Weblog
18. Februar 2026
Stephen Colbert ist auf den letzten Metern seiner Late Show für CBS.
Abgesetzt, weil die Trump-Administration es mit Meinungsfreiheit und Kritik nicht so hat. Und weil CBS-Mutter Paramount jetzt in der Hand eines treuen Trump-Freundes ist, geht das eben.
Nun lud Colbert den texanischen Demokraten James Talarico ein.
Dummerweise befindet der sich auf dem besten Weg, einen Senatssitz zu gewinnen – in Texas, als Demokrat. Ist natürlich uncool. Also, aus Sicht von Donald Trump und seinen faschistischen Freunden.
Jedenfalls "riet" CBS Stephen Colbert aus erfundenen Gründen, Talarico nicht on air zu interviewen.
Stattdessen füllte Colbert das Segment damit, zu erzählen, wieso er Talarico jetzt nicht in der Show, sondern auf YouTube interviewt.
Woraufhin CBS sich gezwungen sah, ein Statement zu veröffentlichen. Auf das Colbert ebenfalls eine Antwort hatte.
Es ist absurd zu sehen, wie die Trump-Administration unverfroren versucht auf Medien Einfluss zu nehmen und Unternehmen – weil sie befreundet sind, oder versuchen sich in vorauseilendem Gehorsam zu retten – dazu hinreißen lassen, einer totalitären Regierung den Weg zu bereiten.
Colbert ist dabei nur eine Szene in einem andauernden Schauspiel.
Auch Jeff Bezos Entlassungs-Axt bei der Washington Post ist ein Beispiel davon, wie Bezos durch den Kahlschlag versucht, sich und Amazon zu retten … Die andauernden Klagen von Trump gegen Medien haben allein das Ziel, diese Medien zum Schweigen zu bringen.
Kommentieren ↦
The Trump Action Tracker – Documenting the actions, statements, and plans of President Trump and his administration that echo those of authoritarian regimes and may pose a threat to American democracy, since January 2025.
Gibt auch den Project 25 Tracker – der dokumentiert, wie weit die Trump Administration dabei ist, die Ideen aus dem Project 25 umzusetzen.
Link ↦
17. Februar 2026
Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen. Und jetzt auch Niedersachsen.
In fünf von 16 Bundesländern wird die AfD vom Verfassungsschutz als 'gesichert rechtsextrem' eingestuft.
Derweil beschäftigen AfD-Abgeordnete aus Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg Familienmitglieder und finanzieren dieses mit Steuergeldern. In Thüringen werden von der AfD mit Steuergeldern gar „Verbindungen zum rechtsextremen Vorfeld gefestigt und Propagandisten der 'Identitären Bewegung' querfinanziert“, schreibt der Merkur.
Aus all dem kann weder Merz noch die CDU gewinnen.
Dabei versucht man sich immer wieder am AfD-Wähler anzubiedern – die Rhetorik ist mittlerweile kaum mehr von den AfD-Politikern unterscheidbar. Gleichzeitig zeigt man, dass man weder von Energie- noch Wirtschaftspolitik irgendwas versteht …

Die CDU sollte sich endlich einmal ernsthaft fragen, ob es nicht Zeit für einen Kurswechsel ist.
Derzeit muss die AfD eigentlich nichts machen – sie lässt die CDU-Männer um Merz einfach reden und kann sich die Hände reiben.
Hier mal mein Vorschlag, liebe CDU: Wie wäre es, wenn man es mal mit Empathie gegenüber dem Volk versucht. Und aufhört alle zu beschimpfen: Ausländer, Bürgergeldempfänger, Kranke, Arbeitende … die einzigen, die man nicht beschimpft sind Unternehmer & Millionäre.
… wobei ich mich manchmal schon auch frage, was im Wähler vorgeht, wenn er selbst auf den stumpfesten Vorschlag reinfällt & 81 % es gut finden, dass "Bürgergeldempfänger gemeinnützige Arbeit verrichten sollten" …
Kommentieren ↦
In einem politischen Husarenstück prescht die SPD jetzt mit der Forderung eines Social-Media-Verbots vor, bevor die CDU das Thema zum Parteitag am Wochenende besetzen kann.
Die SPD fordert in einem Positionspapier mehr als ein Social-Media-Verbot für unter-14-jährige. Ab einem Alter von 14 soll man 'Social Media light' für Minderjährige nutzen dürfen. Und danach standardmäßig ein algorithmusfreies Social Media für Erwachsene – es sei denn, man sagt per opt-in "ich will Algorithmen".
Und ehrlich gesagt dachte ich reflexhaft erst: Ach, komm. Wir brauchen kein Social-Media-Verbot für Jugendliche! Und dann realisierte ich: Moment mal, die Kernforderung der SPD ist genau das, was ich will! Kein stupides Social-Media-Verbot, sondern eine Algorithmuskontrolle, die uns allen zugute kommen kann.
Denn was die meisten Schlagzeilen als Social-Media-Verbot für Kinder festmachen, verfehlt den Kern der SPD-Forderung (die eigentlich keine Forderung der SPD ist, sondern einer kleinen Fraktion – was in den Medien auch ein bisschen untergeht).
