18 September 2022

Meine Woche (KW 37/2022)

Leben
Home Office Woche. Im wesentlichen mit Präsentation bauen verbracht.

Am Dienstag auf dem Elternabend von Kind3 gewesen. Ich hasse diese Veranstaltungen – über was dort mitunter diskutiert wird ist einfach absurd.

Freitag frei. Mit den Kids beim Impfen. Nach 7 Jahren wieder bei Optik Weiss in Leipzig – nicht günstig, aber die beste Dienstleistung im Brillen-Business, die ich je erlebt habe. Hab dann demnächst eine neue Brille. Was ich nicht haben werde: eine optische Fahrradbrille. Da hat es mir ein wenig die Schuhe ausgezogen: mit 400 bis 600 Euro ist man dabei. Weiß nicht …

Freitag frei macht das Wochenende irgendwie wesentlich streßfreier, weil man alle Besorgungen am Freitag macht.
Hatte ich schon ganz vergessen, obwohl ich 2020 ähnliche Erfahrungen gemacht habe, also ich mit meinem Weggang bei TERRITORY einige Monate lang jeden Freitag frei hatte.

Nachrichten
HartzIV ist Geschichte. Und damit im Grunde ein ganzes Serienformat auf RTL2.
Der Nachfolger in Form des Bürgergelds bietet ein wenig mehr Leistung für weniger Gängelung. Ein guter erster Schritt auf einem langen Weg zu einer Grundsicherung?
Jedenfalls finden das nicht alle gut – manch einer sieht sogar den Wegfall des Arbeitsanreizes für Leistungsempfänger. Hans Peter Wollseifer, Chef des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, nennt das „Angst“, ich „Menschenverachtung“.

Wie wir gerade bei Menschenverachtung sind: in der Realverfilmung von „Arielle“ ist die Meerjungfrau Schwarz – und während damit im Grunde eine ganze Generation von Disney-Fans endlich auch eine starke, Schwarze Disney-Prinzessin bekommen, mag das männlich weiße Netz das überhaupt nicht. Rassistische Diskussionen über fiktive Wesen. Genau mein Humor, der – wie ich dachte – schon mit der absurden Diskussion um Schwarze Hobbits seinen Höhepunkt gefunden hätte.

I was in Forbes magazine listed as a billionaire, which really, really pissed me off“ – Yvon Chouninard, Gründer von Patagonia, überführt seine Firma in eine Stiftung, die künftige Gewinne an Klimaprojekte überweisen soll.

BrowsertabsGelesen
… gibt es regelmäßig jetzt hier – die Hightlights:

Gehört Gesehen:
  • Die Chance genutzt und auf Sky Replay mit S01E07 mal in Euphoria geschaut. Bis S02E03 hängen geblieben. Demnächst mal von vorn starten. Scheint, als habe die Kritik recht: echt, richtig gut.
  • Dopesick S01 angefangen.

Statistik
Kein Rad diese Woche. Dafür ein paar mehr Kilometer mit dem Hund.
Arbeit: 32h


14 September 2022

Life is a Meeting That Could've Been an Email

Oh.

Comic: Life Could Have Been An Email

by Zach Weinersmith


12 September 2022

Meine Woche (KW 36/2022)

Leben
Die Woche startet Montag und Dienstag in Berlin. Der Kunde aus Korea ist da.
Am Dienstag Abend ins Shishi Berlin – nett, überambitioniert, bald nicht mehr da. Und die zwei Worte meiner Einschätzung sind streitbar in der Gegenwart meiner Kollegen. Am Dienstag dann mit der Bahn spät nach Hause – und dank Verspätung des letzten Zugs aus Berlin erst 2:10 Uhr Daheim gewesen, statt 0:30 Uhr.

Den Rest der Woche dann relativ entspannt angegangen. In Korea ist dieses Wochenende Chuseok, das wohl wichtigste Familienfest der Nation. Erntedank.

Vier Trailer und ein Todesfall
Star Trek hatte am 8. September Geburtstag.
Anlässlich dessen gab es nicht nur neue Trailer zu den aktuellen Star Trek-Serien – inklusive des Starttermins von Picard Season 3 im Februar 2024 -, sondern auch Star Trek Der Zorn des Khan als 4k-Directors Cut im Kino. Eine Chance, die alte E auf großer Leinwand zu sehen, die ich mir nicht nehmen lassen konnte. Und die ich sehr genoss.

