Von verlassenen Wendekindern

1980 geboren. Zu alt, um die Wende als Ost-Kind nicht mitzubekommen. Zu jung, um sie damals richtig verstanden zu haben. Und doch Glück gehabt, weil meine Vater als Selbständiger mit Geschick durch die Stromschnellen manövrierte und unsere Familie – streng gesehen wohl – zu den Wendegewinnern gehörte.

Im Gegensatz zu ungezählten – vermutlich wohl knapp 1.200 – Kindern, die nicht eindeutiger zu den Verlierern gehören: Kinder, die von ihren Eltern allein im Osten zurück gelassen wurden und ins Heim wanderten.

Offizielle Zahlen gibt es nicht. Vom Osten wurden die Kinder verschwiegen, vom Westen nicht gekannt und so verschwanden sie irgendwo in den Mühlen der Systemumstellung.

Die MDR-Dokumentation Als Mutti in den Westen ging (nach dem Ost-Kinderlied „Wenn Mutti früh zur Arbeit geht“) zeichnet den Weg einiger dieser Kinder nach. Basierend auf einem frühen Film von Eberhard Weißbarth, der Anfang der 90er schon einige dieser Kinder besuchte. Bis 09.06.2025 in der ARD Mediathek.

Es sind herzzerreißende Geschichten. Über die Eltern will ich kein Urteil bilden; zu unterschiedlich auch sind die Gründe hinter jedem dieser Schicksale. Aber es es ist ein wichtiger Film, der eine Facette der Wendegeschichte beleuchtet.


Text vom 17.06.2024 Uhr

Hi, ich bin Thomas

Seit mehreren Jahren schreibe ich über Mobilität, Technologie und die Digitale Gesellschaft. Wenn du magst erfährst du hier mehr über mich.


Kommentare zu diesem Beitrag

Du hast eine Meinung oder Ergänzung zum Thema? Schreib' es auf!

Klicke auf 'Vorschau' für eine Voransicht - erst danach kannst du deinen Kommentar speichern.