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· 2 min. Lesezeit

Handgedacht, mit Hilfe der KI gemeiselt

In dieser Debatte um KI-Kennzeichnung von persönlichen Blogs kam von einigen Menschen der Gedanke: Wenn niemand eine /ai Seite anlegen will (aus welchen vorgeschobenen Gründen auch immer), wie wäre es mit der Kennzeichnung von „handgemacht“?

Finde ich charmant.
Und während ich noch so darüber nachdenke, kommt Dirk mit einer noch viel netteren Version: Handgedacht.
Einem „Güte-Siegel“ für den eigenen Gedanken, während Ausführung und Werkzeug sekundär sind.Es ist ein Spin, den manch eine:r in der Diskussion schon hatte: Eine KI-Kennzeichnung beginnt denn wann? Bei Struktur, Korrektur, Anreicherung?

Ich habe eine /ai-Seite auf der ich ein klares Statement habe. Aber für manche:n ist‘s so einfach nicht. Dann wird die Seite diffus. „Handgedacht“ ist keine Selbstläuterung. Kein Bekenntnis gegen KI, sondern ein Güte-Siegel für den eigenen Kopf. /ai sagt was zum Werkzeug /handgedacht etwas zum Werken.

Ja, beides sind unüberprüfbare Selbstauskünfte. Und auch „handgemacht / handgedacht“ entfernt eine gewisse Unschärfe nicht. Am Ende verstehe ich schon, wenn man sich dagegen wehrt: Beide Labels – oder besser, das Fehlen derer – sind eine implizite Anklage. Und gleichzeitig gibt es in der /ai-Diskussion eben nur schwarz und weiß: keine AI oder eben kein Label.

Am Ende – auch, wenn manche eine:r die Debatte als Angriff auf das eigene Schaffen sieht – sehe ich es immer vom Standpunkt dessen, was ich bin: Jemand, der gern liest. Jemand, der schriftliches Handwerk liebt. Jemand, dem die Entwertung von Text an die Nieren geht – und der gleichzeitig nicht KI-Zeug lesen will.

Und na klar haben Autoren schon immer Lektoren genutzt, Rechtschreibprogramme und Übersetzer. Aber kein Blog hatte vor fünf Jahren eben einen Lektor. Und vielleicht bin ich am Ende dann doch nur der alte hadernde Mann, der vielmehr mit dem eigenen Anspruch als der schon immer irgendwie vorhandenen Realität ringt.

Übrigens: Ich habe nichts gegen KI. Ich nutze sie im beruflichen Alltag rege – zur Erstellung von Präsentationen, Texten, zum Coden, … Die Frage, die mich beschäftigt ist keine rechtliche sondern eine moralisch-künstlerische. Wo hört der Künstler auf und beginnt der Ghostwriter Chatty mitzureden, wenn man so will. Davon muss sich übrigens niemand angegriffen fühlen. Dein Blog, deine Regeln. Das hier ist mein Blog, und ich notiere in die Weiten des Internets hinein meine Gedanken dazu.

2 Kommentare

  • Horst Schulte – vor 48 Minuten

    Die Begriffe sind schön. Allerdings gibts ja Mischformen. Wie stellen wir das an?

    * Recherche – KI half bei Faktencheck, Quellen, Zitaten oder Hintergrundinformationen.
    * Lektorat – KI half bei Sprache, Grammatik, Kürzung oder Struktur.
    * Mitarbeit – einzelne Formulierungen, Abschnitte oder Argumentationsschritte entstanden im Dialog mit KI.
    * KI-Entwurf – wesentliche Teile des Textes wurden von KI formuliert und anschließend redaktionell bearbeitet.

    #Antworten
    • Thomas Gigold – vor 2 Stunden

      Wie geschrieben: Unschärfen bekommst du nicht weg; ich würde aber behaupten, dass "handgedacht" die oberen drei einbeziehen würde, während bei vier ganz klar kein "denken" mehr stattfindet.

      #

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