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Obdach.

„Wir können uns den Sozialstaat nicht mehr leisten“, sagt die Regierung.
Wir wollen ihn uns nicht mehr leisten, wäre ehrlicher.
Eine Regierung, die 'Christlich' im Namen trägt, lässt stattdessen lieber die Solidargemeinschaft fahren und Menschen auf den Straßen sterben.

Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!
– Jesaja 58,7

Vom 1. bis 28. Januar sind allein in Hamburg bereits 18 wohnungslose Menschen gestorben.
Die Bundesregierung will Wohnkosten für Bürgergeld-Empfänger deckeln und Leistungen schneller streichen.

Bis 2030 will die EU Obdachlosigkeit beenden.

Am Wochenende habe ich eine interessante Doku auf arte ('Das gebaute Versprechen – Obdachlosenunterkünfte') über niedrigschwellige Obdachlosenunterkünfte gesehen. Darüber, wie man bspw. in Wien versucht die Menschen zurück in Unterkünfte und das Leben zu holen.

Wir könnten uns den Sozialstaat leisten.
Würden wir endlich damit anfangen, das Ungleichgewicht zu beenden, dass sich durch die zunehmende Automatisierung auftut. Die Lösung mal als Gedanke: Sozialabgaben und Steuern auf Arbeit statt Arbeitende. Bedeutet: Jeder Industrieroboter, jede KI in einem Unternehmen, muss Steuern und Sozialabgaben zahlen. Ansonsten wird es eng.

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Kommentare

  • Ich glaube da ja nicht dran, aber nach deren eigenem Glauben kommen die alle in die Hölle.
    Hat auch was Tröstliches, dieser Karma-Revengeporn.

  • "Jeder Industrieroboter, jede KI in einem Unternehmen, muss Steuern und Sozialabgaben zahlen."
    So nett das klingt: Es würde deutsche Unternehmen im internationalen Handel schnell ausschließen - schließlich kann man nicht die ganze Welt dazu zwingen, den technischen Fortschritt (der menschliche Arbeit ersetzt) mit Abgaben zu belegen, als wären das alles Menschen! Und: Wo anfangen? Jede Menge Vor-KI-Software hat schon menschliche Arbeit massiv ersetzt!

  • Sehe ich nicht so – Unternehmen machen doch ihr Produkt nicht billiger, nur weil sie jetzt Roboter einsetzen. Schau mal, wo die Kohle hinwandert, die im Bereich Lohn eingespart wird. Die Reallöhne sinken, die Einnahmen der Arbeitenden auch. Ich will zumindest mal eine Diskussion darum hören, sicher haben Experten bessere Vorschläge. Aber wir stehen vor einem Kipppunkt, den die Politik derzeit vollkommen verschläft. Siehe den letzten Link zu Nico im Beitrag.

  • Das mit den Steuern für Arbeit wird uns und niemanden sonst erspart bleiben- wir sind 6- Prüfer- die Hälfte wird sicher irgendetwas anderes machen müssen. Mein Bruder ist bei einem großen Softwareunternehmen beschäftigt- dort kam es schon zum Eklat- das Entwicklerteam solle eine Klickbare Vorabversion eines neuen Produkts binnen einer Woche erstellen- der Chef hatte es binnen eines Tages mittels KI... Alle haben Angst um ihren Job. Wenn wir diese Menge an Leuten frei setzen, was machen wir dann mit denen. Nicht jeder kann Handwerker werden... Es wird einen neuen Weg geben müssen.
    Und JA, wir können uns den Sozialstaat leisten, aber dann müssten "Wir" eine andere Politik machen. Herr Merz und seine Regierung machen "weiter so"- was bedeutet, das die Armutsschere immer weiter auf geht, damit das Konsumverhalten sinkt und das die Wirtschaft destabilisiert. Einer der Wirtschaftsweisen hat mal gesagt: für jeden Euro den ich ins Militär stecke, bekomme ich 50ct zurück (also kein guter Deal), für jeden Euro in Infrastruktur bekommt man einen zurück, jeder Euro den ich in BILDUNG und Familie stecke verdoppelt sich- dauert aber etwas...
    Das mit dem Deckeln... ein Witz, 3 meiner 3 Töchter suchen eine Wohnung: obwohl sie keine armen Kirchenmäuse sind, ist es schwer. Selbst die Große, die mit ihrem Mann zusammen über 6000€ im Monat hat, ist da nicht von ausgeschlossen- mit 2 Kindern. Wenn man da dann auch noch deckelt, wird es mehr Obdachlose geben, die dann "Nachschub" für die Erfrorenen bilden. Eine Gesellschaft erkennt man an ihrem Umgang mit den Schwachen- und an deren Umgang mit der Gesellschaft. Will sagen: jeder nimmt was er kriegen kann, egal ob er es braucht oder nicht.

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