfährst du hier mehr über mich.