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2. Juli 2026

Krank ab Tag 1: Honig im Kopf

Sozialstaatsabotage kann man das nennen, was die CDU zusammen mit der SPD da heute an "Reformen" beschlossen hat.
Statt sich einmal das Gesamtsystem vorzunehmen und auf links zu drehen, baut man Sozialleistungen ab, erhöht den Druck auf die Bevölkerung und meint, damit wirklich einen Umschwung herbeiführen zu können.

Dass sowohl das Renten- wie auch das Krankenkassen-System einer grundlegenden Überhohlung bedürfe, ignoriert man.

Stattdessen ist die Antwort auf das nicht existente, aber seit Monaten von der CDU verbreitete Narrativ der überkranken Beschäftigen in Deutschland: Abschaffung der telefonischen Krankschreibung, und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung sind nun nicht mehr ab Tag 4 einer Krankheit, sondern ab Tag 1 vorzulegen.

So stellt man sich bei der CDU vor, den Krankenstand zu reduzieren und die Ärzte zu entlasten.

Ich frage mich indes, was genau in einem Gehirn falsch verdrahtet sein muss, damit man ernsthaft glaubt, damit die identifizierten Probleme zu lösen.

Frauen haben damit keine Möglichkeit mehr, während der Menstruation einen Tag auszusetzen. Eltern mit einem am Morgen fiebrigen Kind ebensowenig. Ich als erwachsener Arbeitnehmer, der am Morgen mal Kopfschmerzen hat ebensowenig. Mikränepatienten. Chronisch Kranke. All denen und mehr wird Flexibilität entzogen. Sie alle können auch nicht einfach mehr irgendwo anrufen – sondern füllen zusätzlich die Wartezimmer der Ärzte und Ärztinnen. Ich kann mir vorstellen, wie die gerade jubeln. Vor allem, wenn man sich anschaut, dass Ärzte nicht pro Patient bezahlt werden – mehr Patienten nützt also niemandem. Im Gegenteil: Es verstopft das System nur noch mehr. Ach so, und man zeige mir die Arztpraxis, die am Samstag oder Sonntag offen hätte für jene Arbeitnehmer, die da arbeiten. Naja, Details – wer will schon über die reden.

Und ob es am Ende der Wirtschaft hilft, wenn ich statt ein oder zwei Tagen eben direkt eine Woche krank bin?
Arbeitgeber haben übrigens schon heute die Möglichkeit, im Arbeitsvertrag zu regeln, ob man ab Tag 1 eine AU vorzeigen muss – wenden sie meist bei 'auffälligen' Arbeitnehmern oder kritischen Jobs (bspw. Baustellen) an.

Noch sind dies nur die Beschlüsse der Koalition und kein Gesetz.
Man kann nur hoffen, dass irgendwo auf dem Weg zur Gesetzesänderung noch jemand mit Verstand da mal zwischenruft und hinterfragt, was der Quatsch eigentlich soll?

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Om Malik

Die erste Wochenhälfte war ein bisschen "Land unter", weshalb ich zu nicht viel mehr gekommen bin, als meinen kleinen Newsletter zu schreiben. In diesem habe ich am Montag vom Tod Om Maliks geschrieben – und war wirklich betroffen. Und muss es deshalb auch hier festhalten. Nicht zuletzt, weil Om als Blogger-Ikone an diesen bloggigen Ort hier gehört.

Aus dem Newsletter:

Om Malik, der als GigaOm-Gründer ab 2001 eines der ersten einflussreichen Tech-Blogs schrieb, ist tot. Malik zeigte einer ganzen Generation, dass unabhängige Stimmen im Netz Reichweite und Einfluss aufbauen können – die Blaupause für vieles, was wir heute Creator nennen. Zuletzt arbeitete er als Investor bei True Ventures. Ein guter Moment, um daran zu erinnern, woher das alles kommt.

Die New York Times hat einen lesenswerten Nachruf (Geschenklink) verfasst, der die Rolle Oms beschreibt, die er für die (Tech-)Blogging-Szene und darüber hinaus hatte.

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Halb rum

Schon wieder sechs Monate rum 2026.
Der Start in meinen 45. Sommer war wahrscheinlich der kühlste der verbleibenden Sommer – und der heißeste. Schöne neue Klimawelt.

Wenn ich so auf meine Now-Seite schaue und die mit den letzten zwei Jahren vergleich, dann scheint 2026 bisher einigermaßen gemächlich dahin zu rollen … zur Realität gehört aber, dass dort nicht erwähnt ist, was mich beruflich in den letzten Monate beschäftigt hat. Das Projekt wurde Anfang der Woche abgeliefert – der Rest obliegt nicht mehr mir. Zuletzt hatte ich so ein Mammut-Ding 2018. Aller acht Jahre ist so ein Stretch also durchaus mal erlaubt, binnen dem man am Wochenende vielleicht nicht richtig abschalten kann. Dass ich von Arbeit geträumt oder Nachts aufgewacht bin und an etwas arbeitsbezogenes dachte jedenfalls ist schon eine ganze Weile her.

