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· 2 min. Lesezeit

ukraine und der krieg

Es herrscht noch immer Krieg an den Toren Europas.
Russlands Überfall auf die Ukraine beschäftigt den Westen der Welt seit nunmehr fast 3 Wochen. Während sich Deutschland steigender Corona-Zahlen auf seinen „Freedom Day“ freut (*sic* – bleibt doch bitte Zuhause!) fällt der Bevölkerung und Industrie das Atmen schwer, weil die Energiekosten rasant steigen, Sanktionen gegen Russland Lieferketten abknipsen, Flüchtlinge unsere Strukturen überlasten und Geopolitik sich eben nicht bei Markus Lanz oder Twitter erklären lässt.

Welche auch gesellschaftliche Krise da noch auf uns zukommt zeigen die Öl-Preise, die nicht nur Auswirkungen an den Tankstellen sondern auch in der Wohnungswärme haben: Von 85 Cent / Liter ging es hoch auf 2,14 Euro am Freitag. Aktuell liegt der Kurs bei 1,86 Euro. Und während die Spritpreise unmittelbar aufs Konto schlagen, wird das Erwachen für viele noch mit der Nebenkostenabrechnung in einem Jahr kommen …  

Derweil beschäftige ich mich beruflich mit den Auswirkungen des russischen Angriffs in der Kommunikation von Marken.
Während Sascha Lobo im SPIEGEL die „Corporate Social Responsibility“ vieler Firmen feiert, weil sie mit dem Rückzug aus dem Land einen fast schon „heiligen, kapitalistischen Krieg gegen Russland“ führten, sieht die Realität hinter den Kulissen natürlich ungemein komplexer aus.
Firmen entscheiden sich eher selten nur anhand der moralischen Vorstellung einer einzigen Person für den Rückzug aus einem Millionen-Markt. Aber wir leben im Zeitalter des digitalen Kriegs, in dem selbst das Aussenministerium der Ukraine Firmen auf Facebook anprangert, die weiterhin in Russland Geschäfte machen.

Eigene Moral und ausreichend öffentlicher Druck sind aktuell nicht unterscheidbar.

Eins indes ist durchaus wahr, wie es Andriy Fedoriv – Inhaber einer Agentur in Kyjiw – formuliert: „Now, it‘s not about money. It‘s about values. And values is about when you are ready to lose money. And when you are not ready to lose money, it‘s not about values, it‘s just bla bla bla.“

Geld verlieren werden wir alle. Ob wir wollen oder nicht.
Der russische Angriffskrieg ist der letzte Beweis, dass die vom Kapitalismus getriebene Globalisierung als Bewahrer von Frieden und Einigkeit am Ego einiger Alpha-Männchen scheitert. Die Auswirkungen – egal, wie der Krieg nun ausgehen mag – wird die Agenda auf Jahre politisch wie wirtschaftlich neu schreiben.