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1. April 2026

„Alle sind ständig müde“

Friedrich Merz und seine wirtschaftsnahen Kumpanen erklären gern, dass wir Deutschen zu faul und zu krank sind. Selbst Lars Klingbeil stimmt jetzt mit ein und meint, die Deutschen seien zu mehr Opfern bereit. Ich hab' kurz mal mich als deutsche Kartoffel gefragt und – naja, wie soll ich sagen –: nein.

Weil, das Ding ist: Wir opfern schon.
Wir leisten Überstunden, versuchen all den Ansprüchen von Gleichberechtigung, Aufmerksamkeit, und dieser Work-Life-Balance gerecht zu werden – und sehen gleichzeitig, wie alles teurer wird, Faschos Wahlen gewinnen, wir in Kriege und Krisen taumeln.

Mehr Opfer bringen. Aber was denn noch?

„Wir werden mehr arbeiten müssen“, sagt Klingbeil und wiederholt damit eine Phrase von Friedrich Merz.
Ich frage mich auf diese Floskel immer: Wieso – für was oder wen eigentlich?

Wir sind zu faul. Zu krank. Und sollen uns mal anstrengen.
Merz und Klingbeil klingen wie der neue, freshe CEO einer Firma.

Das Problem ist nicht das wollen, Lieber Friedrich, Lieber Lars.

Interview mit der Hausärztin Maren Sommer in der ZEIT (Geschenklink):

Wir haben regelmäßig Studentinnen und Studenten bei uns für ein Praktikum. Alle, wirklich alle, sind erstaunt, wie viele Patienten psychisch krank sind. Das wird völlig unterschätzt. Und es fängt schon damit an, wie müde die Menschen momentan sind. Frauen, Männer, Junge, Alte – alle sind ständig müde. Obwohl sie genug schlafen und sich recht gesund ernähren. Gefühlt sagen mir das am Tag drei Patienten. Eine junge Mutter – zwei Kinder, Vollzeitjob – erzählte neulich, dass sie nachmittags manchmal am Rechner kurz einnicke. So erledigt sei sie.

Das Problem ist das Können.

Abgesehen von der tatsächlichen, wirtschaftlichen Gegebenheit (ob die Mehrarbeit überhaupt sinnvoll ist) sind wir schlichtweg an einem Punkt, an dem die Gesellschaft unter dem Druck des Wirtschaftssystems und der Multikrisen zerbröckelt.

Wir zerreiben an den Ansprüchen, dem Druck, den Problemen (die wir als Einzelne nicht mehr überblicken oder gar lösen können – und bei deren Lösung wir auch den internationalen Partnern nicht mehr vertrauen, weil wir jeden Tag sehen wie Trump, Putin und selbst Europas Uneinheit dieses Vertrauen zerstören).

Statt aber über Konzepte zu sprechen, die nicht das System, sondern den Menschen entlasten (liebe CDU, liebe SPD), reden wir über noch mehr Druck: weniger Sozialleistungen, mehr Eigenleistung im Krankheitsfall, mehr Arbeit, …

Von sozialer Politik haben wir uns verabschiedet.
Die CDU führt Debatten über Deutschland, wie über ein Unternehmen: Wer keine Leistung bringt, fliegt.

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30. März 2026

Sachsen-Anhalt im Fokus

Detektor.fm startet den wöchentlichen Newsletter und Podcast "Dazwischen" – aus, für und über Sachsen-Anhalt.

Das Projekt wurde auch mithilfe von Förderprogrammen finanziert und wird bis Ende 2027 das Bundesland unter die Lupe nehmen. Ziel ist, „einen interessierten, ausgewogenen und differenzierten Blick auf Sachsen-Anhalt zu liefern“ – und das Besondere: Hier berichtet kein "West-Medium" über den Osten, sondern hier kommt ein ostdeutsches Team und will neutral und offen über Menschen und Land berichten - für ganz Deutschland unvoreingenommen. Das hier ist nicht die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung mit einer Agenda (und ohne Chefredakteur) "aus dem Osten, für den Osten", sondern echter Journalismus.