Während ich also Popcorn kaufte, um Khan anschließend bei seiner Jagd auf Kirk im Kino zu sehen, ging eine Nachricht um die Welt. Queen Elisabeth II. ist gestorben.
Ich habe keine Nachrichten-App auf dem Smartphone. Und entsprechend auch keine Push-Nachrichten für News. Ich steuere Nachrichten-Seiten und Twitter für meinen Konsum von Meldungen spätestens seit dem Ausbruch von Corona sehr viel bewusster an. Ich will nicht, dass sich Nachrichten mir aufdrängen.
Der Tod der Queen ist eines der Ereignisse, die mir beweisen, wie richtig ich damit – für mich – liege.
Nachdem ich aus dem Kino gepurtzelt kam las ich die Nachricht im Ticker auf einer LED-Leinwand am Bahnhof. Und die hat mich durchaus erschüttert. Die hat mich dazu gebracht direkt Nachrichten zu konsumieren. Und hätte ich die Nachricht um 19:33 statt 22:33 erhalten wäre Khaaaaaan für mich sicherlich nur halb so toll zu genießen gewesen.
Insofern werde ich meine Push-Abstinenz auch in Zukunft durchaus so beibehalten. Heisst nicht, dass ich mich uninformiert fühle oder weniger Nachrichten konsumiere. Heisst nur, dass ich es eben selbstbestimmt tun will.

Sport
Am Sonntag mein ersten „Wettbewerb“ mit dem Rad absolviert und die Cycletour 2022 von Halle nach Magdeburg gefahren. 100 Kilometer als solche waren nicht außergewöhnlich, aber das gesetzte Ziel trotz zuweilen ordentlich Gegenwinds einen 30er Schnitt zu erreichen. Den am Ende tatsächlich auch erreicht – und glücklicher oder auch stolzer auf mich nicht sein können.
Schon faszinierend, was Sport mit einem macht. Vor zwei Jahren noch für mich unvorstellbar so ein Gefühl überhaupt zu haben.
Ich musste am Ende 41 sein, um meine erste Finisher-Medallie zu bekommen. 😅

Nächstes Ziel: Ende September 400 Kilometer in einer 3-Tages-Tour. Ich hoffe auf gutes Wetter.

Übrigens Sport: In der Formel 1 hat Nick de Vries dieses Wochenende sein Debüt im Williams gegeben und – mit Talent und etwas Glück – nicht nur seinen Team-Kollegen besiegt, sondern im ersten Rennen direkt auf P9 zwei Punkte geholt. Wenn das für den aktuellen Ersatzfahrer nicht nach einer Beförderung für 2023 schreit …

Shopping
BlueBrixx hat die dritte Welle seiner Star Trek-Klemmbaustein-Modelle vorgestellt. Und während mich 90% davon dann doch recht kalt lassen werde ich der USS Defiant als Display-Modell wohl nicht widerstehen können. Weihnachten kann also kommen …

Nachrichten
Olaf Scholz war im Bundestag on fire. So kennt man ihn gar nicht – steht ihm aber.

Thüringen wird blau – oder besser: braun. Wenn morgen Landtagswahlen wären. Erschreckend.

Schweden ist jetzt nach der Wahl erstmals konservativ/rechts – die Zeit des sozialistischen Idylls sind scheinbar vorbei.

Apple Event: iPhone 14, Apple Watch 8, Airpod Pro 2. Alles ziemlich ohne ‚Haben wollen‘-Effekt. Wobei ich so langsam darüber nachdenke mein iPhone X mal abzulösen …

Browsertabs Gehört

Statistik
Arbeit: 40 Stunden
Sport: 152 Kilometer mit dem Fahrrad
Aktivität: Sport, Arbeit, Kino. Am Samstag faul auf der Couch liegen. Kann auch schön sein.


10 September 2022

Gelesene Bücher 2022 (im Schnelldurchlauf)

Dies ist eine Übersicht aller Bücher, die ich 2022 gelesen habe. Ausführliche Re­zen­si­onen gibt es auf meiner Lesen Seite, besprochene Bücher sind auch hier direkt verlinkt.
Alle Links auf den Büchern selbst sind Amazon-Links.

