Die älteste Sache in meinem Besitz
… Thomas Rigby fragt sich (und antwortet), was die älteste Sache in seinem Besitz ist.
Nun bin ich weder der groß emotionale, noch sentimentale Typ. Trotzdem überdauern natürlich einige Dinge die Zeit. Nach dem Umzug vor knapp drei Jahren sind es deutlich weniger – 14 Jahre an Dingen aus einem Haus mit Keller und Dachboden in eine Wohnung zu verbringen fordert Opfer.
Die meisten Dinge, die hier älter als 5 Jahre sind, sind Schnipsel von Erinnerungen. Eine Eintrittskarte von einem Event vor 20 Jahren, eine Geburtstagskarte von Kind2 an Mama von vor 15 Jahren – Dinge, die beim Umzug einen halben Karton einnahmen; der steht heute an einem lichtscheuen, trockenen Platz. Ansonsten gibt es noch ein paar Dinge wie das LEGO Ghostbusters-Set von 2014, ein Star Trek-Siedler von Catan von 2013 oder einige LEGO-Steine, die ich aus meiner 1990er-Jahre-Kindheit noch immer habe.
Es gibt aber drei Dinge, die wirklich alt sind und mir ein bisschen was bedeuten.
Zum einen eine alte, ziemlich schmucklose Truhe. Nicht die Schönste. Irgendwann als Jugendlicher auf dem Dachboden meiner Eltern entdeckt, mit 15 Jahren oder so neu lasiert (und seitdem nicht mehr), dient sie mir seitdem als Couchtisch. Und so steht sie, die Jahre überdauernd heute noch zwischen Couch und Fernsehschrank. Hat Hunde, Kinder und die Zeit miterlebt. Keine Ahnung von wann die ist … Und ein Bild erspare ich dir an dieser Stelle.
Das Älteste in meinem Besitz befindliche Sache, die ich BEKOMMEN habe aber ist er.
Ich habe keine Ahnung, wie er es geschafft hat, nie verloren, entsorgt oder vergessen zu werden. Aber dieser Teddy hält sich jetzt bereits seit 40 Jahren in meinem Besitz. Kratzig, rau. Bis auf die Erinnerung, wie ich ihn bekam, kann ich übrigens nicht einmal sagen, ob und wie "eng meine Beziehung" zu dem Bär in Kindertagen war. Gerade aber, weil ich mich erinnere, wie ich ihn bekam, ist er eben wertvoll: Er saß nämlich irgendwann mal in meinem Bett, als ich vom Kindergarten nach Hause kam – und war ein Geschenk meines Vaters, dass er einfach so, ohne Anlass gemacht hatte. Eine für ihn durchaus bemerkenswerte Geste (man verstehe das nicht falsch; Emotionalität war nicht so seins…)

Noch ein bisschen älter könnte dieses Schild der Firma meines Vaters sein. Das fuhr an einem Pferdekutschwagen durch die DDR. Es gab noch eine Version mit dreistelliger Postleitzahl (Bild auf Instagram), die dann mindestens aus den 1960ern kommen müsste – die ist bei einem anderen Verwandten untergekommen. Dieses Schild jedenfalls dürfte aus den 80er Jahren stammen; damals natürlich handgemalt. Keine Sache die ich bekommen, sondern mir beim Tod meines Vaters mitgenommen habe…

Im Haushalt gibt es sonst noch eine Handvoll Bücher, die vor 1980 datieren – das Älteste ist heute 101 Jahre alt. Was wild ist, weil es deutlich macht, dass mein Vater in 2 Jahren 100 Jahre würde. Die Bücher allerdings brachte die Frau mit – streng gesehen, ist's also garnicht "meins" … 😅
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Dein Vater fuhr mit einem Pferdekutschwagen? Bist Du da nicht etwas in der Zeit verkommen? Das müsste ja frühes 20. Jahrhundert gewesen sein, oder gab es das in der ehemaligen DDR noch länger?
Meine Familie hat väterlicherseits eine lange Geschichte mit Fuhrwerk; früher eben mit Pferden. Aus der Tradition heraus hatte auch mein Vater noch bis in die 90er hinein neben LKWs auch Pferde. Die wurden in den 80er und 90er Jahren primär für Kutsch- und Kremserfahrten eingesetzt – also eher touristisch mit Menschen als "Transportgut". Ein Pritschen-Pferdehänger stand bei uns aber bis zum Schluss auf'm Hof.
Selbst im Westen gingen die letzten Pferde als Arbeitstiere erst in den 70ern in Rente – das letzte Grubenpferd: https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag5160.html … 1966 war mein Vater 38 😉