Sachsen-Anhalt wird im Sommer wieder der "Zoo für Westjournalisten", die in den Osten kommen um O-Töne mit sächsischem Dialekt und Fascho-Inhalten abzugreifen, während sich Friedrich Merz erfolglos abmühen wird, die AfD klein zu machen … Am 06. September dann gibt es hier dann wohl zum ersten Mal den Fall, dass die als rechtsextrem gesicherte Partei die stärkste Partei wird und das demokratisch erwirkte Vorrecht hat, den Ministerpräsidenten zu stellen. Es sei denn, es dreht sich noch was.

Als jemand, der hier 2 Kilometer hinter der Landesgrenze innerhalb des Bundesland lebt gruselt es mich. Als links-denkender, klimabesorgter Demokrat mit queeren Familienmitgliedern stehe ich mit Sorge, Unverständnis und wachsender Wut einer Traube von Menschen in diesem Land gegenüber, die nie Ausländer sehen, alle Autos und Eigenheime haben und trotzdem "gegen die da oben" meckern und sich sehnlichst einen Diktator wünschen …

81 Jahre nach dem Ende des faschistischen Regimes in Deutschland. 37 Jahre nach dem Ende des Regimes der DDR.
Und wir stehen vor einer Zeitenwende, in der Menschen allen Ernstes – und diesmal vollständig aus eigenen Stücken und frei von Manipulation! – eine faschistische Partei wählen wollen. Na prima.

Daran wird das detektor.fm-Projekt nichts ändern. Aber vielleicht erweitert es den Horizont auch einiger betonköpfiger Politiker und Berichterstatter. Es ist kein Trost, dass "immerhin 60 % der Sachsen-Anhaltiner:innen" politisch einigermaßen stabil scheinen – oder zumindest keine Fascho-Partei wählen. Auf der anderen Seite mag ich es auch nicht, wenn an all den hier lebenden Menschen dieses Schild pappt. In Sachsen-Anhalt zu wohnen ist ein Makel – und den müssen wir überwinden, denn auch wenn ich hier wohne, bin ich familiär und politisch so weit weg von diesem Label wie nur möglich.

Insofern: Abonnieren, zuhören. Das alles ist keine Einbahnstraße. Und da geht es nicht darum, AfD-Wählern zuzuhören – mein Verständnis dafür, dass jemand diese Partei wählt mit allen Fakten, die auf dem Tisch liegen, ist mittlerweile gleich Null. Es geht darum, den Rest zu stärken statt alle hier lebenden Menschen mit dem Label zu versehen und das Land abzuschrieben.

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13. März 2026

Der Mensch ist nicht faul, sondern erschöpft

Ich las "Daniel Günther fordert […] größere Leistungsbereitschaft" in der ZEIT. Und dann las ich, was Daniel Günther wirklich gesagt hat (archive.md Link). Und liebe Zeit, das klingt ein wenig anders …

Was ich im Interview mit RND.de aber wirklich sehr gut finde: Günther anerkennt, dass die anklagende Art von Friedrich Merz und seinem Parteivorstand nicht hilfreich ist. Dass wir nicht faul, sondern erschöpft sind.

Dass viele Menschen Erschöpfung verspüren, liegt nicht unbedingt an ihrem Arbeitsleben. Es sind die vielen neuen Ungewissheiten und Unsicherheitsfaktoren, die wir vor ein paar Jahren noch nicht hatten. Die Menschen haben das Gefühl, dass alles aus den Fugen gerät. Darüber müssen wir offen reden – und ein positives Zukunftsbild von Deutschland in 20, 30 Jahren zeichnen, in dem wir resilient sind, in Frieden leben und den nachfolgenden Generationen eine bessere Zukunft versprechen können.

… das Fehlen einer politischen Vision bemängel ich ja bereits seit 2 Wahlperioden. Wenn Friedrich Merz ins Volk ruft, man solle mehr arbeiten, frage ich mich: Wozu den, damit dein Aktienpaket steigt?

Mit welchem Recht sich der Staat überhaupt darin einmischt, wie meine Wochenarbeitszeit ist, und ob ich mir einen Teilzeit-Lifestyle leiste, erschließt sich mir bis heute nicht … Wenn ich in die Rentenkasse einzahle, dann ist es meine Entscheidung, wann ich in Rente gehe – in Schweden bspw. kann ich per App jederzeit sehen, wie hoch meine Rente auf Basis meiner Einzahlung sein wird, wenn ich jetzt, mit 60 oder 65 in Rente gehe …

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11. März 2026

Deutschland: Ohne Social-Media-Verbot vor dem Abgrund?

