Weblog-Start / Blogroll / Feeds

Weblog

8. April 2026

Skoda baut eine Fahrradklingel?

Skoda hat eine Fahrrad-Klingel erfunden, die Noise Cancelling-Kopfhörer „durchbrechen“ kann – bei 750 Hz. Jetzt teilt man die eigenen Erkenntnisse und hofft, irgendwer greift es auf.

(YouTube Direktlink)

Ich finde die Aktion spannend.
Die Klingel ist riesig – wäre spannend, ob die jemand kleiner bekommt. Denn Noise Cancelling-Kopfhörer sind in der Kommunikation zwischen Radfahrern und Fußgängern tatsächlich ein massives Problem.

Ob wirklich was draus wird: Wer weiß.
Eine schöne kleine Werbeaktion ist es allemal, die Skodas Herkunft als Fahrradhersteller (wie Opel), sein Rad-Engagement und den eigenen strategischen Core "Simply Clever" unheimlich gut verknüpft – und mit Sinnhaftigkeit auflädt. Als Radfahrer, Auto-Fan und Marketing-Profi finde ich die Aktion echt cool.

Kommentieren ↦

7. April 2026

Wir sollten uns jedenfalls mental auf die Katastrophe vorbereiten. Natürlich hoffe ich, dass uns ein Exit gelingt, dafür brauchen wir jedoch dringend Führungspersönlichkeiten, die in der Lage sind, Ängste und kurzfristiges Denken zu überwinden. Gerade an ihnen mangelt es zunehmend, fürchte ich.

Ökonom Eswar Prasad zur Lage der Welt (Geschenklink)

7. April, 21:13 Uhr ↦

6. April 2026

5und20

Fünfundzwanzig wird das seit Tag 2 als K1 bezeichnete Kind heute.
Kann zwar nicht sein, weil ich unmöglich schon 45 sein kann, aber der Kalender erzählt etwas anderes.
Fünfundzwanzig.

Ende April 2006 zogen wir mit dem Fünfjährigen und seiner damals drei Monate alten Schwester (besser bekannt als K2) von Ludwigsburg nach Leipzig. Bedeutet, dass wir dann jetzt in ein paar Tagen auch bereits seit 20 Jahren in der Gegend hier leben.

Kann zwar nicht sein, weil ich unmöglich schon 45 sein kann, aber der Kalender erzählt etwas anderes.

Zeit, ey. Seltsames Konzept.
Kann sein, dass ich ein bisschen melancholisch bin.

Kommentieren ↦

5. April 2026

1. April 2026

„Alle sind ständig müde“

Friedrich Merz und seine wirtschaftsnahen Kumpanen erklären gern, dass wir Deutschen zu faul und zu krank sind. Selbst Lars Klingbeil stimmt jetzt mit ein und meint, die Deutschen seien zu mehr Opfern bereit. Ich hab' kurz mal mich als deutsche Kartoffel gefragt und – naja, wie soll ich sagen –: nein.

Weil, das Ding ist: Wir opfern schon.
Wir leisten Überstunden, versuchen all den Ansprüchen von Gleichberechtigung, Aufmerksamkeit, und dieser Work-Life-Balance gerecht zu werden – und sehen gleichzeitig, wie alles teurer wird, Faschos Wahlen gewinnen, wir in Kriege und Krisen taumeln.

Mehr Opfer bringen. Aber was denn noch?

„Wir werden mehr arbeiten müssen“, sagt Klingbeil und wiederholt damit eine Phrase von Friedrich Merz.
Ich frage mich auf diese Floskel immer: Wieso – für was oder wen eigentlich?

Wir sind zu faul. Zu krank. Und sollen uns mal anstrengen.
Merz und Klingbeil klingen wie der neue, freshe CEO einer Firma.

Das Problem ist nicht das wollen, Lieber Friedrich, Lieber Lars.

Interview mit der Hausärztin Maren Sommer in der ZEIT (Geschenklink):

Wir haben regelmäßig Studentinnen und Studenten bei uns für ein Praktikum. Alle, wirklich alle, sind erstaunt, wie viele Patienten psychisch krank sind. Das wird völlig unterschätzt. Und es fängt schon damit an, wie müde die Menschen momentan sind. Frauen, Männer, Junge, Alte – alle sind ständig müde. Obwohl sie genug schlafen und sich recht gesund ernähren. Gefühlt sagen mir das am Tag drei Patienten. Eine junge Mutter – zwei Kinder, Vollzeitjob – erzählte neulich, dass sie nachmittags manchmal am Rechner kurz einnicke. So erledigt sei sie.

Das Problem ist das Können.

Abgesehen von der tatsächlichen, wirtschaftlichen Gegebenheit (ob die Mehrarbeit überhaupt sinnvoll ist) sind wir schlichtweg an einem Punkt, an dem die Gesellschaft unter dem Druck des Wirtschaftssystems und der Multikrisen zerbröckelt.

