Sorge um Regionalzeitungen
„Die Regionalzeitungen haben nicht die Ressourcen, die Digitalisierung zu umarmen”, sagt Rainer Esser, frühere Geschäftsführer der Zeit.
Ich halte das für eine Binsenweisheit. Wer es schafft einen Redaktionsschluss mit Print und Auslieferung zu organisieren, kann auch online machen. Was Verlage bis heute nicht verstanden haben: Dass lokaler Journalismus über Community und Leserbindung vor Ort funktioniert und nicht über "Abverkauf". Das Bedürfnis von Lesern, zu wissen, was vor der Haustür passiert ist nicht plötzlich abhanden gekommen. Statt einen fetten Mantel aus dem Einheitsbüro zu produzieren und seine Seite mit Nachrichten vollzustopfen, die Leser:innen sowieso andernorts besser bekommen, sollten sich Regionalzeitungen auf das konzentrieren, was ihr Alleinstellungsmerkmal ist: Lokale Verbindungen und Nachrichten.
Und dann lauert da noch ein anderes Problem: Jede lokale Zeitung die stirbt oder ihren Job nicht gut macht, öffnet die Lücke nach rechts.
thomas, meine rede! niemand braucht mehr den mantel-teil der lokalzeitung, der sowieso zu 80% mit alten dpa-meldungen gefüllt ist. die leute wollen lesen, was um sie herum passiert, was lokale sportvereine so treiben. kultur, vereinsleben, todesanzeigen. und sie wollen von zeit zu zeit auch selbst mal in der zeitung sein. mit ihrem verein oder wenn sie ein anliegen haben.
das ist die zukunft. alles andere wird die lokalzeitungen vom markt verschwinden lassen.
Leider habe ich noch kein richtig gutes Beispiel gefunden oder ein Muster gesehen, dass Lokales mit "Community und Leserbindung" anreichert. Wirkt für mich meist nach Alibi und nicht konsequent umgesetzt.
Dazu bin ich auch immer wieder von den Preisvorstellungen der Anbieter irritiert, mag damit aber falsch liegen. Der Bereich von 10-20 Euro pro Monat erscheint mir ok, jenseits davon finde ich schwierig. Hier vor Ort möchte der Kölner Stadt Anzeiger 42,90 € / Monat für das volle E-Produkt (Papierversion 61,90 €).