Gelesen:
  • Klassenkampf, André Herrmann (Januar / ⭐️ 3/5)
  • Die kürzeste Geschichte Deutschlands (März) – Re­zen­si­on
  • Bitcoin, Christoph Bergmann (März / ⭐️ 2/5)
  • Es lebe der Generalist! (März) – Re­zen­si­on
  • Denke nach und werde reich, Napoleon Hill (März / ⭐️ 1/5)
  • Schöne Neue Welt (April) – Re­zen­si­on
  • Factfulness, Hans Rosling (April / ⭐️ 4/5)
  • Selbstbild, Carol Dweck (Mai / ⭐️ 3/5)
  • Frage immer erst Warum, Simon Sinek (Mai / ⭐️ 4/5)
  • New York und der Rest der Welt (Mai) – Re­zen­si­on
  • Manfred Krug: Tagebücher 1996/97 (Mai) – Re­zen­si­on
  • Still – Die Kraft der Introvertierten, Susan Cain (Juni / ⭐️ 3/5)
  • Ich möchte lieber nicht, Juliane Marie Schreiber (Juni / ⭐️ 4/5)
  • Das Ministerium für die Zukunft, Kim Stanley Robinson (Juli) – Re­zen­si­on
  • Eroberung, Laurent Binet (Juli / ⭐️ 5/5)
Zu lesen:
  • Leise Menschen – starke Worte, Sylvia Löhken (September)
  • Marx und wir*, Gregor Gysi (September)
  • Working Backwards, Colin Bryar und Bill Carr (September)
  • The Coaching Habit, Michael Bungay Stanier

06 September 2022

Ein Webring sie zu sammeln

tl;dr: Ein Webring für alt(gedient)e Blogger – der Wahnsinn!

Na gut. Ich bin durchaus dafür bekannt aus einer „fixen Idee“ etwas zu formen. Aus „man könnte eigentlich“-Gedanken ist meine Karriere entstanden, ebenso wie erfolgreiche Kampagnen für Kunden oder private Projekte wie das Bloghaus (Idee einst) und RSS Verzeichnis (später lohnend verkauft). Und ja, es waren natürlich auch Flops dabei – die erspar ich euch, wir haben ja nicht ewig Zeit …

Nun dachte ich neulich:

… und dann ging ich ein bisschen auf Reise im Netz und stellte erstaunt fest, dass die Idee des Webrings, in dem man sich in den jungen Tagen des Internets durch einen Ring aus thematischen Websiten hangelte, tatsächlich sowas wie ein kleines Revival erlebt.
Im Fediring zum Beispiel versammeln sich Mitglieder des Fediverse, während es unzählige Ringe gibt welche die Nostalgie des Webs von einst feiern. Über das Phänomen des Retrowebs habe ich hier geschrieben.

Und so dachte ich: Ey, wieso jetzt eigentlich nicht?

Jedenfalls: Sagt Hallo zu UberBlogr

…ich hatte erst an eeeeekkkkchrrr! gedacht – das Geräusch eines guten alten 56k Modems –, aber das ist vielleicht doch zu nerdig. UberBlogr ist eine Referenz an die gute alte Zeit, in der alles mit einem r endete (Danke Jörg); sowie an Umlaute, die keine sind.

Das Script, welches den Ring steuert habe ich an einem Abend geschrieben und es sollte den Job zuverlässig erledigen. Ich habe absichtlich auf Javascript oder iFrames verzichtet (wie in der guten alten Zeit), ebenso auf riesige Banner oder sowas. Im Grunde sind es einfach nur drei bis vier Links, die ihr in eure Website integriert.

Natürlich braucht jeder Webring einen Sinn – und Regeln.
Hier sind sie:
Du musst seit mindestens 10 Jahren bloggen. *
Du musst nett sein und deine Website nicht primär kommerziell betreiben.

Voila.
Eine Anmeldung ist einfach: Links integrieren, Mail schreiben, kurz warten, Hallo sagen.

Webrings were curated communities with dope badges that you could explore with simple `< prev` and `next >` links.
Tatiana Mac

Webringe sind eine vollkommen nostalgische Angelegenheit. Sie stammen aus einer Zeit lang bevor das Internet in den Medien präsent war. Sie vermitteln ein Gefühl von einem Abschnitt der Webgeschichte, in der Buffy- und Akte X-Fanseiten die neusten Gerüchte diskutierten, Kim Schmitz der Retter deiner Telefonrechnung war und die zaghaft aufblühende Blogszene in Deutschland sich in Beiträgen noch Hallo, Guten Morgen und Guten Nacht sagte. Wer an dieses nostalgische oder auch idealistische Gefühl glaubt ist herzlich willkommen.

Welchen Nutzen oder Hintergedanken das alles hat? Keinen. Außer ein bisschen Spaß – wie eingangs erwähnt entspringt das alles einfach einer kleinen Idee.