Die nämlich adressiert genau, was ich dauernd gegen ein Mindestalter habe: Die Algorithmen schaden uns allen, nicht nur Kids. Also lasst uns doch bitte nicht kontrollieren, wer das Internet nutzen darf, sondern welches Internet mir angeboten wird.
Immer wieder wird Social Media mit Alkohl vergleichen. Und, dass wir unsere Kids davor schützen müssen.
Das Ding ist nur: Auch als Erwachsener will ich vielleicht gar kein Alkohol trinken. Die Entscheidung würde ich gern selbst treffen, anstatt ab einem gewissen Zeitpunkt dann "zwangsbetankt" zu werden. Nichts anders nämlich ist ein Social-Media-Verbot für unter-16-jährige. Wir wissen, dass die Algorithemen uns allen schaden (Kids mehr, aber Demokratie- und Diskurszersetzend sind sie auch für uns Erwachsene).
Deshalb: Liebe SPD, Chapeau! Die Schlagzeilen werden dem Vorschlag nicht gerecht – schade. Denn die grundlegende Idee ist gut.
Ich bleibe weiterhin überzeugt, dass wir nicht Kindern die digitale Teilhabe verbieten sollten, sondern Konzerne beschränken sollten.
Man könnte das recht simpel umsetzen: Wer eine Prüfung auf Sicherheit nicht besteht, bekommt keinen Zugang zum EU-Markt. Und dann muss eben Transparenz her.
Die Grenze von 14 Jahren ist ebenso willkürlich wie die von 16 Jahren und ein reines Symbol – so das löst eben das Problem nicht.
Statt uns als Nutzer zu sanktionieren, gehören Konzerne und Plattformen in die Pflicht genommen und parallel Medienkompetenz gefördert.
Das Positionspapier fordert in Richtung der EU-Kommission Maßnahmen. Bis zum Sommer will man in Brüssel erarbeiten, ob man ein Social-Mindestalter will – und wie dieses aussehen könnte. Dabei schielt man recht plump nach Australien. Ich möchte dringend anraten, sich einmal das Papier der SPD vorzunehmen – weil es gut ist. Länder wie Frankreich, Dänemark, die Niederlande oder Spanien üben ordentlich Druck in Brüssel aus und preschen mit nationalen Plänen vor. Die dürften nicht durchführbar sein, weil die EU ein Vorrecht für ein solches Verbot hätte. Gerade aber dieser Druck – zusammen mit der CDU hierzulande – könnte dazu führen, dass sich die EU-Kommission für eine stupide Lösung nach australischem Vorbild entscheidet: Ein Verbot bis 16 Jahre, das kein Problem löst. Denn alle konservativen Vorstöße lassen Dinge wie Plattformverantwortung und Medienkompetenz-Aufbau oder auch den gesamtgesellschaftlichen Schaden von Algorithmen vollkommen außer acht. Aber hey, das ist eben auch unweit komplizierter als einfach nur ein Verbot …
3 Kommentare / Kommentieren ↦
16. Februar 2026
Warner Bros. Discovery veröffentlicht ab sofort jede Woche eine Episode von Babylon 5 im englischsprachigen Original kostenfrei auf YouTube. Pilotfilm und die nachfolgenden ersten beiden Epsioden sind bereits da. Bei noch 106 ausstehenden Episoden ist für Donnerstag-Abend-Unterhaltung in den kommenden zwei Jahren gesorgt …
Link ↦
15. Februar 2026
Diese Woche geht es um das Vertrauen zwischen Leser:innen und Autor:innen in Zeiten der KI. Als Lesetipp gibt es eine Biografie und Spannendes zum Streamen.
Ganzen Beitrag lesen ↦
14. Februar 2026
mthie verlässt UberBlogr und schreibt auf, wieso.
Mich zwickt es, wenn Menschen gehen – egal, ob sie in meiner persönlichen Blogroll stehen oder nicht; und mthie mag ich gern.
Ich mag aber mal stückweise auf die Abschiedskritik eingehen.
1. KI
Manche Blogs im Ring setzen KI ein – zur Ideenfindung, zur Korrektur, für Bilder.
Wir sind aktuell in der Diskussion um KI dort, wo wir vor ein paar Monaten beim Gendern waren – und da aus "Trotz" manch Blog ausgetreten ist.
Ich mag auch kein KI-Slop in Blogs. Als ich das vor drei Monaten deutlich formulierte gab es nicht nur Zuspruch, sondern auch ordentlich Kritik. Änderte an meiner Meinung nichts: für mich braucht ein persönliches Blog für seinen Inhalt in keiner Form KI – weder für Text, noch Bild (Code schließe ich explizit aus).
Die seit Januar formulierte KI-Regel bei UberBlogr ist aber offener, als meine persönliche Meinung: sie schließt KI nicht aus, nur Blogs, die vollständig mit KI erstellt sind – auch, weil ich schlichtweg nicht alles kontrollieren kann.
Und entlang des Themas und des Einsatzes kann man mächtig diskutieren.
Ich halte es persönlich so: Wer mir KI Futter vorsetzt, und ich es erkenne, fliegt aus meinem Reader. Ende.
