»Vor uns liegt jetzt eine sehr große Kraftanstrengung«, sagt Friedrich Merz am Montag vor der Presse im Konrad-Adenauer-Haus.
Das ist wohl korrekt.
Und zwar die, weiterhin Friedrich Merz dabei zusehen zu müssen, wie er mangels jeglicher Einsicht und Empathie weiter die CDU und die Demokratie zerlegt.
Es kostet mich schon jetzt recht viel Kraftanstrengung, nicht jeden Morgen schreiend aufzustehen sondern den Tag einigermaßen gefasst zu absolvieren. Nach Abenden wie dem vor drei Wochen in Sachsen-Anhalt oder gestern in Mecklenburg-Vorpommern komme ich jedoch ins Straucheln.
Mit seiner Weltuntergangserzählung des deutschen Wirtschafts- und Sozialstaates hat Friedrich Merz viel zum aktuellen Status beigetragen. Wenn er dann, wie gestern Abend, mahnt, man solle endlich mal wieder „normal miteinander reden“ würde ich ihm sogar zustimmen – das Problem ist halt, dass Friedrich damit angefangen hat, indem er erst die Vor-Regierung und dann alle grünen und linken Wähler als Spinner bezeichnete, anschließend alle anderen auch noch als faul und krank, …
Wir brauchen jetzt eine Kraftanstrengung, sagt Friedrich. Ich weiß überhaupt nicht, zu wem er das noch sagt. Der Bevölkerung, die jetzt schon erschöpft stöhnt oder zu sich selbst.
Ich geh jetzt mal raus. Atmen. Atmen hilft. Manchmal verwandelt das sich auch in Seufzen. Oder Schreien. Aber auch das macht ja frei. Und ist meine Kraftanstrengung.
Ich bin ja in der glücklichen Situation, keine Lösungen finden zu müssen für diese Probleme. Ich fand aber auf der anderen Seite auch schon immer, dass Friedrich Merz nie diese Lösung war.
5 Kommentare
Er wird es wohl nicht mehr kapieren. »Weiter so« ist vorbei. Die Menschen wollen keinen millionenschweren Kapitaleigner, der nichts, aber auch gar nichts von der Lebenssituation der Normal- und Wenigverdiener weiß. Der viel verspricht und wenig hält. Merz ist erledigt, es traut sich nur niemand, es ihm zu sagen. Ich bin gespannt, ob die CDU-Basis sich die Zerlegung der CDU weiter tatenlos anschaut.
#@Peter Lohren: Was soll die CDU-Basis denn tun, um die Zerlegung der CDU zu verhindern. Das besorgt die Partei allein. Sie hat sich kein Beispiel an der SPD genommen. Ich frage mich, was all die Merz-Kritiker eigentlich für eine Idee haben, welcher Kanzler als nächster verschlissen wird. Immerhin, die vorige Regierung überlebte 3 Jahre, diese steht schon bei 1 1/2 Jahren am Abgrund. Ein Bild unserer Demokratie, das eigentlich zu denken gibt. Aber soweit sind wir noch nicht.
#Frau Merkel hat sicherlich Fehler gemacht, aber ich glaube heute, das sie genau wusste, warum sie Herrn Merz damals abgesägt hat.
#Ich würde mir wünschen, das die SPD die Koalition in Berlin aufkündigt und sozial gerechtere Lösungen vorschlägt und sagt: wir sind SOZIALdemokraten! Wieder ein Gesicht bekommt und eine GroKo ablehnt. Velleicht gäbe es dann eine Regierung rot rot grün oder (hoffentlich nicht) schwarz blau- aber dann könnte man die Leute mitnehmen, erklären zeigen und JEDER trägt etwas Last mehr...
Aber ich Phantasiere schon wieder, ganz ohne Alk und Drogen.
Danke für diesen Anstoß, zum Thema meinerseits doch einen kleinen ermüdeten Beitrag in meinem Blog zu schreiben. Ich wollte eigentlich nicht...
#@Horst: Es herrschte bereits vor der Wahl zum Bundeskanzler die Gewissheit, dass Merz es nicht kann. Nicht umsonst hat er zwei Durchgänge gebraucht, es hatte nur niemand mehr den Mut, ihm auch im zweiten Wahlgang die Stimme zu versagen.
#Zudem haben einige SPD-Granden vor einem Bundeskanzler Merz gewarnt, nicht aus Parteikalkül, sondern weil sie ihn kannten oder/und sein Buch gelesen hatten. (Müntefering: Man muss das lesen, das ist keine Kleinigkeit, die er da schreibt.)
Merkel hat Merz nicht deshalb abgesägt, weil er ihr vielleicht unsympathisch war, sondern weil auch sie seine Eignung für die Politik anzweifelte.
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