26 Januar 2023

Woche 03/2023

Schon wieder Donnerstag? Dann fix die letzte Woche aufarbeiten, bevor die nächste vorbei ist!

Leben

Eine Woche wie so ein Jahresanfang. Zwischen Calls, einem Tag im Büro und Hunderunden nimmt man das januarliche Grau nicht mehr so wahr - einfach, weil alles eine graue Suppe ist … Traurig eigentlich. Wenigstens sind die Fortschritte im Job erkennbar, nachdem ich die ersten Wochen wirklich Eingewöhnung brauchte.
Liegt das am Alter?
Ich mache mir die Hoffnung, dass es eher an der so unterschiedlichen Struktur großbritannischer Unternehmen liegt. Allein, dass nicht ich die Ressourcen meines Teams plane, sondern eine extra dafür verantwortliche Stelle, ist schon gewöhnungsbedürftig. Aber ich groove mich langsam ein.

TIL

  • Randonneur (von franz. Wanderer) ist ein Langstreckenradfahrer, der Distanzen ab 200 km autark und mit nur wenigen Pausen absolviert.
  • Es gibt ernsthaft eine Teletext-App von ProSieben
  • Kusch war ein mit dem alten Ägypten konkurrierendes altes, weit größeres Reich im heutigen Sudan. Die Geschichte ist weitgehend unbekannt, weil sich Archäologen lange auf die weiße Geschichte Afrikas konzentriert haben. Erst in den zwei Jahrzehnten kommt die Forschung wirklich voran, wird aber von 12 Staudamm-Projekten bedrohen, weil diese viele der aktuellen Fundorte überfluten werden.
  • Neulich auf dem Flug nach London erst habe ich mich ja - an einem gewissen Ort sitzend - noch gefragt, weshalb es noch immer diese flachen Aschenbecher in der Klotür des Fliegers gibt. Nun, die Frau Klugscheisser hat das hier erklärt.

Browsertabs - ICYMI

  • Extremely Hardcore - Innenansicht von Elon Musks Twitter. Die Einblicke in die ersten turbulenten Wochen von Twitter nach der Musk-Übernahme offenbaren die Management-Un-Qualitäten des reichsten Mannes der Welt.
  • Aktivist:innen haben in 14 europäischen Städten 400 Werbeplätze mit Fake Ads von Autowerbung plakatiert. Sie fordern ein Werbeverbot für Verbrenner. Im Visier: zunächst BMW und Toyota. Fake-Werbung von BMW
  • Nio, der neue Global Player: Rote Zahlen, gute Autos. Nio gilt als Chinas Tesla, nicht zuletzt, weil die Marke lange Jahre lang nur rote Zahlen schreibt. Doch viele Investoren wetten viel Geld auf die Zukunft.
  • FindUs aus Sachsen-Anhalt will es Tierheimen und potentiellen Adoptierenden das Zusammenfinden erleichtern. Tolles Projekt.
  • Elon Musk hat den 3rd Party Twitter-Apps über Nacht die Existenzgrundlage entzogen. RIP Tweetbot, RIP Twitterrific.
  • Meta, Alphabet, Amazon, Microsoft - die Tech-Branche entlässt tausende Mitarbeiter weltweit. Das geht nicht immer schick. Für alle eine echte Zeit der Einkehr. 2023 ist das Jahr der Konzentration auf die Shareholder-Value - „wir müssen den Anteilseignern zeigen, dass wir auch sparen können“, drückte es der Mitarbeiter einer der betroffenen Unternehmen neulich in einem Gespräch mit mir aus. Jap.
  • Inside the battle for the future of Amazon.
  • Seit Jahren erzählt die Politik das Märchen vom Verbraucher, der ja Bio kaufen kann, wenn er will - und so den Lebensmittelmarkt ändern. Ich vertrete schon seit Jahren die Meinung, dass man das nicht einfach auf den Verbraucher „outsourcen“ kann - die Politik ist in der Pflicht. Das bestätigt (mir) jetzt auch Folkhard Isermeyer, Direktor des Thünen-Instituts im Interview mit der ZEIT: „wurden in den letzten zehn Jahren viel zu sehr für verpasste Reformen in der Landwirtschaft verantwortlich gemacht. Um den gesamten Sektor zu verändern, muss die Politik die Leitplanken setzen, damit sich die Marktwirtschaft in die gesellschaftlich erwünschte Richtung entwickelt. Die Politik kann nicht einfach sagen: Liebe Verbraucher, rettet mal die Welt“.
  • OpenAI ChatGPT-3 ist ein Game Changer.
    GPT-3 Is the Best Journal I’ve Ever Used / … use ChatGPT to boost your writing

Gehört

  • Die zwei größten Nuschler des Deutsch-Pop haben eine gemeinsame Single aufgenommen: Udo Lindenberg x Apache 207 – Komet
  • Was ist nur mit Tesla los vom ZEIT „Ist das eine Blase“-Podcast beleuchtet Tesla vor der Veröffentlichung der neuen Q4/2022-Zahlen - und zum ersten Mal in einem Gespräch ist mir der deutsche Auto-Papst Ferdinand Dudenhöffer sympatisch, nicht zuletzt weil vielleicht auch, weil er hier einmal die Bühne hat etwas ausführlicher zu reden.

Gesehen

  • Finale von Star Trek: Strange New Worlds Staffel 1. Wirklich ziemlich gut finde ich.

Statistik

Rad: 0, leider.
Arbeit: 45 Stunden


24 Januar 2023

Wenige Tage nachdem Twitter über Nacht 3rd-Party Apps wie Tweetbot ausgesperrt hat veröffentlicht der Erfinder von eben diesem mit Ivory einen iOS-Mastodon Client.

