Threads von Meta ist da. Der Twitter-Killer? 🔪

1) Was ist Threads?
Metas Antwort auf Twitter. Eine interne Nachricht spricht davon, Twitters Probleme als Moment nutzen zu können, um Meta cool machen zu können. Threads ist womöglich die beste Antwort für all jene, die einen Zufluchtsort suchen, weil Twitter unter Elon Musk unberechenbar und toxisch geworden ist.

2) Wann geht es los?
Threads startet vorerst einmal nur außerhalb von Europa. Meta scheint noch ein paar Bedenken oder Probleme mit der DSGVO zu haben, die man ausräumen will. Um sich bei Threads registrieren zu können braucht man zwingend einen Instagram-Account, der beim Setup hilft, aber nicht zwischen Threads und Instagram gesynct wird.

3) Warum ist das spannend?
Meta koppelt Threads geschickt an Instagram. Innerhalb von 7 Stunden vermeldete Mark Zuckerberg dann auch direkt 10 Millionen neue Nutzer. Das ist gigantisch.
Threads kann, was Twitter in den letzten Monaten nicht mehr war: Ein sicherer Hafen sein. Nicht zuletzt, weil Meta Erfahrungen in all den Problem-Bereichen wie Content-Moderation etc hat – Dinge, mit denen die aktuellen Twitter-„Wettbewerber“ wie Bluesky, Substack Notes und Mastodon Probleme haben …

Ăśbrigens Mastodon:
4) Threads ist ein Umdenken
Die neue Plattform ist so ausgelegt, dass sie über das ActivityPub Protokoll künftig mit Mastodon, Tumblr und Co kommunizieren kann. Der Vorgang ist einmalig, denn Meta reißt hier Wände ein, die man in den Jahren zuvor immer aufzog. Threads könnte tatsächlich der „Marktplatz der Kommunikation“ werden, den Elon Musk immer herbei redet, weil er offener ist als selbst Twitter.

Und nun?
Threads merkt man an, dass Meta es so schnell wie möglich launchen wollte. Dass Elon Musk am Wochenende Lese-Limitierungen auf Twitter eingeführt hat, war sicherlich noch einmal ein Push.
Aber die Grundfunktionen sind da: Schreiben, Bilder und Videos anhängen (die nicht bei Insta abgelegt werden), liken, kommentieren – alles, was man von Twitter kennt.
Das Spannende wird sein, wie aktiv die Nutzer bleiben. Weil man es beim Setup mit Insta verknüpft und Insta einen riesige Creator- und Marken-Bubble hat, hat man hier einen riesigen Hebel, um Nutzer tatsächlich auf die neue Plattform wandern zu lassen. Neben den Registrierungs-Hürden waren bei Mastodon vor allem auch die Abwesenheit von großen Marken, Bands, Firmen und Creators der fehlende Grund für eine breite Abwanderung von Twitter.

Was Threads fehlt ist die chronologische Reihenfolge der Inhalte. Man bekommt hier alles über einen Algorithmus vorgesetzt. Das bedeutet auch, dass „Lagerfeuer“ oder „Nachrichtenlagen“ schwerer zu verfolgen sind.
Ich bin gespannt, ob das eines der Features ist, die man nachreichen wird – und wie schnell. Während die meisten „Otto-Normal-Nutzer“ die algorithmische Ansicht bei Twitter nutzen dĂĽrften, ist vor allem fĂĽr Heavy User (wie mich) oder auch Journalisten die chronologische Ansicht wirklich entscheidend. Vielleicht hilft hier aber auch die Ă–ffnung ĂĽber das ActivityPub-Protokoll bereits in der nahen Zukunft, um Tools etc nutzen zu können.

Werbung ĂĽbrigens ist aktuell keine Priorität fĂĽr die Plattform – schlau, um Nutzer nicht zu vergraulen … FĂĽr Werbetreibende bedeutet das vor allem auch: Erstmal die Plattform organisch nutzen.

Es wird spannend. Keine der Twitter-Alternativen bisher hatte einen solchen Impact. Keine konnte mit einem solch immensen Wachstum aufwarten – und dabei sind die europäischen Märkte noch nicht einmal da!

FĂĽr Marken ist das Potential einfach zu nutzen. Mit einem Klick ist man angemeldet und kann (erst einmal – auch, wenn ich kein Fan davon bin) die eigenen Twitter-Aktivitäten spiegeln.
Die Anbindung an Tools sollte einfach sein, sobald das ActivityPub Protokoll aktiviert ist.

Threads könnte wirklich die „Twitter-Alternative“ sein, auf die Tausende seit der Übernahme von Elon Musk warten.

Um sich bei Threads anzumelden benötigt man aktuell eine Apple ID außerhalb von Europa. Die ist mit etwas Google-Suche leicht aufgesetzt und die App runtergeladen. Danach könnt ihr mir hier auf Threads folgen


Text vom: 06.07.2023, 14:20 Uhr / Letzte Aktualisierung: 06.07.2023, 14:43 Uhr

Hi, ich bin Thomas

Seit mehreren Jahren schreibe ich über Mobilität, Technologie und die Digitale Gesellschaft. Wenn du magst erfährst du hier mehr über mich.