Noch fragen? Dann twitter‘ mich an oder schreib eine Mail an die Adresse auf der Webring-Seite!

*Ich habe ein wenig nachgedacht über diese Einzugsgrenze von 10 Jahren – ist sie zu viel? ^^


05 September 2022

Meine Woche (KW 35/2022)

Politik
Michail Gorbatschow und Hans-Christian Ströbele sind gestorben.

Angesichts der steigenden Inflation kommt das Entlastungspaket 3 – und das mit dermaßen umfangreichen Maßnahmen, dass man meinen könnte, es ging vor allem um viel. Allerdings steckt durchaus auch Gutes darin. Ich persönlich freue mich vor allem, dass mit dem vergünstigten Nahverkehrsticket eine wirkliche Lösung kommt. Allein darüber wird aber zwischen Bund und Ländern sicherlich herzlich gezankt werden, wenn es um die Finanzierung geht. Zweites Gutes: HartzIV ist Geschichte und wird durch das Bürgergeld ersetzt. Gut so!

Da war ich vor ein paar Tagen wohl zu pessimistisch:

Woche
Von Dienstag bis Freitag in Berlin. Der Kunde (aus Seoul) ist da und entsprechend gab es einiges zu diskutieren.
Daraus natürlich wenig berichtenswertes an dieser Stelle. Allerdings: ich hab‘ die Chance für „Kulinarik“ genutzt.
Mittwoch: ChungKing Noodles
Donnerstag: Zola Pizza – nach 3 Jahren wieder im Vorhof von TLGG
Freitag: Five Guys

Ansonsten Dinge eingeleitet, von denn ich erst im nächsten Jahr dann sagen können werde, ob sie schlau waren …

Statistik
Work: 43 Stunden
Rad: 120 Kilometer – wider Erwarten; am Samstag 57 die 10 Kilometer vor Zuhause mit Platten endeten und mich dazu brachten am Sonntag doch nochmal aufs Rad zu steigen und die geplanten 68 Kilometer vom Samstag nachzuholen. Damit dieses Jahr fast schon die Marke von 2021 geknackt – aktuell 4.100 km.
Aktivität: Viel gelaufen in vier Tagen Berlin (je Tag 12 Kilometer), Podcasts weggehört, Essen genossen und sonst nicht viel – meist bummelt man an Hoteltagen private Zeit ja eher weg.


02 September 2022

Ein-Wort-Twitter

Keiner weiß so recht, ob Amtrak aus Versehen oder mit Absicht twitterte, was sie sind.
Was man allerdings weiß: dass Ein-Wort-Tweets von Unternehmen auf Twitter dank Amtrak jetzt steil gehen.

BMW = cars
McDonalds = clown
Wendy’s = burgers
Lego = bricks
NASA = universe
Starbucks = coffee

Joe Biden = democracy
… Donald Trump würde mit MAGA wahrscheinlich auch aufspringen, aber der darf ja zum Glück nimmer.


30 August 2022

Speed Freaks: Youtube auf doppelter Geschwindigkeit

Ich liebe es, dass Apps wie Spotify, Bookbeat und Youtube anbieten, Inhalte in beschleunigter Form wiedergeben zu können. Auch Netflix kann das mittlerweile.

Denn ich muss gestehen: Ich gehöre zu jenen Menschen, die Podcasts in 2-facher Geschwindigkeit hören. Und nicht nur die, sondern auch Hörbücher.
Der „Vorteil“ liegt auf der Hand: man bekommt ein 4-Stunden-Hörbuch in 2 Stunden durch. Und ein Podcast ist wirklich eine schnelle Unterhaltung.
Was mir dabei auffällt ist, dass ich jene Podcasts, die ich regelmäßig höre, eigentlich nicht mehr auf normaler Geschwindigkeit hören kann, weil mir die Erzähler:innen darin plötzlich so langsam denkend vorkommen …

Ich stoppe jedoch nicht bei Audio-Inhalten.
Auch YouTube-Videos schaue ich in der Regel auf doppelter Geschwindigkeit; wenn sie Englisch sind meist auf 1,5-fach.

Und wie sich zeigt gehöre ich damit nicht einmal einer Minderheit an. Nach Zahlen von Google ‚sparen‘ Nutzer 900 Jahre pro Tag, weil sie YouTube Videos schneller schauen.

