Die Wertschätzung des künstlerischen Handwerks vs. KI-Slop
2026 wird das Jahre des KI-Push-Backs.
Analoge Geräte sind im Trend. Und Unternehmen werden sich im Bereich Kreativität positionieren (müssen), weil es Kunden zunehmend tun.
Keine allzu steile These, sondern unter Beobachtern in Marketing- und Kommunikationskreisen eigentlich Konsens. Erste Vorboten sind der Backlash, den Coca-Cola und McDonalds mit ihren Weihnachtsspot erfuhren. Oder neulich Wagner Pizza (in kleinerem Rahmen) auf Threads.
Das stellt Plattformen wie Instagram und YouTube vor sowas wie eine Zerreißprobe.
Denn auf der einen Seite müssen sie als Plattformen KI-Tools und Slop pushen, einfach weil ihre Mutter-Unternehmen Meta und Google massiv Geld in KI stecken und irgendwie wieder Umsätze damit rausholen müssen (weshalb sie KI in jedes noch so dumme Produkt pressen). Zum anderen müssen sie aber Creator und ein Publikum bei der Stange halten, die "Handgemachtes" neu schätzen lernen und langsam gegen KI-Slop und Fake-Inhalte meutern.
Die Zerrißenheit kann man dann in so Briefen lesen, wie er jetzt von YouTube CEO Neal Mohan veröffentlicht wurde. Darin schreibt er sinngemäß: Ja, wir sind gegen KI-Slop, aber hier sind neue Werkzeuge, mit denen Creator einen KI-Avatar bauen können, um so noch mehr Shorts-Videos billig zu produzieren.
Derweil schlagen sich einige Firmen deutlich auf die "Keine KI bei uns"-Seite.
Drei Schlagzeilen aus den letzten zwei Tagen:
- Die Musikplattform Bandcamp verbannt KI-Musik
- Die ComicCon verbannt KI-'Kunst'
- Die schwedischen Musik-Charts kicken KI-Musik raus
Ich freue mich tatsächlich über derlei Schlagzeilen. Denn so sehr man darüber reden kann, dass generative KI Menschen auch dabei hilft ihre Kreativität auszuleben, gibt es einen Unterschied zwischen Slop, Fanart und in gewisser Weise kommerzieller Kunst. Und mein Mantra war immer: Wir werden Handwerk und Echtheit wiederentdecken und mehr wertschätzen – vielleicht sogar mehr, als bisher.
Wir stehen offenbar an einer Schwelle dazu.
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