Die letzten Stunden meiner wohl größten Rolle des Lebens brechen an.
Morgen wird das letzte Kind 18 Jahre. Und meine Rolle als Erziehungsberechtigter endet.
Ein Engagement, dass mich die letzten 25 Jahre meines Lebens beschäftigt hat.
Zweimal haben wir hier schon Kinder aus dem Status der Minderjährigkeit entlassen.
Wir haben also rein gefühlstechnisch Übung, will ich sagen.
Anders ist das diesmal auch nicht.
Und bestimmte Dinge bleiben erhalten, weil man ja weiter Eltern bleibt.
Mich begleitet ein Satz, den eine ältere Frau im Bus mal zu meiner Liebsten sagte, als die mit unserem sehr frischen Erstgeborenen unterwegs war: „Wenn sie älter werden wird es nicht besser, nur anders.“
Und so gibt es bei allen dreien noch Szenen, Momente oder Sätze, bei denen ich als Elter milde lächle, ausgiebig Lache, mir Sorgen mache oder traurig bin. Wird man wohl auch nie los. Zumindest wünsche ich mir, dass man es nie los wird – denn wenn nicht den dreien gegenüber, wem sollte ich Glück, Sorge und Fürsorge mehr entgegenbringen wollen aus dem Herzen heraus? Was für ein Elter wäre ich.
Kein Erziehungsberechtigter mehr sein ist insofern also nur das Ende meiner „wiederkehrenden Rolle“ – dem Gigold Cinematic Universe bleibe ich hoffentlich noch länger erhalten.
Glückwünsche soll man ja nicht vor dem Ehrentag übermitteln. Weshalb hier nur dieser kurze Gedanke steht – 18 Jahre nach dem errechneten Geburtstermin, den wir um 24 Stunden überschritten.
Aber es ist dann doch schon auch ein seltsamer Meilenstein, den wir da morgen überschreiten … 3mal 18. Und dabei kommt es mir so vor, als hätte ich selbst erst gestern diese Grenze überschritten. Gestern, 1998.