Excuse moi? 900 Jahre?
Google erklärt, dass wäre PSYs „Gangnam Style“ 113 Millionen mal. Hilfreicher Vergleich.

Im zugehörigen Blog-Beitrag erklärt Youtube-Mann Reid Watson, Google erhielte gar Anfragen, die Geschwindigkeitsoption (die aktuell bei 2-fach endet) auf bis zu 4-fach hochzuschrauben …

Jeder aus dem Marketing sollte sich das Phänomen einmal anschauen. Denn was ich dachte nur bei meiner Psyche kickt, triggert wohl auch andere: ich schaue ein Video tatsächlich eher bis zum Ende, wenn ich es in doppelter Geschwindigkeit abspiele.
Zum einen, weil man effektiv eben wirklich schneller durch ist. Zum anderen kann ich mir das Video ja gänzlich „gönnen“ – weil ich Zeit spare … Naja.

Bedeutet aber: Videos sollten kritisch darauf überprüft werden, ob sie auch in doppelter Geschwindigkeit funktionieren. Sprich: der Sprecher sollte schnell, aber nicht zu schnell sein. Einblendungen sollten lang genug da stehen. Kleinigkeiten, die Auswirkungen auf die View Through-Rate haben können.

Apart from normal, 1.5x is used the most often, followed by 2x as a close second and 1.25x at third. […] On living room devices like Smart TVs and gaming consoles, users spent the longest time watching YouTube at normal speed followed by 1.25x speed, whereas viewers on youtube.com spent the longest time watching videos at 2x speed. And for those on mobile devices, both iOS and Android users most often used 1.5x playback speed.

Am häufigsten schauen Speed Freaks übrignes Nachts. Wahrscheinlich das typische „dieses eine Video noch“ ^^


28 August 2022

Meine Woche (KW 34/2022)

Pablo
Der nach einem Drogenboss benannte Hund ist am Donnerstag seit 365 in dieser Familie. Vielleicht hätten wir uns mit dem nächsten Hund etwas mehr Zeit lassen können, was aber die richtige Entscheidung war: einen Hund in die Familie zu holen, der so vollkommen anders ist als die beiden davor.

Winnetou
Eine Woche, in der man sich wirklich einmal fragen sollte, was wir diskutieren. Die finnische Präsidentin feiert im privaten Rahmen und bekommt einen misogynen Shitstorm ab.

Vor allem aber regt sich halb Deutschland auf, weil der Ravensburger Verlag eine Adaption von Karl Mays Winnetou vom Markt nimmt. Grund sind die Boykott-Aufrufe in Social Media, weil einige Menschen (mich eingeschlossen) sehen, dass in Winnetou die Geschichte des Völkermordes an den Ureinwohnern Nordamerikas umgedeutet und rassistische Klisches bedient werden. Und statt mal darüber zu reden, dass May eigentlich ein Märchen schreibt, in dem viele eine Reisebeschreibung sehen (May hat sich das alles nur ausgedacht) verteidigt der Deutsche diese Fantasy-Romane aufs Messer, weil am Kulturgut ja nicht gerüttelt werden darf. Eisenberg mit seinem ‚Mohrenfest‘ – nur im großen Stil.

Schon vor einem Jahr gab es übrigens den wirklich tollen Podcast Winnetou ist kein Apache, in dem sich Ben Hänchen – selbst Veranstalter eines Karl May Festspiels – kritisch mit dem Erbe und dem Rassismus in Karl Mays Werken auseinander setzt.
Im Juli erschien über Hänchens Umgang damit auch ein wirklich toller Artikel in der ZEIT, den ich mit wildem Interesse gelesen habe.
Dass man in Anbetracht solch kritischer Auseinandersetzung dann trotzdem eine (kindliche) Neuauflage des Films und ein dazu gehöriges Buch unreflektiert in Kinos und Buchhandlungen bringt ist die eine Sache. Was mich aber wirklich schockiert ist, wie sehr dann in Deutschland tatsächlich diskutiert wird, ob es jetzt ausreicht, wenn ein paar woke Deutsche und Vertreter indigener, nord-amerikanischer Völker das schlimm finden. Also, ob man sich wirklich von einer „Minderheit vorschreiben lassen will“, wie man mit dem Märchen Winnetou umzugehen hat … Nun. Mangel an Empathie. Allerorten.

Selbst Uschi Glas musste unbedingt ihre Meinung kund tun.

