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die kandidatin

Tagesschau-Sprecher Constantin Schreiber publizierte im Mai einen Roman der allerlei antisemitische Klischees bedient. Bei KATAPULT stellt Stefan Buchen berechtigt die Frage: Wie weit darf der Nachrichten-Sprecher eines öffentlich-rechtlichen Senders gehen? Und wie weit Literatur, wenn das fiktionale ihrer Geschichte eigentlich nur dazu dient rassistische Allgemeinplätzchen zu bedienen?

Buchen vergleicht Schreibers ‚Die Kandidatin‘ mit ‚Jud Süß‚:
Die Kandidatin ist eine Ausgeburt des Spät-Trumpismus und der in Schüben aufflackernden Identitätsdebatten. Das Buch […] lässt einen jedoch noch mehr über die Ähnlichkeit der Strickmuster staunen, mit denen Vorurteile bedient und Feindbilder erschaffen werden. [Dem Leser wird] vorgetäuscht, er werde in das Innere einer Verschwörung geführt. Er ist Zeuge, wie […] Muslime versuchen, die Herrschaft in Deutschland an sich zu reißen. Er soll das Privileg spüren, exklusiv dargelegt zu bekommen, wie das funktioniert.