mexiko

Ist es ein Urlaub wenn man nicht zugenommen hat?
Würde man dieses Kriterium anlegen, so käme man zwangsläufig zum Resultat, dass die zurückliegenden 14 Tage gar kein Urlaub waren. Denn trotz allgemeiner Untätigkeit und hervorragender Vollverpflegung in Mexiko kam ich tatsächlich mit meinem Ausgangsgewicht aus dem Urlaub zurück.

Die letzten Tage waren wir im Grand Palladium Colonial Resort & Spa an der Riviera Maya.
Das Ressort hatte im Grunde alles zu bieten, was man sich wünscht: tolle Lage mit Strand, sehr freundliches Personal, Vollverpflegung in Dutzenden Restaurants und Buffets, ein umfangreiches Sport-Angebot und zahlreiche einheimische Tiere auf dem Gelände – Nasenbären und jede Art von Echsen rennen einem täglich über den Weg. Ansonsten orientiert man sich am 4-Sterne-Standard aus den USA.
Das Beste: die Pools waren so warm, dass selbst ich Memme direkt reinsteigen konnte.

Unsere Tage bewegten sich zwischen Frühstück, Lesen am Strand, Mittag, den Pools, Padel-Tennis und Abendessen.
Kurz: Entspannung.
Einzige Ausnahme: am vorletzten Tag habe ich mir noch eine Erkältung eingefangen (nein, kein Corona), weshalb ich den Tag eher im Bett mit HBO als am Pool verbrachte.

Die zwei Wochen hatten auch zwei Regentage dabei – in Mexiko ist Regenzeit. Das störte und ehrlich gesagt wenig, weil es warm blieb. Und ein Gewitter im Dschungel ist schon auch nochmal was anderes: die schiere Menge Wasser, die da binnen weniger Minuten den Boden erreicht ist beeindruckend. Noch imposanter ist der Lärm, den Donner da fabriziert. Wenn man als Europäer von „unseren“ Gewittern schon an die Gottheit Thor geklaubt hat, dann hätten die alten Wikinger sich bei den Gewittern da aber nochmal einen mächtigeren Gott ausmalen müssen …

Zwischendrin standen Ausflüge nach Playa del Carmen und – natürlich – auch etwas Kultur an. So ging es in die Maya-Stätte Chichén Itzá; inklusive eines Abstechers nach Coba, wo es eine weitere Maya-Ruinenstadt gibt.
Das ganze war ein Tagesausflug, und auch wenn wir uns gar etwas mehr Zeit an beiden Orten gewünscht hätten – wir haben vor zwei Jahren fast einen ganzen Tag in Pompeji verbracht -, so ist es doch sehr beeindruckend an solchen Orten mitten im Dschungel zu stehen. Der Aufwand, mit dem die Maya ihre Städte an diese Orte gestellt haben muss gigantisch gewesen sein.
Was man dann aber schon auch feststellt: die beiden Stätten sind massiv auf Tourismus ausgelegt, im 5-Minuten-Takt werden Busse und Touristen wie wir da durchgeschleift. Zudem wird das gesamte Areal von Händlern belagert, die quasi alles feil bieten.
Dass ich ein paar Bilder ohne viele Menschen machen konnte ist einzig einem heftigen Gewitter „zu verdanken“, dass uns dort überrascht und die Plätze spontan leer „gewaschen“ hat.

Die Rückreise aus Mexiko gestaltet sich dann ungewollt recht spannend. Dank eines riesigen Staus brauchten wir drei statt nur einer Stunde vom Hotel zum Airport. Wir waren bereits online eingecheckt – die Koffer kann man auf die Art allerdings noch nicht abgeben. Das schafften wir dann tatsächlich in der Form, dass der Kerl an der Gepäckabgabe uns bereits den Rück zugedreht hatte und den Schalter dicht machen wollte. Er blickte uns vier kleine Deutsche an, blickte auf seine Armbanduhr und winkte uns nochmal ran. Phew! Durch die Security ging es dann im Sauseschritt und ab zum Boarding.

Am Ende bleibt der Eindruck, dass Mexiko ein kulturell wie menschlich spannendes Land ist, dass sich aber auch heftig an den USA orientiert und in dem die Kluft zwischen den wirtschaftlichen Schichten ziemlich breit ist. Wobei der eben nur daraus resultiert, dass wir die meiste Zeit in einem Ressort hockten und in Touri-Zentren unterwegs waren. Was der Eindruck wert ist, wissen wir alle.

Bleibt noch die Frage, ob es in Zeiten wie diesen denn unbedingt sein muss, 11 Stunden durch die Welt zu fliegen, um das zu erleben?
Nun, die Frage habe ich mir ehrlich gesagt auch gestellt. Und die Antwort lautet vermutlich: Nein.
Ressort-Urlaube würde ich tatsächlich nur mehr auf nähere Ziele beschränken und meine „weiteren Reisen“ anders planen. Der Umweltaspekt wird für mich da in Zukunft eine wesentlichere Rolle spielen.
Mexiko geht jetzt einmal auf mein Konto, auf dem ich seit zwei Jahren ohne Auto und seit sechs Jahren mit Bahncard lebe. Da kam der Deutsche kurz nochmal durch …

Posted: Aug. 04, 2022

Hi, ich bin Thomas

Seit mehreren Jahren schreibe ich über Mobilität, Technologie und die Digitale Gesellschaft. Wenn du magst erfährst du hier mehr über mich.