And now people complain about wokeness and wrongful ideas about cultural appropriation and while they are doing that they glorify movies from the 70s that were supposed to show the Wild West and good cowboys fighting alongside noble Native Americans against bad guys, but those movies were actually quiet boring, but that’s all we had back then, after the war, and the movies were filmed in Yugoslavia and the Mescalero-Apache Winnetou was played by a french actor and his sister was played by a Bavarian actress
Nico Lumma

Einen schönen Kommentar dazu schrieb auch David Hugendick in der ZEIT – leider nur hinter der Zahlschranke:
Es hat sich in jüngster Tradition solcher Diskussionen leider ein gewisses Maß an strategischer Verblödungsbereitschaft etabliert, die bereits dort beginnt, wo Kritik und Verbot nicht mehr auseinandergehalten werden.

Solche Scheindebatten über angebliche „Banalitäten“ sind nicht schlimm. Niemand kann sich nur mit Krieg, Klimakatastrophe und Energiepreisen beschäftigen. Aber erstens sind das oben eigentlich keine Banalitäten, weil die Themen zeigen, wie rückständig die öffentlichen Diskussionen nach wie vor sind.
Wir sollten uns eigentlich einig darüber sein, dass Rassismus und Misogynie keine Themen sind, über die man reden muss. Dass eine Politikerin feiern darf sollte ebenso Konsens sein, wie, dass man sich mit Werken, die rassistische Stereotype bedienen, kritisch auseinander setzt.

Lasst uns doch gern über Banalitäten reden. Aber können die vielleicht mal von jemand anderem als den immergleichen, konservativ rechtsliberalen, alten, beleidigten Männer bestimmt werden?

Starts
Schulbeginn am Donnerstag. Weil am Gymnasium die Bauarbeiten aus den Sommerferien noch nicht beendet und daher nicht alle Räume verfügbar sind, bleiben Kind2 und Kind3 abwechselnd Zuhause.

14
Kind3 hat am Freitag Geburtstag. Die Frau und ich verbringen das Wochenende in „Isolation“ und überlassen der jugendlichen Geburtstagsgesellschaft das Haus.

Statistik
Work: 40 Stunden
Rad: nur 110 Kilometer, die nächste Woche wird es absehbar deutlich weniger …
Aktivität: Aufgeräumt, Mietwagen mit 2-Wochen-Einkauf erledigt, Entscheidungen getroffen, … wenig Berichtenswertes


Die nächste Dekade wird schmerzhaft

The next decade will be a very painful historical period, as the global economy continues to decline. Huawei must reduce any overly optimistic expectations for the future and until 2023 or even 2025, we must make survival the most important guideline, and not only survive but survive with quality. In the past, we embraced the ideal of globalisation and aspired to serve all mankind, so what is our ideal now?
– Huawei Gründer Ren Zhengfei in einem Brief an die Angestellten

Rens Brief ging in den chinesischen Social Media-Plattformen viral. Aber er zeichnet ein Bild, dass tatsächlich eintreten wird.
Man muss sich nur einmal anschauen, wo wir stehen – und das ist aktuell nicht alles, sondern nur die größten wirtschaftlichen Entwicklungen:

  1. Die in den letzten Jahren etablierten globalen Lieferketten sind durch Corona, Inflation und Wetter geschwächt
  2. Energiepreise steigen
  3. Der Krieg in der Ukraine kapselt Russland vom Westen ab und schwächt Lieferketten in den Westen; davon profitieren Indien und Co.
  4. Chinas wachsender Wohlstand bedeutet, dass Indien und Afrika in den nächsten Jahren zur Werkbank der Welt werden. Daneben wird Chinas stetig wachsende Provokation in Richtung Taiwan dazu führen, dass man im Westen diskutieren wird, ob Wirtschaft oder Moral stärker sind. VW steht dafür sinnbildlich: 40% des Absatzes in China vs Menschenrechte der Uiguren
  5. Nationale Industrien werden gestärkt werden, um Inflationen und Lieferkettenprobleme zu beheben – siehe die USA, die aktuell per Gesetz die eigene Chip- und Elektromobilitätsindustrie stärken

All diese Problem werden von der Klimakatastrophe überstrahlt, die in den nächsten Jahren zu mehr Hitze, Trockenheit und Völkerwanderungen führen wird.

Wir stehen vor einer massiven Umwälzung des Booms. Als Vater schaue ich da wirklich mit wachsender Angst auf all das und kann dann manchmal gar nicht böse sein, wenn sich Medien und Öffentlichkeit mit etwas (gefühlter) Banalität ablenken


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