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16. April 2026

Friedrich Merz hat gestern beim Hauptstadt-Empfang von Sachsen-Anhalt ernsthaft gesagt: „Ich möchte auch Bundeskanzler der ostdeutschen Länder sein. Wir alle können kein Problem allein lösen.

Na, Glückwunsch.
11 Monate im Amt und jetzt fällt ihm auf, dass er den scheiss Ossis nicht nur alles mehr erklären muss, sondern soll die auch noch regieren.

36 Jahre nach der Wende formuliert der Kanzler ein Selbstverständnis, das überhaupt nicht mehr formuliert werden sollte.

Man stelle sich vor, Merkel hätte den Satz umgedreht gesagt.

Komm, Friedrich … erklärs mir nochmal und kanzler mich mal so richtig durch!

2 Kommentare / 16. April, 13:18 Uhr ↦

15. April 2026

Schleudertrauma vom Kopfschütteln angesichts dessen, was die CDU sich da als Weltbild mit ihrer nicht vorhandenen Sozial- und Wirtschaftskompetenz zusammenbastelt. Würde Merz den gleichen Maßstab an sich anlegen, den er an die Ampel-Regierung unter Scholz anlegte, müsste er Reiche aus dem Amt entfernen und sich danach selbst gleich mit. Naja, was interessiert das Geschwätz von gestern als Oppositionsführer – selbst bei den Fakten ist das eher hinderlich, wenn man Maßnahmen 1:1 kopiert, die man vor vier Jahren noch kritisierte. Lass lieber den Sozialstaat weiter demontieren, während wir Diskussionen um die Besteuerung von Vermögen kategorisch ablehnen und über Digitalsteuern nicht einmal nachdenken. In was für einer absurden Episode der Weltgeschichte hocke ich eigentlich, frage ich mich, während der orangene Affe den Iran wegbomben will und ich Trost darin finde, dass ein Atomkrieg vielleicht der beste aller Ausgänge wäre? Aber hey, wenigstens scheint die Sonne.

15. April, 10:06 Uhr ↦

10. April 2026

Menschen wollen kein CMS? Meinetwegen.

For twenty years, “I want a website” meant “I need a CMS.” […] People never wanted a CMS. They want a website.

Joost de Valk, der Mann hinter dem WordPress-PlugIn "Yoast" ruft ganz pathetisch in die Welt, dass man dank KI jetzt keine Content-Management-Systeme wie WordPress mehr brauche. Schließlich hätten Menschen auch nie CMSe gewollt, sondern Website.

No Shit, Joost. Aber hier mal was bahnbrechendes: Du hast theoretisch nie ein CMS gebraucht. Damals, in der Zeit vor dem Web 2.0, da bastelte jeder seine Website einfach mit statischem HTML. Das kannst du auch 2026 noch tun, ohne CMS, oder KI.

Vor 25 Jahren feierte man mit dem Web 2.0, dass die statische Website tot ist.
Heute feiert man ihr Comeback – nur, dass im Hintergrund der statischen Seite (laut Joost) jetzt KI die Arbeit erledigt.

Ich weiß nicht, ob das eine so sensationelle Entwicklung ist.

Am Ende ist den Menschen ziemlich kackegal, wer da ihren Content managed – ob es ein CMS oder eine KI ist, solange es bequem ist. Deshalb war das Web 2.0 ein Erfolg, deshalb waren Facebook und Instagram ein Erfolg, deshalb wird KI nach dem Hype zu einem Erfolg.

WordPress betreibt das halbe Web.
Was WordPress indes noch nie war: Bequem.
Deshalb verstehe ich, weshalb Joost jetzt seine Erkenntnis so ultimativ vorkommen muss.

Aber bleiben wir mal auf dem Teppich.
Wer es bequem will, der fragt nicht Claude Code, eine Website zu erstellen, sondern Wix, Squarespace und WordPress. Der Typ Mensch griff früher statt zu Homesite dann eben zu Dreamweaver, Frontpage und Blogger.com – und wenn ich dich mit dem Satz verloren habe, dann bist zu wahrscheinlich jünger als 35 Jahre.

Menschen wollen Websites. Keine Abhängigkeiten. – ich bin mir da nicht mal sicher, sonst gäbe es nicht 3 Milliarden Nutzer:innen im Ökosystem von Meta, sondern im Fediverse.

Den Menschen ist Abhängigkeit scheißegal. Was ihnen nicht egal ist, ist Bequemlichkeit. Und deshalb läuft die Fraktion der "traditionellen" Blogger eben von WordPress weg hin zu kleinen System – weil WordPress nur noch ein aufgeblähter Haufen 💩 ist, der alles zu einem Aufwand generiert.

/via (lesenswert bei mkln)

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9. April 2026

8. April 2026

To celebrate the 40th Anniversary, HIGHLANDER is returning to cinemas on May 4th with a new collector’s edition 4K UHD and Blu-Ray available on June 29th

Scheint in Deutschland leider nur sehr wenige Kinos zu geben, die das mitmachen. Mal schauen, vlt. kommt die Tage ja noch etwas – für den Queen Soundtrack auf dicken Boxen würd' ich schon noch was ausgeben.

… und dann kommt irgendwann 2027 ja die Henry Cavill-Neuverfilmung des Unsterblichen.

8. April, 21:24 Uhr ↦

Skoda baut eine Fahrradklingel?

Skoda hat eine Fahrrad-Klingel erfunden, die Noise Cancelling-Kopfhörer „durchbrechen“ kann – bei 750 Hz. Jetzt teilt man die eigenen Erkenntnisse und hofft, irgendwer greift es auf.

(YouTube Direktlink)

Ich finde die Aktion spannend.
Die Klingel ist riesig – wäre spannend, ob die jemand kleiner bekommt. Denn Noise Cancelling-Kopfhörer sind in der Kommunikation zwischen Radfahrern und Fußgängern tatsächlich ein massives Problem.

Ob wirklich was draus wird: Wer weiß.
Eine schöne kleine Werbeaktion ist es allemal, die Skodas Herkunft als Fahrradhersteller (wie Opel), sein Rad-Engagement und den eigenen strategischen Core "Simply Clever" unheimlich gut verknüpft – und mit Sinnhaftigkeit auflädt. Als Radfahrer, Auto-Fan und Marketing-Profi finde ich die Aktion echt cool.

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7. April 2026

Wir sollten uns jedenfalls mental auf die Katastrophe vorbereiten. Natürlich hoffe ich, dass uns ein Exit gelingt, dafür brauchen wir jedoch dringend Führungspersönlichkeiten, die in der Lage sind, Ängste und kurzfristiges Denken zu überwinden. Gerade an ihnen mangelt es zunehmend, fürchte ich.

Ökonom Eswar Prasad zur Lage der Welt (Geschenklink)

7. April, 21:13 Uhr ↦

6. April 2026

5und20

Fünfundzwanzig wird das seit Tag 2 als K1 bezeichnete Kind heute.
Kann zwar nicht sein, weil ich unmöglich schon 45 sein kann, aber der Kalender erzählt etwas anderes.
Fünfundzwanzig.

Ende April 2006 zogen wir mit dem Fünfjährigen und seiner damals drei Monate alten Schwester (besser bekannt als K2) von Ludwigsburg nach Leipzig. Bedeutet, dass wir dann jetzt in ein paar Tagen auch bereits seit 20 Jahren in der Gegend hier leben.

Kann zwar nicht sein, weil ich unmöglich schon 45 sein kann, aber der Kalender erzählt etwas anderes.

Zeit, ey. Seltsames Konzept.
Kann sein, dass ich ein bisschen melancholisch bin.

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5. April 2026