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· 2 min. Lesezeit

Mann mit ’nem Hammer

Die letzten drei Jahre KI waren nicht nur eine steile Lernkurve, sondern auch eine steile Vergessenskurve.

Ich arbeite im Alltag recht viel mit KI.
Präsentationen erstellen, Briefings analysieren, Dinge aushandeln, Persönliche Dashboards bauen, … Sowohl Chats, als auch Cowork wie auch Coding sind für mich Arbeitstools.

Was ich dabei erstaunlich finde, ist die Kurve der Entwicklung.

Ich habe ja ein paar Jahre als Programmierer gearbeitet.
Um ein Programm zu bauen (oder eine Website) musstest du…
2023 Coden können
2024 Prompting lernen
2025: Context Management verstehen
Anfang 2026: Agenten orchestrieren
Oktober 2026: Einfach sagen „Baue mir einen persönlichen E-Mail Client“ – und dann Kaffee trinken gehen

Die Entwicklung sehen wir nicht nur beim Coding (aber vor allem da).
Vor einem Jahr waren lange Unterhaltungen mit LLMs noch ein Problem, heute organisieren sich LLMs mittlerweile selbst (ein Grund, weshalb wir immer von „Ausbrüchen“ von LLMs lesen).

Ich finde nicht jede Entwicklung von LLMs gut.
Ich halte die Aspekte auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft für mindestens bedenklich. Wenn uns LLMs aufgrund des reinen kapitalistischen Drucks sinnschaffende Arbeit abnehmen ist niemandem geholfen. Und wenn die Politik die Revolution verschläft statt unser Sozialsystem kompatibel mit der Zukunft zu machen, ist das katastrophal.

Rein technisch gesehen ist die Entwicklung aber atemberaubend.

Die Chance, dass uns KI umbringt liegt zwischen 0 und 100 Prozent.
Die Chance, dass sie uns all das nimmt, was uns ausmacht – Intelligenz, Gesellschaft und Kunst – ist da meines Erachtens deutlich höher. Aber es liegt an uns – das ist unsere Entscheidung, wir müssen nur mutig sein.
KI ist ein hervorragendes Werkzeug. Aber man muss eben auch nicht auf jedes Problem KI schmeissen.

Deshalb gibt es hier im Blog übrigens auch durchaus kritische Auseinandersetzungen. Nicht, weil ich KI hasse, ablehne oder für Das Böse halte. Sondern, weil ich fasziniert darauf blicke, die Entwicklung sehe und es für wichtig halte, dass wir uns entscheiden, für was wir sie einsetzen wollen – und uns das nicht von TechBros erklären oder aufzwingen lassen.

Wir können uns übrigens entscheiden, ob die Zukunft der LLMs privat sein wird – über Open Source Modelle, die auf unseren eigenen Geräten laufen (den Weg, den China eher voranbringt), oder ob wir uns abhängig von Musk, Zuckerberg und Altman machen wollen.

Derweil stehe ich eben hier am Rand uns schaue mit einer Mischung aus Faszination, Begeisterung und Besorgnis um Arbeit und Gesellschaft zu.

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