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Schulabschluss ohne Perspektive

Eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass sich inzwischen 45% der Abiturienten für eine Ausbildung statt für ein Studium entscheiden. Der Zündstoff für unsere Gesellschaft verbirgt sich allerdings nicht in der Überschrift, sondern im Kleingedruckten.

Denn die hohe Abi-Quote unter den Azubis führt dazu, dass Real- und Hauptschüler keine Ausbildung mehr bekommen, weil Betriebe natürlich höher qualifizierte Schüler bevorzugen.

Das führt dazu, dass

Die Zahl der 15- bis 24-Jährigen, die sich weder in Ausbildung noch in der Schule oder im Job befinden, erhöhte sich zwischen 2019 und 2021 erheblich von 492.000 auf rund 630.000

Gleichzeitig herrscht übrigens Fachkräftemangel und die Aussichten darauf, dass wir diesen Mangel mit deutschem Nachwuchs – dem Wunschtraum aller Konservativen – besetzen können schrumpft.

Und dann stellt sich Markus Lanz hin und erklärt, heutige 20-jährige sollten doch bitte optimistisch sein – gäbe ja keinen Grund zur Sorge. Klima, Wirtschaft, Inflation. Aber hey!


23 Januar 2023

Mutalk: Mundtote VR Zombies

Das hier ist ab jetzt mein liebstes Bild um diese Dystopie Metaverse zu illustrieren. Ich meine, wie absurd kann es bitte noch werden?
The Mutalk VR microphone is a soundproof Bluetooth microphone designed to be shoved on your mouth with the goal of preventing others from snooping on your conversations.

Klar, im Zug wünscht man so ein Tool schon auch mal dem ein oder anderen Business-Kasper vor die Fresse … Auf der anderen Seite stell ich mir gerade vor, wie viele Zombis 2040 dann so wie der Herr auf dem Foto in der 1. Klasse des ICE sitzen. Woah!


Keine Angst vor der K.I.

Seit ChatGPT veröffentlicht wurde ist die erste Frage in Deutschland immer auch: ‚Werde ich jetzt meinen Job verlieren‘. Die Antwort lautet nein: Handgemachte Kreativität wird auch weiterhin gefragt bleiben, ebenso wie das Bewerten und Erkennen von Zusammenhänge, das Erklären.

Statt zu überlegen, wie wir Schüler darin hindern können Tools wie ChatGPT einzusetzen, sollten wir es ihnen beibringen – auf die Art ihre Begeisterung, Kreativität und Kompetenz trainieren. Thesen aufstellen kann eine K.I. immer – beweisen müssten wir sie allerdings.

K.I.s wie ChatGPT erzeugen – habe ich den Eindruck, vor allem in der deutschen Seele – Ängste. Und sicherlich wird sie einiges verändern.
Aber deshalb ist jede:r gut beraten selbst zum Schüler zu werden und die Veränderung zu umarmen. Sich nämlich von der Angst leiten zu lassen ist nie eine gute Idee. Oder, wie es Gregor Schmalzried treffend ausdrückt:

KI ist keine Zauberei. Sie ist ein Werkzeug. Und das heißt: Man kann sie trainieren. Man kann mit ihr experimentieren. Man kann versuchen, sie zu nutzen. Nur sie zu ignorieren… Das wirkt wie eine immer schlechtere Idee.
– Gregor Schmalzried in seinem Newsletter ‚cool genug‘ vom 22. Januar


Die Älteren unter uns erinnern sich noch an den Hamster Dance. Matt Round hat den jetzt mit Space Invaders kombiniert – heraus kommt: Hampster Invaders

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21 Januar 2023

Weltweit setzen Unternehmen zum Erreichen ihrer Klimaziele auf CO₂-Kompensationen durch Emissionshandel. Jetzt kommt raus, dass dadurch viel weniger CO₂ eingespart wurde als versprochen. Irgendwie nicht überraschend.

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Auf carsized kann man verschiedene Autos in ihren Größen vergleichen – klassische wie moderne. Zum Beispiel einen 2008er Abarth 500 mit einem 1964er Cadillac De Ville.

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17 Januar 2023

DeepL kann Texte übersetzen - und jetzt auch korrigieren

DeepL ist für mich seit Jahren der beste Übersetzer. Mit DeepL Write kommt jetzt ein Service zur Textkorrektur in verschiedenen Sprachen hinzu.

Der Dienst ist aktuell in der Beta und damit frei.
Write zündet die nächste Stufe von DeepL, dass damit nicht mehr nur Übersetzer ist, sondern auch Lektor - aktuell für Deutsch sowie UK- und US-Englisch.
Write kann Grammatik- sowie Rechtschreib-Fehler korrigieren, alternative Wörter vorschlagen sowie Ausdruck und Sprache allgemein zu verbessern helfen.

Noch kann Write einen Lektor nicht ersetzen - wie Golem korrekt feststellt - aber für Mails, kurze Texte etc ist Write schon ziemlich hilfreich!

Ich bin gespannt, wie sich Write bei mir in den kommenden Wochen im Vergleich zu Grammarly schlagen wird, dass ich hier in meinem englischsprachigen Berufsalltag durchaus häufig nutze …


Blogs haben die traditionelle Nerd-Website gekillt und damit maßgeblich zur ver-content-isierung des Web beigetragen – vor allem auch, weil die Software zu ihrem Betrieb immer einfacher wurden: How the Blog Broke the Web.

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