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Neues Star Trek: Starfleet Academy

Star Trek: Starfleet Academy gesehen – Episode 1 und 2.

Eine neue Star Trek Serie bekommt man nicht aller Tage – auch, wenn man sie durchaus derzeit aller Jahre bekommt. Und obwohl ich nie ein Fan der Idee einer "Starfleet Academy"-Serie war – die schon seit den 1990ern immer wieder umhergeht –, gucke ich mir alles Star Trek an. Ja, weil ich Trek nunmal liebe.

Also, ab ins 32. Jahrhundert. Ab auf die Academy.

Meine ausführlichen Kritiken zu beiden Episoden findest du hier. Während mich Episode 1 richtig abgeholt hat, war mir Episode 2 ein bisschen zu sehr Teenie-Romanze-Verfilmung.

Mein Take

Ich liebe Holly Hunter und Gina Yashere in ihren Rollen.
Die Kadetten sind mir alle ein bisschen zu schnöselig. Aber es ist eben eine Teenie-Serie: Euphoria meets Star Trek. Damit kann ich leben und nehme mir eben die Anknüpfungspunkte, die ich finde.

Kein Anknüpfungspunkt für mich sind der Doktor der Voyager (wieso ist der da?) und die verwendete Sprache ("Fischpenis", "Chill mal", "Arschloch", … Star Trek muss sprachlich zeitlos sein und sich von Jugendsprache lösen, das ist nicht cool, sondern faul) sowie die andauernden Slapstick-Nummern, die eingebaut werden.

Die Sets sind, wie immer in neuem Trek, überbordend. Ich liebe die neue Brücke. Ich liebe, wie Holly Hunter auf dem Chair hockt oder barfuss durch das Schiff streift – dass genau diese Dinge von vornehmlich alten weißen Männern online kritisiert werden zeigt, wie toxisch das Fandom mittlerweile ist.

Ich kann nachvollziehen, weshalb man auf Produktionsseite gewisse Entscheidungen getroffen hat – in der Story, ebenso wie der Umsetzung. Das Problem: In neuem Trek triggert man auf der einen Seite gern Nostalgie und versucht, sich mit einem "James T. Kirk Pavillon" oder einem "Boothby Park" an alte Fans ranzuwanzen, verstößt dann aber gegen fundamentale Regeln des Universums – und die reißen mich dann hier und da raus. Sprache ist das eine, dass andere sind so Details wie: Wieso nutzen Betazoiden plötzlich Gebärdensprache, statt Telepathie?

Ich bin gespannt, wie es weitergeht.
Ich habe bisher jedes Star Trek geschaut – und ich will aufgeschlossen sein. Star Trek seit 2009 ist deutlich mehr ein Kind seiner Zeiten als "altes" Star Trek. Für mich stellt sich oft die Frage, wie gut das altern wird. Werde ich mir in 20 Jahren "neues" Trek noch ebenso gern und gut anschauen, wie TOS und das Trek der 90er? Ich hab' da meine Zweifel … aber mal sehen.

Womit ich überhaupt keine Probleme habe, sind visuelle Updates. Neue Interpretationen. ABER: Man muss eben gute Geschichten erzählen. Das ist, was bleiben wird. Und das kommt mir bei neuem Trek ab und an zu kurz. Spannenderweise habe ich bei Discovery und Picard da deutlich mehr zu meckern, als bei Strange New Worlds … Aber es muss eben nicht immer um die universelle Bedrohung, Rache, oder Waisen- und Wunderkinder gehen … Immerhin verschont uns Academy mit einem neuen Familienmitglied von Spock.

Was mich an altem Trek oftmals umhaut: Es faszinierte mich als Jugendlichen auf einer Ebene. Und manche Folgen schaffen es dann 30 Jahre später, mir als Erwachsenen nochmal eine andere Ebene zu zeigen und neue Interpretation. Sicherlich nicht jede Episode, aber manche.

Dem ganzen Gedisse online, der Nörgelei und dem Hass will und kann ich mich nicht anschließen. Star Trek hat unheimlich viele Facetten und mir muss nicht jede Folge oder Serie gefallen. Aber ich muss anderen deshalb auch nicht den Spaß verderben oder den Machern grundsätzliche Unfähigkeit unterstellen.
Academy ist nicht für mich alten Mann gemacht, ich finde aber Aspekte, die mir gefallen. Auf der anderen Seite bspw. finde ich das von vielen Trekkies über den Klee gelobte "The Orville" ziemlich öde. Aber ich wettere auch nicht permanent online dagegen (dass das viele Trekkies lieben, könnte aber – wo ich so drüber nachdenke – erklären, wieso es in Academy immer wieder diese Slapstick-Einlagen gibt…).

Lass die Leute doch einfach Spaß haben. Und wenn du es nicht magst: Geh zu HBO, Apple, Prime, Netflix und schau' was anderes. "The Pitt" ist empfehlenswert … oder: Bleib bei Paramount und snacke eine der guten, alten 90er-Jahre-Trek-Serien erneut. Es ist doch nichts Schlimmes daran, wenn ich zugebe: Deep Space Nine ist für mich meine Heimat, ich LEBE dort und liebe es dort. KEINE andere Star Trek-Serie wird für mich jemals so sein, wie DS9. Aber deswegen muss ich den Rest doch nicht in den Dreck ziehen und gegen Macher, oder auch Stars und Fans persönlich werden … (Und natürlich beteilige ich mich hiermit an der Diskussion … und auch ich hab' ja Kritik; ich würd' aber nie sagen "Discovery ist Kacke und alle Disco-Fans sind dumm" – auf dem Niveau bewegen wir uns aber mittlerweile oft)

… und jetzt mal ehrlich: Wer Academy als Tod von Trek, das Schlimmste von Trek, das Ende sieht – der hat weder Star Trek: Section 31 noch TOS: "Spocks Brain" jemals gesehen *hihi

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