Daniel Günther, Ministerpräsident in Schleswig-Holstein, sieht den Untergang des Abendlandes, wenn wir nicht endlich Kindern dieses Social Media verbieten.

Konkret sagt Günther: »Teilhabe ist wichtig, aber welche Kinder wollen Teilhabe an Gewaltvideos, Enthauptungen, Stigmatisierungen und verzerrten Schönheitsbildern, die sie in Depressionen treiben?«

Damit zeigt er: Ihm ist an der populistischen Schlagzeile mehr gelegen als an einer echten Lösung.

Man ersetze das "Kinder" einfach mit "Menschen"

»Teilhabe ist wichtig, aber welche Menschen wollen Teilhabe an Gewaltvideos, Enthauptungen, Stigmatisierungen und verzerrten Schönheitsbildern, die sie in Depressionen treiben?«

Ja, einfache Antwort: Keine.

Und nur weil ich mittlerweile 45 Jahre bin, bin ich genausowenig an diesen Inhalten interessiert. Oder resilienter gegen sie. Ich für mich sehe keinerlei Gewinn darin, solche Inhalte zu sehen.

Und genau an dem Punkt entlarvt sich auch Günther selbst. Denn er könnte einfach fordern, die Plattformen zu regulieren, anstatt Menschen auszusperren. Mir gefällt der Vergleich, den Gavin Karlmeier da neulich im Haken-Dran-Podcast gemacht hat: Wenn sich Drogendealer auf dem Spielplatz tummeln, sperren wir doch nicht die Kinder aus und lassen die Dealer einfach weitermachen, sondern wir kümmern uns um die Dealer.

Aber Günther ist natürlich "schlau": Er weiß, dass bei einer Regulierungsforderung das AfD-Pack rasch wieder vom Ende der Meinungsfreiheit reden würde. Gegen das Aussperren von Kindern zu deren Schutz aber kann ja niemand etwas sagen. Außer vielleicht über 400 Forschende aus allerlei Ländern. Oder UNICEF, das deutsche Kinderhilfswerk, Lehrerverbände, … Naja, kurzgesagt: Menschen halt, die nicht nur eine Meinung, sondern Ahnung haben.

Ich frage mich, welche Pflicht (oder Recht) ich als Erwachsener habe, derlei Inhalte unreguliert zu sehen, wenn mir ein Algorithmus diese ungefragt vorsetzt. Auch im TV oder auf Presse-Webseiten bekomme ich das nicht zu sehen. Weil es nämlich sowas wie Verantwortung gibt, was im öffentlichen Raum gezeigt wird. Langsam müssen wir mal an den Punkt kommen, algorithmusgesteuerte Plattformen als Herausgeber in die Haftung zu nehmen.
Stattdessen ersetzen wir die inhaltliche Verantworung und Jobs (u.a. von Journalisten) mit KI und zucken dann mit den Schultern, wenn was schief geht … Kann man nix machen, muss man wohl die Kinder aussperren. ¯\_(ツ)_/¯

UPDATE
Passend dazu gerade stolperte ich gerade über einen Artikel in der ZEIT (Geschenklink):

»Es ist deshalb wichtig festzuhalten, dass die vorgeschlagenen Verbote sich gegen junge Nutzerinnen und Nutzer richten – nicht gegen die Systeme, die sie prägen. Sie beschneiden die Freiheit von Jugendlichen, sich zu informieren und sich zu äußern, während die konzentrierte Macht der Konzerne, die ihre Aufmerksamkeitslandschaften gestalten, unangetastet bleibt [sie] greifen nicht in die strukturellen Dynamiken ein, die Erwachsene und Kinder gleichermaßen betreffen.«

Und Verena Schäffer MdL, Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, fordert zurecht:

»Hass und Hetze, Gewalt und Desinformation auf Social Media sind kein Problem einzelner Nutzerinnen und Nutzer. Sie gefährden das Zusammenleben in unserer demokratischen Gesellschaft. Plattformbetreiber müssen endlich wirksam gegen strafbare Inhalte vorgehen und ihre Algorithmen so ändern, dass Nutzerinnen und Nutzer wieder selbst entscheiden, welche Inhalte in ihren Timelines erscheinen. […] Statt immer neuer Debatten über zusätzliche Instrumente sollte die Europäische Kommission zunächst konsequent anwenden, was bereits gilt

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2. März 2026

72 Minuten

Das Gute ist ja: Bevor wir alle erfahren, dass jetzt Atomkrieg ist, ist die Hälfte von uns schon nicht mehr da.
Einfach, weil innerhalb einer Stunde das meiste eigentlich erledigt ist.
Das spendet Trost.

