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carsten schreibt 'n buch

Carsten Maschmeyer hat ein Kinderbuch namens „Die Start-up Gang“ geschrieben. Und ja, es ist genau so grotesk, wie es klingt. Gemeinsam mit  Google-Manager Axel Täubert beschreibt er vier Sechstklässler, die mit Nachtschichten und 3D-Drucker ein Start-Up gründen und - Happy End!, gefeiert mit knallenden "Kindersektkorken" - in einem Millionen-Exit verscherbeln.

Bei Amazon gibt es das Buch mit einer Leseprobe - und die ersten Seiten reichen, damit sich mir die Nackenhaare aufstellen. WiWo-Autor Dominik Reintjes hat es komplett gelesen und auch das hat nicht geholfen damit sich die Nackenhaare wieder legten - ist seiner Buchkritik zu entnehmen. Indes, die ersten Amazon-Kritiken kommen von Leuten, die zwei Tage nach Erscheinen schon von begeisterten Kindern und Leseausflügen berichten.

Wobei, man weiss ja nicht, was sie eigentlich bewerten. Denn "formal ist dieses Buch ja ordentlich gemacht, es hat eine klare Botschaft und bringt diese gezielt aus", urteilt SZ-Autor Cornelius Pollmer in seiner Kritik. Jedoch: Hinter dieser Botschaft aber steht die verklärende Romantik jener deutschen Selfmade-Hupen, von denen Maschmeyer mit einiger Wahrscheinlichkeit die lauteste ist. Egozentrismus und Geldgeilheit wird von ihm und anderen verbal schöngeföhnt zum Unternehmergeist.
Leider gibt es das Buch nur gedruckt - dem armen Baum will ich meine Neugier ehrlich gesagt jetzt aber nicht aufdrängen. Vielleicht hat es ja einer der Leser hier - meine Adresse findet man im Impressum …

* normalerweise schreibe ich nur über Bücher, die ich gelesen habe - aber hier mach ich mal eine Ausnahme, es ist mir ein Bedürfnis

Veröffentlicht: 4. April 2022, zuletzt aktualisiert: