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· 3 min. Lesezeit

KI-Kennzeichnung in Blogs

LLMs und "KI" werden zunehmend zu Werkzeugen auch in persönlichen Blogs – und führen zur Diskussion: Wie offen will ich meinen Leser:innen gegenüber sein, wie kennzeichne ich? Denn als Leser will ich eigentlich gern wissen, ob etwas aus einem LLM kommt.

Weil das Thema „KI Texte / Bilder in (persönlichen) Blogs“* ja immer wieder aufkocht, frage ich mich, wie man Nutzung in Blogs eigentlich kennzeichnen könnte … natürlich immer vorausgesetzt, man will es.

Es gibt ja bereits die Slashes-Seite /ai, die man pflegen kann.
Hier bei mir. Und bspw. auf UberBlogr als Erklär-Seite.

Neulich schrieb Marina Bolotnikova auf VOX, dass wir alle wohl nun eine KI Policy benötigten.
Und ich stimme zu. Das ist die Rolle, die /ai übernehmen soll. Zu erklären, wie ich KI einsetze – oder eben nicht. Bolotnikova zitiert dabei Hank Greens (ein YouTuber) vier eigene Regeln: Kein Skripts wird von einem LLM geschrieben, redigiert oder gegliedert. Die These eines Inhalts stammt immer von einem Menschen. Keine KI-generierten Bilder oder Musik. LLM-Outputs gelten nie als Quelle. (Übrigens hier im Blog vor exakt einem Jahr schonmal formuliert).

Das Ding ist – nicht mal bei „Keine generierten Bilder“ können wir Blogger uns einigen. Obwohl gerade die wohl die sinnloseste aller KI-Erfindungen ist. Nunja.

Ich frage mich nun aber eben – weil die Diskussion, was menschlich ist in Blogs, köchelt: Wie können wir denn möglichst offen damit umgehen, wenn selbst die neue EU-Verordnung ja sagt: Solange nochmal ein Mensch drüber schaut, muss ein KI-erschaffener Text nicht gekennzeichnet werden. Abgesehen davon, dass einige es ja nicht mal wollen, müssen sie es eben auch nicht.

Nun liegen natürlich auch ganz individuelle Grenzen vor. Während für manchen bereits ein Lektorat als zu viel KI gilt, ist bei anderen die Grenze bei überwiegend von der KI-generierten Texten Schluss. Und wieder andere, erkennen nicht mal einen Unterschied – in Tests schneidet die Mittelmäßigkeit von KI-Texten gar besser gegenüber Autorenarbeit ab.

Zurück zur Frage, die mich aufgrund der Diskussion in den letzten Tagen gerade auch mit Blick auf UberBlogr bewegt:
Wie wollen wir eigentlich unseren Lesern gegenüber offen und sauber kommunizieren?
Die /ai Seite wäre ein Anfang. Ein Marker bspw. bei UberBlogr („Ich nutze KI“) als Selbstverpflichtung?
Und gibt (oder könnte es geben) einen maschinenlesbaren Tag (meta-Tag bspw), der ggf auch die Nuancen von Text, Bild, Lektorat und Erschaffen abbilden könnte?

Um das „Problem“ für UberBlogr zu lösen, schlug Denis vom loggbok eine „Selbsterklärung“ der UberBlogr-Mitglieder im Profil vor. Das gefällt mir, wobei ich es dann einfacher finde die Idee der /ai-Seite weiter zu verbreiten und dann einfach in den Profilen zu verlinken. Der nächste Schritt wäre dann aber eben eine Maschinenlesbarkeit, dann könnte man die Auszeichnung noch granularer machen.

Klar, ich bin hier nur ein kleiner Spielplatz, der die Frage stellt. Aber ich bin interessiert … kann doch unmöglich sein, dass ich der Erste bin, der sich das fragt? 😅

* Ich hatte hier schon geschrieben, dass ich KI-verfasste oder -korrigierte Texte in persönlichen Blogs für überflüssig halte

Anderswo zum Thema

8 Kommentare

  • Tommi – 22.08.2026, 12 Uhr

    Die Angabe einer AI-Slash-Seite im Profil, finde ich eine gute Idee. Am Ende steht und fällt diese aber damit, ob die Bloggenden diese auch führen und ehrlich (!) ausfüllen. Aber das wird vermutlich bei allen möglichen Ideen und Wegen der Fall sein.

    Einen Marker wie "Ich nutze KI" finde ich schwierig. Denn wo ist da die Grenze, ab wann man den setzen muss/soll? Nur weil 20 von 15000 Bildern/Grafiken auf dem Blog per KI generiert wurden? Oder nur, wenn der Text komplett von eine KI erstellt wurde?

    #Antworten
  • Christian Buggisch – 22.08.2026, 13 Uhr

    Eine Extra /ai Seite habe ich überlegt, aber verworfen, weil fast nichts draufstehen würde. Den knappen Kommentar zu KI im Blog habe ich daher auf der „Über mich“ Seite untergebracht, wo zum Beispiel auch die Kommentarregeln stehen: https://buggisch.wordpress.com/about/

    #Antworten
  • Sven – 22.08.2026, 16 Uhr

    Ich bin ehrlich, ich bin doch langsam nur noch genervt von dem Thema. Ich habs vor ein paar Wochen mal [aufgeschrieben](https://aquarium.teufel100.de/2026/07/22/22-07-2026-bloggen-und-ki-jetzt-schreib-auch-ich-was-dazu/)

    Eine Kennzeichnung wäre cool, auch die ai-Slash-Page ist spannend, wenn Menschen KI in ihrem Blog verwenden. Aber am Ende ist halt jeder Blog die Spielwiese des Bloggenden dahinter und jede Person definiert halt auch für sich, was Bloggen für ihn*sie ist.

    Ich selbst nutze keine KI in meinem Blog und habe deswegen die human.json eingebunden. Ich finde, dass das eine gute Idee ist, um den eigenen Blog zu markieren und anderen die Möglichkeit zu geben, zu erkennen, ob ein Blog von Menschen beschrieben wird oder eben nicht.

    https://codeberg.org/robida/human.json

    #Antworten
    • Thomas Gigold – 22.08.2026, 17 Uhr

      Ich bin da bei dir, Sven. Soll jeder machen, ich will als Leser halt gern eine Chance haben es zu wissen (mir rollen sich bei KI-Bildern die Nägel nach oben – da bin ich dann viel mehr raus als bei Text, dem man es oftmals nicht anmerkt). Und die Diskussion kam nun eben wg. des verlinkten Blogs erneut auf …

      Die human.json schaue ich mir mal an … Der Charme an /ai ist eben, dass selbst Non-Tech-Nerds sie auf einem Blog einfach anlegen können.

      #
  • Lorenzo – 22.08.2026, 20 Uhr

    Hallo Thomas,

    nachdem ich deinen Beitrag noch einmal genauer gelesen habe, kann ich deine Position besser nachvollziehen. 😊 Du unterscheidest ja durchaus zwischen KI als Werkzeug – etwa zum Brainstorming oder als Lektor – und dem vollständigen Überlassen des eigenen Denkens und Schreibens an eine KI. Letzteres sehe ich genauso kritisch wie du.

    Bei mir kommt KI allerdings eher in der ersten Kategorie zum Einsatz. Ich schreibe nicht einfach einen Prompt und veröffentliche anschließend den daraus entstandenen Text. Die Themen meiner Beiträge, meine Erlebnisse, Gedanken und Meinungen stammen von mir. Auch was letztlich veröffentlicht wird, entscheide ich selbst.

    Ich nutze KI vor allem, um aus meinen eigenen Gedanken einen strukturierten und gut lesbaren Blogbeitrag zu erstellen. Gerade weil ich nicht sprechen kann und über eine Sprach-App kommuniziere, ist das für mich eine praktische Unterstützung beim Formulieren. Das bedeutet für mich aber nicht, dass mein Blog dadurch weniger persönlich wird.

    Im Gegenteil: Ich habe das Gefühl, dass ich durch die Unterstützung meine Gedanken besser zu Papier beziehungsweise auf den Bildschirm bekomme. Meine persönliche Sichtweise bleibt dabei erhalten.

    Deshalb würde ich nicht sagen, dass KI mein Schreiben übernimmt. Sie ist für mich ein Werkzeug, ähnlich wie andere Hilfsmittel, die mir beim Schreiben zur Verfügung stehen. Selbstverständlich lese ich die Texte anschließend und ändere Dinge, wenn sie nicht so klingen, wie ich es möchte.

    Deinen Wunsch, keine vollständig von KI geschriebenen persönlichen Blogtexte lesen zu wollen, kann ich deshalb durchaus nachvollziehen. Ich würde jedoch nicht jede KI-Unterstützung automatisch damit gleichsetzen. Zwischen „Die KI schreibt meinen Blog“ und „Die KI hilft mir, meinen eigenen Blog zu schreiben“ liegt für mich ein großer Unterschied.

    Und genau deshalb empfinde ich meinen Blog auch weiterhin als meine persönliche Plattform. Die Gedanken darauf stammen von mir – ich habe nur ein digitales Werkzeug dabei, das mir hilft, sie besser zu formulieren.

    Liebe Grüße
    Lorenzo

    #Antworten
  • Lorenzo – 23.08.2026, 01 Uhr

    Hallo Thomas,

    einen Punkt möchte ich noch deutlich machen, weil er mir tatsächlich wichtig ist: Du erwähnst in deinem Beitrag auch einen Marker bei UberBlogr. Auch damit könnte ich nicht leben.

    Ich möchte weder einen KI-Marker noch einen Melde-Button und erst recht keine Instanz, die darüber entscheidet, wer „richtig” oder „falsch” bloggt.

    Ich kann damit leben, dass jemand meine Art, KI zu nutzen, nicht gut findet. Natürlich kann jede:r selbst entscheiden, ob er oder sie meinen Blog lesen möchte. Das ist für mich völlig in Ordnung.

    Aber ich möchte nicht, dass meine Beiträge mit einem KI-Label versehen werden oder eine Plattform darüber wacht, wie ich meinen Blog betreibe.

    Ich möchte einfach bloggen – mit den Werkzeugen, die ich für sinnvoll halte.

    Sollte UberBlogr irgendwann in diese Richtung gehen, wäre ich dort raus. Das ist keine Drohung, sondern meine persönliche Konsequenz.

    Ich möchte weder einen Blogger-TÜV noch eine Instanz, die darüber entscheidet, wer „richtig” bloggt. Genau das wäre für mich die falsche Entwicklung.

    Liebe Grüße
    Lorenzo

    #Antworten
  • Lorenzo – 23.08.2026, 01 Uhr

    Hallo Tommi,

    bei der AI-Slash-Seite bin ich tatsächlich anderer Meinung. Ich finde die Idee überhaupt nicht gut, selbst wenn sie freiwillig wäre.

    Für mich ist KI ein Werkzeug, das ich beim Bloggen nutze. Ich möchte deshalb nicht dauerhaft in meinem Profil ausweisen müssen, welche Werkzeuge ich für meine Beiträge verwende. Meine Leser:innen sollen meine Inhalte beurteilen können, ohne anhand eines KI-Hinweises entscheiden zu müssen, ob ein Blog „echt“ genug ist.

    Und deine Frage zum Marker zeigt für mich eigentlich sehr schön das Problem: Wo zieht man die Grenze? Wenn ich eine KI zum Formulieren nutze? Wenn ein Bild KI-generiert ist? Wenn nur ein Teil eines Bildes mit KI entstanden ist? Wenn ich eine KI zur Recherche einsetze?

    Genau deshalb halte ich solche Marker für problematisch. Sie suggerieren eine Eindeutigkeit, die es bei der tatsächlichen Nutzung von KI gar nicht gibt.

    Ich möchte jedenfalls weder einen KI-Marker noch eine AI-Slash-Seite in meinem Profil haben. Sollte daraus bei UberBlogr irgendwann eine verpflichtende oder kontrollierende Lösung werden, wäre das für mich eine klare Grenze.

    Ich finde, wir sollten Blogger:innen einfach selbst entscheiden lassen, welche Werkzeuge sie verwenden und wie sie ihren Blog gestalten. 😊

    Liebe Grüße
    Lorenzo

    #Antworten
  • Boris – vor 3 Minuten

    Ich poste selten, aber gelegentlich Bilder in meinem Blog, die ich mit bilderzeugenden Modellen lokal auf meinem PC erstellt habe. Dafür habe ich eine Kategorie im Blog, für die ich ein endeutiges Beitragdbild verwende. Meist poste ich den Prompt und das Modell, mit dem ich das/die Bild/er erzeugt habe.

    Das muss reichen.

    Was ich ansonsten vom Einsatz von LLMs zu Blog-Texten halte, habe ich angelegentlich schon geäußert.

    Eine Manifestseite /ai werde ich nicht anlegen, auch keine Seite /smartphone oder /stock, wo ich Haltung erkläre zur Verwendung von notorisch hochformatigem Smartphone-Knips- oder Video-Slop, wie er milliardenfach das Netz zumüllt, oder gar Stockfoto-Slop zur angeblichen "lesefreundlichen Auflockerung" von Textbeiträgen, die ursprünglichste Bilderseuche in Druck und Netz.

    #Antworten

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