UberBlogr ist da nicht so rigide.
2. Es jedem Recht machen
… ein Vorhalt gegen mich: Ich ließe zu viel durch gehen.
Nun, drei Dinge dazu.
- Ich lese nicht jeden Beitrag. Wer meint, etwas gefunden zu haben, das sich ungut anfühlt, dem steht es offen, mich zu kontaktieren. Das passiert übrigens regelmäßig und hatte auch bereits Auswirkungen.
- Ich lehne durchaus Blogs ab. Wir sind derzeit bei 324 Mitgliedern und Hausnummer 422 - der Counter läuft erst seit Weihnachten. Sprich: Zwischen Weihnachen und heute sind 100 Anmeldungen erfolgt, aber nur knapp 30 zugelassen.
- Weil ich mir bewusst bin, dass man manches Blog nicht im Feed 'Neues' oder per RSS haben mag, kann man sie seit dem Relaunch ausschließen.
Ich habe es schonmal geschrieben: UberBlogr stellt nicht den Anspruch ein Kreis von Freunden zu sein, sondern ist ein Kreis zum Entdecken.
Auf der anderen Seite ist es aber auch ein Kreis, den ich nicht jeden Tag im Auge habe. Ich hab' auch noch ein Leben. Wen was stört, der meldet sich – so wie mthie – ab, oder einfach persönlich per Mail, Threads, Mastodon. Das nutzen übrigens durchaus Menschen …
Um es frei raus zu sagen: Ich lasse mir ungern vorhalten, ich täte nichts – wenn man vorher nicht mal gefragt hat.
Was ich tatsächlich nicht tue: Jeden Beitrag lesen. Und manchmal gibt es eben auch Wochen wie die letzten beiden, da komm ich nicht mal dazu irgendwas zu lesen – übrigens wegen meines lustigen Jobs im Marketing 😉
Netzwerk-Effekte und 'Entkopplung' – sehe ich überhaupt nicht als UberBlogr-Problem, weil UberBlogr weder ein Forum, noch ein Themen-Ring ist; mit welchem Recht schriebe ich Mitgliedsblogger:innen vor, wo sie sich rumtreiben, welche Foren sie besuchen oder in welche Gruppen sie sich "verkriechen"? Wer Austausch will schafft den in Kommentaren, dem Bloghexen-Forum, oder in IRC-Channels … da gibt es Plätze. Ich habe vor 20 Jahren ein Blogger-Forum betrieben, das brauch' ich 2026 mit all den rechtlichen Hürden, meiner begrenzten Freizeit und weniger Nerven für Quatsch nicht mehr. 😉 Oder was übersehe ich?
8 Kommentare / Kommentieren ↦
13. Februar 2026
Mann muss ja nicht über jedes Stöckchen springen, aber hey, wenn es um dumme Dinge geht, kann ich einfach nicht widerstehen … Daher danke für die Anregung. Allerdings sollte ich mir ein Limit setzen, oder? Sagen wir, 10?
- Eltern, die ihre Kindern keine Grenzen setzen können. Ich will deshalb nicht sagen "unerzogene Kinder", denn die Kids sind nie das Problem – es ist die Annahme der Erwachsenen, Kinder bräuchten Freiräume. Gehe ich mit, Freiraum hat aber da seine Grenzen, wo er meine überschreitet. Das Schlimmste an Kindern sind die (anderen) Eltern.
- Schnee. Bärghs.
- Müll in der Natur.
- Sprachnachrichten.
- Mittelsitze im Flugzeug.
- Menschen, die sich im Zug schon fünf Minuten vor Ankunft im Gang aufstellen …
- Blogs ohne Kommentarfunktion. Jaja, kontrovers, kontrovers. Am Schlimmsten sind solche, die Fragen in Titeln oder Beiträgen stellen und dann keine Kommentarfunktion haben. Sorry, aber ich schreib' dir jetzt ganz sicher keine E-Mail.
- Überbuchungen in meinem Kalender, weil Leute nicht wissen, wie sie Outlook bedienen können.
- Spülmaschine ausräumen (ich liebe es, sie einzuräumen).
- Dumme Menschen. Sind für mich Trigger Nummer eins. Damit meine ich Menschen, die weder antizipieren noch mitdenken wollen (gibt ja auch liebenswerte, die es nicht können). Die Ignoranz, dass man ein Gehirn besitzt ist das Schlimmste für mich.
Naaa… Stöckchen für dich?
Sag' gern in den Kommentaren Bescheid und wirf eine URL rein.
7 Kommentare / Kommentieren ↦
12. Februar 2026
Ich schrub es bereits vor zwei Wochen und schreib es nochmal: Rivva unterstützen.
Du solltest wirklich rivva unterstützen.
Also wirklich: Rivva unterstützen (!)
Digitale Souveränität bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen. Und manchmal kann man das einfach, indem man 5 Euro in einen Topf legt. Also, tu es bitte.

Link ↦
tl;dr in Zeiten von KI /auf Threads

… vlt. sogar ai;wr - ai; won't read 😉
12. Februar, 16:50 Uhr ↦