– '72 Minuten bis zur Vernichtung' ist ein faszinierendes Buch, dass vom Abschuss des ersten atomaren Sprengkopfs minutiös die Reaktion der USA, Russlands und anderer Parteien zeichnet. Und dokumentiert, wieso wir uns gar keinen Kopf mehr machen müssen, wenn das erste Social-Media-Video oder die erste Nachrichtensendung über einen Einschlag berichtet.

Wenn man das einmal verinnerlicht hat, fällt es deutlich einfacher sich gar keinen Kopf mehr zu machen.
Drei alte weiße Männer werden uns ins Verderben schießen. Acht Milliarden Menschen. Mehr braucht es nicht, als drei alte weiße Männer.

Die Weltuntergangsuhr, die sprichwörtlich maximal auf 5 vor 12 stehen sollte, wurde am 27.01.2026 auf 85 Sekunden vor Mitternacht gestellt – ein neuer Spitzenwert. Ich frage mich, wo sie am 01.03.2026 steht …

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25. Februar 2026

Die CDU erfindet grünes Öl, weil sie Habeck hasst

Die CDU erfindet jetzt "grünes Öl", nur weil man beschlossen hat, die Wärmepumpe als das ultimativ Böse zu sehen. Ein Konzept, dass überall auf der Welt umweltfreundlich und gut funktioniert.

Willkommen in einer Welt konservativer Idiotie, die mich atemlos macht.

Saubere Kohle.
Saubere Atomkraft.
Grünes Öl.

Wir leben in einer Gesellschaft, die nicht einmal mehr Wissenschaft als Konsens nutzt. Eine Gesellschaft, die ignoriert, dass Klimaschutz nicht weniger als eine Überlebensstrategie ist. Stattdessen ist Umweltschutz heute Kulturkampf.

Die bisher zentrale Vorgabe, dass neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, soll entfallen. Künftig sollen wieder alle Heizungsarten zulässig sein.

Die CDU schafft damit ein Gesetz ab, dass sie mit dem Staatsfeind Nummer 1 assoziiert: diesem Grünen Robert Habeck! Was die CDU vor lauter populistischer Hetze dabei vergisst: Das Gesetz hat überhaupt nicht Habeck sondern die CDU/CSU/SPD-Regierung unter Angela Merkel beschlossen – also sie selbst.
Aber das sind Details. Die mag sowieso niemand.

Stattdessen arbeitet sich die Konservative an imaginären Feindbildern von links ab. Robert Habeck sollte die CDU wegen Stalkings anzeigen, die Obsession mit dem Mann ist krankhaft.

Wir leben in einer Welt, in der Politik nicht mehr die Auseinandersetzung mit Argumenten ist, sondern nur noch Hetze.
Wie sich Söder, Merz, Linnemann und Spahn an einzelnen politischen Gegnern links von ihnen abarbeiten zersetzt unsere Demokratie. Wenn Söder der Linken Heidi Reichinnek ganz nach Trump'schen Vorbild Spitznamen wie "Rote Heidi" gibt, bricht er mit Dämme, die früher einmal Diskurs, Anstand und Respekt waren.

Zurück zum Gesetz. Die einzige Hoffnung steckt jetzt im rückwärtsgewandten Gesetz selbst: Bis 2029 soll die Förderung klimaschützender Technologie weiterbestehen. Damit hätte eine neue Regierung nach Amtsantritt noch Zeit, das Gesetz wieder zu kippen ohne massive Änderungen für die Branche.

In Zeiten, in denen Unsicher das Gefühl Nummer 1 in Wirtschaft und Bevölkerung ist, erweist die Regierung – wie bereits beim Thema Elektroauto – der Gesellschaft einen Bärendienst. Statt Planungssicherheit zu bieten kämpft man lieber einen Kulturkampf und feiert sich für Pyrrhussiege.

