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· 3 min. Lesezeit

Von Sicherheitsabstand und Verständnis

Zwei Siebtklässler basteln einen Abstandsmesser an ihre Räder und ermitteln, dass 57 % aller Autofahrer die beiden Kids mit zu niedrigem Abstand überholen. Die meisten dieser 57 % lassen nicht mal 50 Zentimeter Platz – obwohl innerorts das dreifache davon vorgeschrieben ist.

Es gibt Videos und Auszeichnungen für die beiden. Die Stadt baut im Zuge einer Straßenumgestaltung jetzt ein paar Meter Radweg.

Über wen nicht gesprochen wird: Die 57 % Autofahrer, die nicht nur die beiden Schüler gefährden, sondern täglich Tausende Radfahrende überall.

Die Zahl der Autofahrer, die mich so im Alltag korrekt überholen, hat sich in den letzten zwei Jahren gefühlt erhöht. Das muss man zugestehen. Trotzdem nervt es mich, dass es oftmals nach wie vor an Verständnis von Autofahrenden fehlt, was es bedeutet einen Radfahrenden zu eng zu überholen. Erst Recht Kinder – 57 % zu eng? Wtf.

Ich würde mir wünschen, dass Autofahrende die Menschen auf Zweirädern ein bisschen Ernster nehmen.
Und wir mal den Hass streichen: Ja, es gibt Radfahrende, die sich dumm verhalten. Ist bei Autofahrenden und zu Fuß gehenden Passanten ebenso. Würde ich den Hass auf diese Verkehrsteilnehmer mit mir permantent rumtragen, würde ich nur noch Autotüren mit Schlüsseln zerkratzen und Menschen Füße stellen.

Ich fahre Auto, Fahrrad, bin zu Fuß mit dem Hund unterwegs, … Ich kenne alle drei Perspektiven. Und sicherlich habe ich bei allen drei Tätigkeiten mal einen Schnitzer, schlechten Tag oder unaufmerksame Sekunde. Tut mir leid.
Aber genau das sollten wir alle ein bisschen in uns tragen: Nobody is perfect.
Und genau deshalb sollte ich Acht geben. Und mal durchatmen. Bei Menschen auf zwei Beinen bremsbereit sein, bei Radfahrenden genug Abstand lassen (1,5 Meter innerorts, 2 Meter außerorts – Regel: du musst mit dem Auto zwangsläufig auf die andere Spur, isso) und bei Autos mal mitdenken wenn es um Bremswege, Kurvenwinkel (Stichwort Lkw) und Tempo geht. Pro-Tipp an Autofahrende: Fahrräder sind heute in 80% der Fälle schneller, als noch zur Zeit eurer Fahrstunde – rechnet mit 20 bis 30 km/h …

Was ich sagen wollte: Den beiden Kids sei jeder Preis gegönnt, dass sie aber überhaupt sowas basteln müssen, zeigt wie wenig Miteinander auf Deutschlands Straßen herrscht.

Einen Abstandswarner übrigens kann man als Radfahrer:in auch kaufen – der blendet von hinten kommende Autos auf dem Radcomputer ein. Schick, wenn es dem eigenen Sicherheitsgefühl dient. Beispielsweise Radar-Rücklicht von Wahoo (Amazon Affiliate Link) oder von Garmin.

6 Kommentare

  • Bruno – 18.09.2026, 11 Uhr

    Es gibt noch die Steigerung. Wenn man den Dooring-Abstand einhält und die Autos hupen, weil sie nicht überholen können.

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  • Christian Buggisch – 18.09.2026, 12 Uhr

    Sehr wahr. Ich bin auch lange Motorrad gefahren, daher kenne ich auch diese Perspektive. Übers Abstand halten schrieb ich schon vor Jahren mal ziemlich verzweifelt (und natürlich völlig wirkungslos): https://buggisch.wordpress.com/2020/07/20/radfahrer-ueberholen-unfassbare-neuigkeiten-fragen-und-antworten/

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  • holger – 18.09.2026, 12 Uhr

    Innerorts erschrecke ich mich eher, wenn so derartig weit vom Fahrrad entfernt überholt wird. Da täte vielleicht etwas weniger Gas besser, dann kann man gerne auch in Armlänge überholen.

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    • Thomas Gigold – 18.09.2026, 23 Uhr

      In Armlänge will ich ehrlich gesagt nicht überholt werden um ehrlich zu sein. Wenn der Verkehr schleicht, okay. Aber mit normalen Tempo – in der Stadt bin ich zwischen 25 und 40 km/h schnell, das Auto 50 bis 60 … da ist Armlänge wirklich uncool 😅

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  • Norbert – 18.09.2026, 19 Uhr

    Ich tu mir mit dem Thema mittlerweile echt schwer. Deswegen, weil ich nicht verstehen kann, was in den Köpfen mancher Autofahrer vor sich geht. Manchmal steht nicht nur reiner Egoismus im Raum, sondern auch Dummheit

    Wie ist es anders zu erklären, dass Autofahrer Radfahrer mit Gegenverkehr überholen? Das sehe ich täglich im Straßenverkehr, egal, ob ich zu Fuß, nut dem Rad, oder ebenfalls mit dem Auto unterwegs bin. Natürlich kann der Mindestabstand zum Radfahrer so nicht eingehalten werden, allerdings wird die Person auf der Gegenfahrbahn zum Bremsen und Ausweichen genötigt, was wiederum zu gefährlichen Situationen führen kann.

    Natürlich kann man dem mit Regeln etc. entgegenwirken, aber ist ja niemand da, der das kontrolliert...

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  • maik – 18.09.2026, 22 Uhr

    1.50 m ist ja nun nicht derartig weit vom Fahrrad. Und beim überholen Gas zu geben, ist doch normal. Oder soll ich langsamer werden, wenn ich einen Radler überhole?

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