Durch die aktuelle Ausgabe der ZDF-Anstalt bin ich auf eine Studie aufmerksam geworden. Die belegt, dass AfD-Wähler:innen durch die Zuwendung zur AfD unzufriedener werden, weil die AfD eine Negativ-Spirale befeuert: »Rechtsextreme Bewegungen leben von einer Rhetorik der Negativität und überschwemmen ihre Anhänger mit negativ formulierten Themen und Nachrichten«
Wer sich nicht abwände benötige ein zusätzliches Monatseinkommen von rund 2.500 Euro, um sich nicht mehr „benachteiligt“ zu fühlen.
Der Knackpunkt aber ist: In der Untersuchung empfehlen die Autor:innen den demokratischen Parteien, nicht länger die negativen Themen der AfD zu bespielen. Vielmehr betonen sie: Die Rückgewinnung von Wähler:innen brauche andere, positive Themen oder zumindest die Betonung positiver Aspekte komplexer Themen wie Migration.
AfD Wähler:innen gewinnst du also nicht über AfD Rethorik oder Politik zurück.
Und auch nicht, indem du betonst, Wähler:innen seien zu faul, krank oder unproduktiv. Oder, dass Ausländer ein Problem in Stadtbild, Kriminalstatistik oder der Sozialpolitik seien. Erst recht nicht, wenn währenddessen die Geburtenraten (sowohl bei Deutschen wie auch Immigranten) weiter sinken (weil Politik, Wirtschaft, Welt und Zukunft ungewiss sind … wer soll in 20 Jahren eigentlich mehr arbeiten?)
Das trägt sich mit meiner anhaltenden Kritik einer fehlenden politischen Vision.
Wer dauernd betont, dass es uns schlecht gehe, während seine Partei in 16 der letzten 19 Jahre den Kanzler stellte, der hat ein deftiges Glaubwürdigkeitsproblem. Die Konservative indes versteht nach wie vor nicht, dass der Feind nicht Woke oder Links ist, sondern der Faschismus und die Antidemokratie.
Ich würde sogar soweit gehen: Selbst als Linker könnte ich eine konservative Vision unterstützen, wenn sie denn mal klar formuliert wäre. Ich sehe nur eben keine. Stattdessen fragt sich der Bürger (und damit auch ich): Was ist eigentlich das Ziel der Regierung Merz? Die zentrale Frage wird schlicht nicht beantwortet: Wie soll es uns in 20 Jahren denn ergehen?
Da ist es dann leicht für die AfD, Ängste zu schüren. Genau das ist nämlich ihr Treibstoff. Und statt ihr den wegzunehmen, entzündet man ihn mit den Debatten derzeit einfach …
2 Kommentare
Und dann wählen sie aus ihrem gefühlten Elend und ihrer Blase aus Trostlosigkeit eine Partei, die ihnen das Blaue vom Himmel verspricht und ihnen was vom Pferd erzählt. Erwartungshaltung bombastisch, neues und viel extremeres Frustpotenzial vorprogrammiert, da niemals geliefert wird. Selbst im unwahrscheinlichen und hypothetischen Fall einer Regierungsbeteiligung nicht. Eine Spirale abwärts ins rabbit - hole...da gibt's aber noch nicht einmal Karotten!
#Ich muss da jetzt einfach aus meinem Brief an die SPD zitieren, den ich auch bei mir im Blog veröffentlicht habe: > Eure Chance wäre gewesen, dieses Thema positiv zu besetzen. Ihr hättet all den Menschen, die als „Sozialschmarotzer“ gebrandmarkt wurden, als „Sozialtouristen“, einfach eine Arbeitserlaubnis geben können! Denn die fehlende Arbeitserlaubnis ist ja meist der Grund dafür, dass diese Menschen auf Sozialleistungen angewiesen sind. Ihr hättet die Chance gehabt, die Rahmenbedingungen zu verändern, damit diese Menschen sich hier eine Perspektive hätten aufbauen können. Menschen, die hier im Land sind, die vor Hunger, Gewalt und Folter geflohen sind und die hier nicht nur nach Schutz, sondern auch nach einer Zukunft suchen. Menschen, die in der Pflege oder in der Gastronomie übrigens schon jetzt gebraucht werden, die aber eher im zweiten Ausbildungsjahr abgeschoben werden, weil das System keine Perspektive bieten möchte, sondern nur Abschreckung. https://aquarium.teufel100.de/2025/02/26/26-02-2025-brief-an-die-spd/ Es ist für mich tatsächlich keine neue Erkenntnis, dass wir sehr viel mehr erreichen könnten, wenn wir Themen einfach mal positiv besetzen würden, wenn Politiker*Innen sich einfach mal hinstellen und nur erzählen, was positiv ist und wie andere Dinge noch positiver werden könnten. Stattdessen haben wir Merz ...
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