Weblog-Start / Blogroll / Feeds

Letztes Semester an der Academy

Star Trek: Starfleet Academy wird nach der (bisher nicht ausgestrahlten) Staffel 2 beendet.
Das berichtet Variety – auf die Meldung können sich all die "Fans" jetzt einen runterholen, die es natürlich schon vor der ersten Episode gewusst haben, dass das passiert. Alle jene, die den Untergang des Roddenberry'schen Abendlandes in der Serie sahen. Das Nummer 2-Feindbild (nach Discovery).

Ich fand die 1. Staffel von Academy tatsächlich ausgesprochen gut (und bin noch nicht dazu gekommen, die finale Episode zu schauen!). Ich hatte das Gefühl, dass das Team um Alex Kurtzman es tatsächlich nach 10 Jahren verstanden hat, was Star Trek ist – und kann.

Ich freue mich sehr auf Staffel 2 und darauf, noch ein bisschen Zeit mit Holly Hunter verbringen zu dürfen.
Der gefühlt meistgehasste Captain nach Michael Burnham, weil sie nicht in männliche Rollenbilder passt.

Die Diskussionen um Starfleet Academy auf Social Media habe ich allesamt ausgeblendet. Das Fandom – oder jene, die sich als solches bezeichnet – wird mit jedem Jahr seit 2oo9 toxischer. Academy hatte bei den Lautesten unter ihnen nie eine Chance – da hätten Kurtzman und Co. alles tun können.

Mit dem nun auslaufenden Academy und Strange New Worlds dürfte die Kurtzman-Ära für Trek enden.
Ich bin gespannt, wie wir in 20 Jahren darauf zurückblicken werden … und ob Trek im Fernsehen weitergehen wird. Mit einer so lauten, toxischen Fanschar im Rücken, würde ich mir als Paramount überlegen, ob ich in den kommenden Jahren weiter Millionen in das Franchise stecke …

Was mir am meisten aufstößt ist nicht sachliche Kritik. Sondern diese Überheblichkeit, die da zuweilen mitschwingt.
Wenn ich Academy mag, kann ich unmöglich ein "echter" Star Trek-Fan sein.
Wenn du es nicht magst, total fein. Aber wieso auf dem hohen Roß sitzen, und mit aller Macht jenen erklären wollen, denen es Freude bereitet, dass sie nicht "wahr" sind, oder nur dumm sein können? Allein schon die Anspruchshaltung, dass dieses oder jenes kein "Star Trek" sei. Prinzipiell ist alles Trek, woran Paramount das Label pappt. Ob ich das in meinen "Head-Canon" mit einbaue, oder ob ich das qualitativ gut finde, ist eine vollkommen andere Diskussion – die kann man aber ganz anders führen, als sie oftmals geführt wird.

Gehe ich mit allem mit, was TrekFM, Discovery Panel oder Trek Am Freitag (für die ich sogar bezahle) zu meiner Lieblings-Serie Deep Space Nine sagen, zu Voyager oder Academy? Nein … aber die gehen fair mit den Serien um – etwas, dass ich an vielen Orten in Social vermisst habe.

Just my (very long) 2 cents.

Veröffentlicht:

Kommentare

  • > Prinzipiell ist alles Trek, woran Paramount das Label pappt.

    Warum? Solche Serien sind kollektive Geschichten, Teil der Lebenswelt vieler Menschen. Diese können doch sehr wohl auch eine berechtigte Meinung dazu haben, was dazu passt und was nicht. So wie bei Star Wars ja auch, wo die Prequels absurd schlecht geschrieben waren und entsprechend breit abgelehnt werden.

    Ich verstehe ja, dass man auch diese Serie mögen kann, subjektiver Geschmack und so. Was ich nicht verstehe sind Standpunkte wie "weil sie nicht in männliche Rollenbilder passt." Die Serie hatte so viele andere Macken, hatte so viele klare Probleme, es ist doch kaum nötig, Kritik an ihr in so einen Sack zu stecken.

  • Ha, ich meinte Sequels oben. Bei den Prequels galt das ja auch, aber im Vergleich was folgte werden sie ja fast wieder als Positivbeispiele gesehen.

  • @onli

    > Warum? Solche Serien sind kollektive Geschichten, Teil der Lebenswelt vieler Menschen.

    Ja, sind sie. Genau deshalb steht der Nachfolgesatz so dort.
    Fanstories ignorieren manche Aspekte. Ich ebenso, wenn ich in meinem Kopf in das Universum abtriffte.
    Das ändert aber nichts daran, dass Star Trek als kommerzielles Produkt lebt und per se alles Star Trek ist, woran das Label gepackt wird – ob das *für mich* Star Trek ist, ist was anderes.

    Mich nervt die Generalisierung der eigenen Ansprüche von Trekkies (oder Star Wars Fans) schlichtweg massiv. "Du bist kein echter Fan, wenn du diese Folge magst" – ach, was genau macht mich denn dann zu einem "echten" Fan, wenn ich seit 1991 *jede* Minute Star Trek geschaut habe, die es gibt, hunderte Stunden mit Podcasts und Literatur und Abnerden verbracht habe?

  • Ich habe Star Trek: Academy noch nicht gesehen, was allerdings einzig der zur Verfügung stehenden Zeit geschuldet ist. Aber ich bin überzeugt, dass mir das genauso gefallen wird wie Discovery und ganz besonders Strange New Worlds.

    In meinen Augen hat dieser Run das wahrgemacht, was dereinst das Motto war: to boldly go where no man has gone before. Schade, dass es ausgerechnet zu oft Fans sind, die das vergessen zu haben scheinen. Unangenehme Erinnerungen an "The Acolyte" werden wach.

    Ob und inwiefern diese Vision der Zukunft eine Chance in dem Amerika unter Trump hat, zumal angesichts der Eigentümer von Paramount, ist ein anderes Thema.

    Für mich jedenfalls sind all die neuen Serien gute Unterhaltung, mit ganz vielen tollen Charakteren und großartigen Geschichten, die mutig neue Wege gegangen sind und dem altehrwürdigen Franchise den Staub aus dem Scheitel geklopft haben. Ich hoffe, mich über die Osterfeiertage endlich in der Academy einschreiben zu können. 😊

Kommentare geschlossen