Wir zerreiben an den Ansprüchen, dem Druck, den Problemen (die wir als Einzelne nicht mehr überblicken oder gar lösen können – und bei deren Lösung wir auch den internationalen Partnern nicht mehr vertrauen, weil wir jeden Tag sehen wie Trump, Putin und selbst Europas Uneinheit dieses Vertrauen zerstören).

Statt aber über Konzepte zu sprechen, die nicht das System, sondern den Menschen entlasten (liebe CDU, liebe SPD), reden wir über noch mehr Druck: weniger Sozialleistungen, mehr Eigenleistung im Krankheitsfall, mehr Arbeit, …

Von sozialer Politik haben wir uns verabschiedet.
Die CDU führt Debatten über Deutschland, wie über ein Unternehmen: Wer keine Leistung bringt, fliegt.

2 Kommentare / Kommentieren ↦

31. März 2026

Zurück auf den Mond: Nach 50 Jahren startet morgen erstmals wieder eine bemannte Mission in Richtung Mond.  Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen sollen einmal um den Mond und zurück - es ist die Vorbereitung, um 2028 tatsächlich wieder Menschen auf den Trabanten zu schicken. 🤞

2 Kommentare / 31. März, 17:44 Uhr ↦

30. März 2026

In FunFacts (auf YouTube) ordnen wechselnde prominente Hosts das politische Weltgeschehen viermal in der Woche „aus einer konsequent aktivistischen und linken Perspektive“ humoristisch ein. /via DWDL

Link ↦

Sachsen-Anhalt im Fokus

Detektor.fm startet den wöchentlichen Newsletter und Podcast "Dazwischen" – aus, für und über Sachsen-Anhalt.

Das Projekt wurde auch mithilfe von Förderprogrammen finanziert und wird bis Ende 2027 das Bundesland unter die Lupe nehmen. Ziel ist, „einen interessierten, ausgewogenen und differenzierten Blick auf Sachsen-Anhalt zu liefern“ – und das Besondere: Hier berichtet kein "West-Medium" über den Osten, sondern hier kommt ein ostdeutsches Team und will neutral und offen über Menschen und Land berichten - für ganz Deutschland unvoreingenommen. Das hier ist nicht die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung mit einer Agenda (und ohne Chefredakteur) "aus dem Osten, für den Osten", sondern echter Journalismus.

Sachsen-Anhalt wird im Sommer wieder der "Zoo für Westjournalisten", die in den Osten kommen um O-Töne mit sächsischem Dialekt und Fascho-Inhalten abzugreifen, während sich Friedrich Merz erfolglos abmühen wird, die AfD klein zu machen … Am 06. September dann gibt es hier dann wohl zum ersten Mal den Fall, dass die als rechtsextrem gesicherte Partei die stärkste Partei wird und das demokratisch erwirkte Vorrecht hat, den Ministerpräsidenten zu stellen. Es sei denn, es dreht sich noch was.

Als jemand, der hier 2 Kilometer hinter der Landesgrenze innerhalb des Bundesland lebt gruselt es mich. Als links-denkender, klimabesorgter Demokrat mit queeren Familienmitgliedern stehe ich mit Sorge, Unverständnis und wachsender Wut einer Traube von Menschen in diesem Land gegenüber, die nie Ausländer sehen, alle Autos und Eigenheime haben und trotzdem "gegen die da oben" meckern und sich sehnlichst einen Diktator wünschen …

81 Jahre nach dem Ende des faschistischen Regimes in Deutschland. 37 Jahre nach dem Ende des Regimes der DDR.
Und wir stehen vor einer Zeitenwende, in der Menschen allen Ernstes – und diesmal vollständig aus eigenen Stücken und frei von Manipulation! – eine faschistische Partei wählen wollen. Na prima.

Daran wird das detektor.fm-Projekt nichts ändern. Aber vielleicht erweitert es den Horizont auch einiger betonköpfiger Politiker und Berichterstatter. Es ist kein Trost, dass "immerhin 60 % der Sachsen-Anhaltiner:innen" politisch einigermaßen stabil scheinen – oder zumindest keine Fascho-Partei wählen. Auf der anderen Seite mag ich es auch nicht, wenn an all den hier lebenden Menschen dieses Schild pappt. In Sachsen-Anhalt zu wohnen ist ein Makel – und den müssen wir überwinden, denn auch wenn ich hier wohne, bin ich familiär und politisch so weit weg von diesem Label wie nur möglich.

Insofern: Abonnieren, zuhören. Das alles ist keine Einbahnstraße. Und da geht es nicht darum, AfD-Wählern zuzuhören – mein Verständnis dafür, dass jemand diese Partei wählt mit allen Fakten, die auf dem Tisch liegen, ist mittlerweile gleich Null. Es geht darum, den Rest zu stärken statt alle hier lebenden Menschen mit dem Label zu versehen und das Land abzuschrieben.

2 Kommentare / Kommentieren ↦