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Verlorene (aka nicht produzierte) Star Trek-Episoden

Star Trek war in seiner originalen dreijährigen Laufzeit eher ein mittelmäßiger Erfolg. Richtig bekannt wurde die Serie durch ihre Re-runs auf lokalen Sendern in den USA - der Syndication. Mit den Jahren wuchs und wuchs das Fandom, und irgendwann in den 1970er Jahren beschloss Paramount, die mittlerweile die Rechte hielten, man müsse mit der Marke irgendwas tun.

Star Trek Phase II in den 70ern

Man dachte über einen Kinofilm nach. Gar noch bevor Star Wars ins Kino kam. Jedoch verwarf man die Pläne und beschloss: Star Trek wird das neue Zugpferd des neuen Paramount-eigenen TV-Netzworks.

Man nahm die Arbeit auf. Es wurde skizziert, gedacht, gecastet … und Drehbuchideen geschrieben. Irgendwann im August 1977 saß man dann mit dem Paramount-Chefs zusammen und zeigt ihnen, was man hatte. Sprach vom Pilotfilm. Und Studiochef Michael Eisner war so begeistert, dass er kurzerhand beschloss: Wir lassen die Serie sein und bringen den eigentlich als Pilot gedachten Film ins Kino. Nicht zuletzt wohl auch, weil man bereits viel Geld investiert hatte und sich das Scheitern des eigenen TV-Networks nun doch abzeichnete.

Mehr als 13 Episoden hatte das Team zu dem Zeitpunkt schon ausgearbeitet.
Und diverse weitere Storyideen von mitunter großen Namen der Science-Fiction-Geschichte.

Star Trek Phase II – so der Arbeitstitel der Serie – wurde deshalb schnell zu einem Phänomen innerhalb der Trek-Fangemeinde. Quasi ein "Lost Child" des Fandom.

Über die damals als Essays bereits vorhandenen Episoden weiß man durchaus ein bisschen was. Manche wurden später, in den 1980ern, zu Drehbüchern für The Next Generation. Andere blieben für immer nur Ideen.

Jason Kottke verweist auf einen schönen Artikel dazu: 19 Lost Episodes of ‘Star Trek’: The Adventures of Captain Kirk and the Enterprise You’ve Never Seen.
Aber natürlich hat das stets aktive Trek-Fandom all diese Sachen bereits zusammengetragen. In der Memory Alpha findet man als Trekkie jede Menge Fakten, Infos und Angaben. Eben auch einen ausführlichen Bericht zu Phase II und allen ausgearbeiteten Büchern und Ideen. Die es übrigens für alle anderen Trek-Serien auch gibt: Lost episodes.
Ende der 1990er arbeiteten Judith und Garfield Reeves-Stevens die Geschichte von Phase II gar in einem (auch ins Deutsche übersetzten) Buch auf, welches zudem jede Menge Skizzen und Insides enthält.

Wie geht es mit Star Trek weiter?

Übrigens "Verlorenes Trek": Auch die Idee einer Star Trek Academy-Serie geistert bereits seit den 1990er Jahren immer wieder durch Produktionsbüros und Fandom. In wenigen Tagen nun feiert sie ihre Premiere – und ich bin wirklich gespannt, ob eine Idee, die seit 30 Jahren gärt einen guten Punsch ergibt.

Wie es mit Star Trek nun weitergeht ist übrigens offen.
Es scheint, alle aktuellen Verträge mit den Produktionsfirmen um Showrunner Alex Kurtzman laufen 2026 aus – alle Shows sind abgedreht – ob es eine Staffel 3 von Star Trek Academy gibt ist unbekannt. Paramount hat aktuell insgesamt 4 Staffeln Star Trek in der Hinterhand, die man noch verplanen kann. Section 31 wurde von Fans und Kritikern verrißen – das dürfte der Sargnagel für Kurtzman und sein Team gewesen sein … Kurtzman selbst gibt an, noch keine Info zu haben, wie es weitergeht. Paramount hat mit dem Franchise keine Goldene Kuh wie Disney mit Star Wars, aber eine solide Marke. Die will man künftig wohl eher im Kino sehen, auch wenn Trek im Kino bisher immer seine schwächsten Momente hatte …

2026 feiert Star Trek seinen 60. Geburtstag.
Ich bin gespannt, was Paramount sich als "Big News" dazu einfallen lässt.

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