Streßlevel heute nun dann endlich wieder Null.
Und Ende nächster Woche geht es in den Urlaub.

Meine große "Errungenschaft" im ersten Halbjahr: Ich habe mich nach zwei Jahren ringen endlich entschieden, mit einem Personal Trainer an meiner Fitness zu arbeiten. Weniger im Bereich Ausdauer, die durch das ständige Radfahren sowieso gut ist. Eher im Bereich Muskel und Stabilität. Mann wird ja nicht jünger.

Dazu kommen Ausflüge mit dem Rad nach Berlin und auf den Brocken, neue Carbonlaufräder für den Ofen und nackte 2.800 Euro, um den Mustang einmal "auf Null" zu setzen (neue Stoßdämpfer, Querlenker, Reifen, Flüssigkeiten, …).

Zwischenzeitlich waren wir eine Woche in Ägypten, die ich nur am Meer verbracht habe um in Ruhe drei Bücher zu lesen, die nichts mit dem Job zu tun haben.

Und das war es im Groben auch schon. Manchmal gibt es Phasen im Leben, die einfach so schwinden, ohne groß Erinnerungen zu hinterlassen.
Mein Plan für die kommenden sechs Monate: Ein paar mehr Erinnerungen, ein bisschen weniger hinter dem Computer.

Als nächstes entschwinden wir für zwei Wochen nach Italien. Danach geht es mit dem Fahrrad nach Schweden. Und dann schauen wir mal, was der September bringt. Am Ende ist es eine Definitionsfrage: Ist 2026 erst oder schon zur Hälfte vorbei? 😉

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1. Juli 2026

Drei Kreuze.
Größtes und wichtigstes Projekt des Jahres mit Bravour abgeliefert. Alle happy. Jetzt muss nur noch das Ergebnis stimmen.

2 Kommentare / 1. Juli, 08:27 Uhr ↦

28. Juni 2026

Hitze, Wandern, Radfahren … Watrify hilft dir Trinkquellen und öffentliche Brunnen zu finden, wo du Wasser auffüllen kannst. Gibt es für Browser sowie iOS- und Android-App und ist kostenlos. ❤️

3 Kommentare / Link ↦

25. Juni 2026

Gestern Abend machte ich die Whoop-App auf und saß anschließend lächelnd auf der Couch. Einfach, weil mich der Blick auf den Tag glücklich machte. Weil ich dachte: Vor sechs Jahren hätte ich jemanden, der mir so eine Auswertung zeigt, für irre erklärt. Eine Stunde Training, eine halbe Stunde intensive Radfahrt und dann noch eine dreiviertel Stunde spazieren?

Ab und an bedauere ich ein wenig, dass ich jahrelang dachte, Sport sei nichts für mich.
Auch, weil ich in der Schule immer zu denen gehörte, die im Sportunterricht permanent Demütigung erfuhr – primär durch Noten und Lehrer. Nie hätte ich gedacht, dass mein Fourty-something-Alter Ego daran mal Spaß haben könnte.

Jetzt fahre ich bald sechs Jahren Rennrad, gehe jeden Tag mit dem Hund spazieren und habe vor ein paar Wochen mit einem Personal Trainer angefangen auch den Rest (statt nur der Beine) zu trainieren. Und ich könnte selbst an so vollen Tagen wie heute nicht glücklicher sein … Schon witzig.

25. Juni, 05:50 Uhr ↦

23. Juni 2026

300 Kilometer mit dem Fahrrad durch die Nacht – diesmal auf den Berg

Midsommar. Die kürzeste Nacht.

Letztes Jahr habe ich die genutzt, um mit dem Fahrrad von meinem Wohnort zwischen Leipzig und Halle nach Potsdam und zurück zu fahren. 310 Kilometer allein durch die Nacht. 960 Meter Höhenunterschied. Hier habe ich darüber gebloggt.

Dieses Jahr entschied ich mich recht spontan, das zu wiederholen.
Nun wäre die gleiche Route ziemlich langweilig, oder? Deshalb entschied ich, mich meinen Vereinmitglieder:innen des VCA anzuschließen - und gemeinsam in einer kleinen Gruppe zum Sonnenaufgang auf den Brocken zu radeln.

150 Kilometer mit der Gruppe hin, rauf auf den Berg und dann allein zurück.
Ausgesucht hatten wir uns bestes Wetter: tagsüber kletterte das Thermometer auf knapp über 30 Grad, und Nachts sank die Temperatur nie unter angenehme 20 Grad. Beim Sonnenaufgang auf 1.500 Metern Höhe konnte man noch immer in kurzen Radklamotten dastehen, ohne zu frieren.

