Seit drei Jahren trage ich ein Whoop an meinem linken Handgelenk.
Der smarte, bildschirmlose Tracker ist mein steter Begleiter – Tag und Nacht, 365 Tage im Jahr. Seit drei Jahren habe ich das Ding im Grunde nicht mehr abgenommen. Er trackt meinen Schlaf, meine Gesundheit, meine Trainings. Verbunden mit meinem Garmin-Radcomputer hat er auch den Garmin Brustgurt als Herzfrequenz-Monitor ersetzt.
Wieso man so ein Gerät überhaupt trägt, tragen will, soll, kann oder will mag jeder Mensch selbst für sich entscheiden. Mir geht es weniger darum, in Daten abzutauchen – ich trage ihn als virtuellen Arschtreter: Wen ich sehe, dass ich heute eigentlich fit bin aber noch nicht gemacht habe, dann hilft mir das Whoop den inneren Schweinehund zu überwinden. Gleiches mit Schlaf: Das Whoop hilft mir, auch mal früher ins Bett zu gehen.
Vor dem Whoop hatte ich eine Apple Watch um meine Werte im Auge zu behalten. Mich nervte aber recht zügig das ständige Aufladen. Das Whoop hält in der aktuellen Generation 14 Tage durch. Weil es keinen Bildschirm hat, bin zumindest ich nicht ständig verleitet drauf zu schauen. Und auf der anderen Seite stört es nicht … Aufladen geht zudem über eine kleine „Powerbank“, die getrennt geladen wird und dann einfach draufklickt werden kann – so muss man das Whoop nicht vom Handgelenk nehmen.
Whoop war lange konkurrenzlos. Was sich auch im Preis niederschlägt.
Das Armband selbst kostet nichts, dafür muss man das recht teure Abo zahlen – 30 Euro im Monat, oder 260 Euro im Jahr.
Seit einem Jahr wächst nun der Wettbewerb.
- Der Amazfit Helio Strap schneidet in Tests wirklich sehr gut ab und ist für nur 99 Euro erhältlich, ohne Abo oder große andere Dinge
- Vor ein paar Wochen hat Google das Fitbit Air vorgestellt. Auch dieses kostet 99 Euro.
- Und heute nun hat Garmin das lang erwartete CIRQA Smart Band vorgestellt. Preis: 199 Euro.
Damit sortiert sich Garmin als „Premium“-Angebot unter dem Luxus-Anspruch von Whoop ein, ist aber auch doppelt so teuer wie die beiden großen Konkurrenten Google und Amazfit.

Alle Bänder halten im Mittel um die 10 Tage mit dem Akku durch und sind einigermaßen gleich groß. Das Fitbit ist das schmallste.
Alle tracken Trainings, Puls und HRV und Schlaf. Und alle sagen dir im Grunde, wie fit und trainingsbereit du bist. Dafür gibt es jede Menge Zahlen, Skalen und teilweise auch KI-Assistenten und Trainingsplänen – die letzten beiden Sachen jeweils mit zusätzlichen Abos, u.a. bei Google für KI oder bei Garmin für Pläne. Alle Grundfunktionen ums Tracking etc. sind jedoch kostenlos.
Was das Whoop aus meiner Sicht bisher „unschlagbar“ macht:
Zum einen kann ich es laden, während ich es am Arm trage. Der Vorteil: Kein zusätzliches Kabel irgendwo, kein Ablegen, kein „vor dem Training ans Laden“-Denken. Zum anderen hat das eine Tagebuch-Funktion, die einem bei Gewohnheiten hilft. Und dann wäre das das lustige „Bio-Age“-Feature, welches mir schmeichelt, dass ich aufgrund von Fitness, Schlaf und Gesundheit mittlerweile 6 Jahre jünger bin als die Zahl auf meiner letzten Geburtstagstorte angab.
Im November erneuert sich mein Whoop-Abo und schon im letzten Jahr habe ich überlegt, ob es sich lohnt. Dieses Jahr könnte das Garmin CIRQA eine echte Alternative sein – dank Radcomputer bin ich sowieso schon in der App, und die Verlockung nur noch 1x zu zahlen ist groß. Zudem scheint Garmin die Werte in den Vordergrund zu stellen, auf die ich wirklich Wert lege: HRV, Schlaf, eine klare Analyse von Trainingsbereitschaft und Erholbedarf.
Auch das Garmin-Band kann man nicht am Handgelenk laden.
Scheinbar sieht keiner der Wettbewerber dieses Feature als relevant genug an – für mich war es bisher das Feature, was mich doch noch immer wieder vom Whoop überzeugt hat. Das Tagebuch hat Garmin auch. Das „Biologische Alter“ ist ein nettes Gimmick, wäre für mich aber trotzdem jetzt nicht das ausschlaggebende Feature, um bei Whoop zu bleiben.
Alle Bänder übermitteln ihre Daten zur Auswertung natürlich in die Heimatquartiere der Anbieter. Das ist mir bei Google ein bisschen unangenehmer, als bei den anderen. Amazfit kommt aus China. Garmin kommt aus der Schweiz, sitzt aber in den USA, wo auch Whoop sitzt.
Ich bin wirklich gespannt auf die ersten Vergleichstest zwischen den vier Geräten. Noch habe ich ein paar Wochen Zeit um mich für 2027 zu entscheiden … Aber wenn das Garmin einigermaßen okay abschneidet und in den Abmessungen nicht dicker aufträgt als das Whoop, dann werde ich diesmal wohl wechseln.
2 Kommentare
Falls es zur Entscheidung beiträgt: Garmin kann auch biologisches Alter (dort Fitnessalter genannt). Ansonsten spannende Entwicklung. Ich werde dennoch bei meiner Fenix 7X mit Display bleiben, da ich gerne die Daten (auch während meiner Läufe) direkt parat habe.
#Danke für die Info! Beim Radfahren hab' ich die Infos eh auf dem Computer, bei allem anderen lass ich mich einfach zu sehr ablenken 😂 Und dazu will ich auch meine Schlafdaten, dafür die doch größere Uhr am Arm zu lassen ist eher keine Option.
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