Und parallel beschimpft man Kranke, Arbeitslose, Arbeitende, Ausländer und den politischen Gegner. Ich frage mich: Was, liebe CDU, ist eigentilch er Plan?

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19. Februar 2026

Ach, Friedrich

Ich will doch auch nicht dauernd über Politik schreiben.
Aber dieser Kasper, der allein aus einem gekränkten Ego heraus unbedingt Bundeskanzler werden wollte, und das durch einen dummen Zufall auch noch geworden ist, der triggert mich einfach. Zu jedem Satz, den Friedrich Merz rausballert, möchte ich eine Gegenrede halten.

Zu offenbar ist einfach, dass Merz vor allem eines hat: Verständnisprobleme.

Er versteht den Bürger nicht.
Versteht nicht, dass der zuckt, wenn sein Kanzler nicht nur die Wähler des politischen Gegners, sondern gleich alle Arbeitenden, Kranken, Sozialempfänger und Ausländer gleichermaßen beschimpft. Zu faul, zu krank, zu bedürftig, zu wenig integriert (und im Stadtbild stören sie auch noch).

Er versteht Wirtschaft nicht.
Versteht nicht, dass wir keine Krise von Leistung haben, sondern eine Krise des Konsums. Dass die Probleme von Unternehmen für eine Exportnation nicht Arbeitsstunden sondern Produktivität wegen bröckelnden Absatzes im Ausland aufgrund der Störung internationaler Garantien sind. Er versteht offenbar nicht, dass man den Inlands-Konsum nicht durch mehr Arbeit, sondern mehr Sicherheit steigert. Nicht die Sicherheit mit Atomwaffen oder Panzern, sondern die soziale und finanzielle.

Er versteht Kommunikation nicht.
Ich möchte uns […] motivieren“, ruft er. Und fordert „Fröhlichkeit an der Arbeit“.
Worin die Motivation besteht: Sagt er nicht. Weshalb ich fröhlicher sein soll: Sagt er nicht. Wofür ich eigentlich mehr arbeiten soll: Sagt er nicht. Statt einer Vision zu vermitteln, motzt und zedert er in einer Tour. Wie ein schlechtgelaunter CEO, der seinen Bonus nicht bekommt, weil man das Umsatzziel verpasst.

Friedrich Merz warf Olaf Scholz einmal vor, er könne es nicht.
Zeigt sich: Friedrich Merz kann es noch viel weniger.

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Obdach.

„Wir können uns den Sozialstaat nicht mehr leisten“, sagt die Regierung.
Wir wollen ihn uns nicht mehr leisten, wäre ehrlicher.
Eine Regierung, die 'Christlich' im Namen trägt, lässt stattdessen lieber die Solidargemeinschaft fahren und Menschen auf den Straßen sterben.

Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!
– Jesaja 58,7

Vom 1. bis 28. Januar sind allein in Hamburg bereits 18 wohnungslose Menschen gestorben.
Die Bundesregierung will Wohnkosten für Bürgergeld-Empfänger deckeln und Leistungen schneller streichen.

Bis 2030 will die EU Obdachlosigkeit beenden.

Am Wochenende habe ich eine interessante Doku auf arte ('Das gebaute Versprechen – Obdachlosenunterkünfte') über niedrigschwellige Obdachlosenunterkünfte gesehen. Darüber, wie man bspw. in Wien versucht die Menschen zurück in Unterkünfte und das Leben zu holen.

Wir könnten uns den Sozialstaat leisten.
Würden wir endlich damit anfangen, das Ungleichgewicht zu beenden, dass sich durch die zunehmende Automatisierung auftut. Die Lösung mal als Gedanke: Sozialabgaben und Steuern auf Arbeit statt Arbeitende. Bedeutet: Jeder Industrieroboter, jede KI in einem Unternehmen, muss Steuern und Sozialabgaben zahlen. Ansonsten wird es eng.

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18. Februar 2026

The Trump Action TrackerDocumenting the actions, statements, and plans of President Trump and his administration that echo those of authoritarian regimes and may pose a threat to American democracy, since January 2025.

Gibt auch den Project 25 Tracker – der dokumentiert, wie weit die Trump Administration dabei ist, die Ideen aus dem Project 25 umzusetzen.

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