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Algorithmen sind Gift für uns alle – nicht nur für Kinder

Ich bin – als dreifacher Vater – ja gegen ein Social-Media-Verbot für Kids. Überall auf der Welt (Australien voran, Frankreich, Spanien, Niederlande, Indien, …) machen es sich Politiker gerade ziemlich einfach, indem sie genau so ein "Social Media-Mindestalter" fordern.
Als nächstes wird die CDU auf ihrem Parteitag am 20.02 wohl darüber abstimmen

Das Ding ist: Auch als Erwachsener will ich den süchtig machenden, manipulativen und schrecklichen Dingen auf Social nicht ausgesetzt sein. Wenn ein Schutz dann zusätzlich mit einer faktischen Ausweispflicht in einem öffentlich digitalen Raum verknüpft wird, dann bewegen wir uns schnell in sehr dystopischen Welten.

Dabei haben wir bereits Gesetze und Hebel, um gegen genau die Mechanismen vorzugehen, die hier immer als "Jugendschutz" vorgeschoben werden.

Wenn man Social Media derzeit immer mit Alkohol vergleicht und deshalb einen Jugendschutz fordert, dann halte ich dagegen: Bier ist verboten, weil du den Alkohol nicht rausbekommst. Alkoholfreies Bier indes kann lt. Gesetz auch ein Kind kaufen.

Wer bitte will denn manipulative Algorithmen? Lass uns doch lieber für alle das Gift aus den Algorithmen holen, wenn wir wissen, dass sie nicht nur Kindergehirne, sondern auch erwachsene Meinungen und Demokratien zerfressen.

Insofern freut mich die heutige Meldung, wenn die EU Kommission feststellt, dass TikTok mit seinem "süchtig machenden Design" gegen das EU-Gesetz über digitale Dienste verstößt. Weil es eben deutlich macht, dass das nicht nur für Kinder Scheisse ist, sondern für uns alle.

Jetzt bitte nur eben die richtigen Konsequenzen daraus ziehen, liebe EU.

(Zuerst veröffentlicht auf LinkedIn)

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