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Hegt die Bäche, entflieht den reißerischen Strömen

Die Epoche der sozialen Medien ist vorbei – weil sie nicht mehr sozial sind. Geopfert auf dem Altar des Kapitalismus, erdrosselt von den Viren der Algorithmen. Social Media ist nur noch TV, und meistens laufen billig produzierte Infomercial. Geistiger oder sozialer Wert steckt nur noch in den wenigen Seitenarmen des stetig wachsenden, reißenden Fluten der großen Ströme in den umzäunten Gärten der Plattformen.

Außerhalb dieser Raubritterburgen jedoch entspringt hier und da eine neue Quelle – entstehen neue kleine Bachläufe an deren Ufern kleine Newsletter, Blogs und Communities zu zelten beginnen. Kleine Bäche, die versiegten, als die digitalen Festungen von Facebook und Co. erbaut wurden. Und um diese Stege und Lagerplätze scharren sich versprengte Gruppen, die nach Nähe, Austausch und Gespräch dürsten, die sie im lauten Rauschen der riesigen Content-Flüsse innerhalb der Gärten nicht mehr hören konnten.

Ich hoffe, 2026 fangen noch mehr Menschen zu zelten an. Auf das mehr dieser Plätze entstehen, zwischen denen man hin und her reisen, sein Zelt aufschlagen und lauschen kann, während Vögel singen und der Bach ganz leise und sanft vor sich hin plätschert.

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