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Danke, Erfurt

Danke, Erfurt.

Am Wochenende waren rund 31.000 Menschen aus ganz Deutschland in der Landeshauptstadt meines Heimat-Bundeslandes, um gegen den AfD Parteitag zu demonstrieren.

Die Rechten freuen sich, dass trotz Autobahn- und Straßenblockaden die Faschisten Morgens um 4 Uhr mit Bussen zu den Messehallen kamen. Der "recht(s)schaffende" Politiker steht früh auf, wenn die Linken noch schlafen, so der Tenor. Man kann natürlich ignorieren, wenn 30.000 Menschen gegen einen sind und man sich im Dunkel in die eigene Veranstaltung schleichen muss …

Neben den über 30.000 friedlichen Demonstrierenden gab es hier und da ein paar Auseinandersetzungen.
Wenn ich mir so manches Video von Polizisten anschaue, ist deren Vorgehen indes nicht unbedingt deeskalierend gewesen.
BILD und FOCUS framen es so, als sei das von dem Aktionsbündnis hinter den Protesten akzeptiert. Wenn bei Fussballfesten oder rechten Demos Übergriffe passieren, dann ist das oftmals "halt leider so, kann man nix machen". Bei Linken ist's dann eben direkt eine Verschwörung gegen die Meinungsfreiheit. Sippenhaft fällt mir da als Begriff ein.

Mehr als 30.000 Menschen lehnen sich exakt 100 Jahre nach dem zweite Reichsparteitag der NSDAP – der am 3. und 4. Juli 1926 im Deutschen Nationaltheater in Weimar stattfand – gegen Faschisten auf. Gegen eine Partei, von deren 70.000 Mitgliedern laut Verfassungsschutz 28.000 als gesichert rechtsextrem gelten. Eine Partei, die bundesweit rechtskräftig als rechtsextremistischer Verdachtsfall durch den Verfassungsschutz eingestuft wird.

Ich blicke stets auf die Parolen, die da anschließend durch die Presse schaukeln.
Und bin fassungslos. Fassungslos darüber, dass wir hier einer Politik des Hasses einfach beim blühen zusehen, ohne etwas zu unternehmen. Im Gegenteil: gleichzeitig wertet ein Kanzler Merz kollektiv seine Wählerschaft ab und treibt sie in die Arme der Faschisten, wenn er ernsthaft Reden hält in denen er von sich gibt: „Kulturpessimisten, Untergangspropheten, Nöler, Nörgler, empörte Berufskritiker: Wegtreten!

Schon vorher durfte ich mich als Linker Spinner bezeichnen lassen, jeder Arbeitnehmer als faul, krank und verwöhnt.

So macht man keine Politik gegen Rechte, so treibt man eher noch mehr Menschen in deren Arme.

Umso dankbarer bin ich, wenn sich Tausende Menschen dagegen stellen. Stabil, Erfurt.

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