Am Samstag Abend radelte ich gemütlich zum 15 Kilometer entfernten Treffpunkt, wo sich 20 Leute für den gemeinsamen Ride einfanden. Irgendwann gegen 20:30 Uhr ging es dann los Richtung Westen. Durch das Saaletal ging es nach Hettstedt, wo wir gegen 22 Uhr über die Aral her fielen. Nach rund einer halben Stunde "Tankstopp" ging es im Pulk auf kleinen und ruhigen Straßen weiter Richtung Harz.
Über Ballenstedt und Gernrode ging es nach Thale. Dort gab es einen weiteren 40 Minuten-Stopp zum auftanken. In Blankenburg (wo sich ein Mitfahrer wegen festen Freilaufs leider verabschieden musste) und Elbingerode gab es leider noch mal zwei Zwangsstopps wegen technischer Defekte im Team. Ab da setze ich mich vorn in die Gruppe und führte das Team einige Meter nach oben – bis sich die Gruppe ein bisschen zerrte, weil jede:r in seinem eigenen Tempo den Berg anging. Über Drei Annen Hohne und Schierke ging es zum Brocken hinauf.

Für mich war der Berg tatsächlich der größte Anstieg in meinen Radler-Leben. Die Meter bis Schierke fand ich ehrlich gesagt total fein. Hilfreich dabei war am Ende wohl auch, dass die Höhenmeter im Schein des Frontlichts nicht so gewaltig wirkten. Ab Schierke zog es dann jedoch an und die Serpentinen der Straße hoch waren durchaus anspruchsvoll. Zweimal musste ich auf 11 Kilometern, auf denen man die 600 Meter Höhenmetern erklimmt, kurz eine Trinkpause einlegen.
Insgesamt habe ich auf den Metern sicherlich so viel geschwitzt wie noch nie … ich hab' ordentlich Wasser auf dem Weg gelassen.
Dann aber oben aus den Pedalen zu klicken, und zu wissen, dass man gerade 170 Kilometer und den größten Berg Mitteldeutschlands überwunden hat war schon ein fantastisches Gefühl.

Und dann hatte ich es tatsächlich zur Zielzeit geschafft: Oben angekommen – pünktlich zum Sonnenaufgang um 04:56 Uhr.
Gemeinsam mit allen anderen Mitfahrenden genossen wir den Sonnenaufgang mit wenigen Wanderern, die das ungetrübte Spektakel des Sonnenaufgangs mit auf der Bergspitze bestaunten.

Nach etwas mehr als 30 Minuten ging es dann an die Abfahrt.
Den gleichen Weg, den ich mich gerade noch hochgequält hatte, ging es nun im Eiltempo hinab. Bis zu 76 km/h zeigte mir das Garmin an – trotz beider Hände an den Bremshebeln, weil hier und da doch auch Wanderer den asphaltierten Weg zum Abstieg nutzten.

Unten in Schierke sammelte sich die Gruppe dann und radelte gemeinsam nach Wernigerode.
Von dort nahmen die Teilnehmer:innen andere Ziele in Angriff: Manche schnappten sich den Zug von Wernigerode aus. Nach einer kurzen Pause an der Tankstelle nahmen ein paar den Zug in Hettstedt in Angriff. Vier Menschen entschieden sich für die Rückfahrt mit einem Bogen in den Norden nach Halle.

Ich hatte meine Rückreise davon abhängig gemacht, wie ich mich nach dem Brockenaufstieg fühlte.
300 Kilometer am Stück traute ich mir zu – nur hatte ich eine solche Strecke bisher nicht in Kombination mit einem solchen Anstieg absolviert. Unten in Wernigerode entschied ich mich dann, allein nach Hause zu radeln und nahm die 120 Kilometer mit guter Mitsing-Musik auf den Ohren in Angriff.

Das Wetter schlug gegen 8:45 dann von freundlich um – ein kurzes Gewitter überdauerte ich unter einer Kastanie bei Meisdorf. Schon davor nahm nach einer wirklich recht ruhigen Nacht der Wind mächtig an Kraft auf. Zu meinem Glück allerdings drückte er nicht von vorn, sondern tatsächlich meistens von hinten.

Die Kühle war indes gut – mit meinem Windbreaker an war alles wieder bestens. Gegen 11 Uhr kam dann auch die Sonne wieder raus.

Ich machte noch zweimal kurz 10 Minuten Pause auf dem Weg nach Hause und traf gegen Mittag Zuhause ein.

Diesmal verstrichen für die 310 Kilometer (80 Meter weniger als letztes Jahr Midsommar) insgesamt 17 Stunden und 10 Minuten – vier Stunden mehr als letztes Jahr. Allerdings haben wir auch deutlich mehr Pausen gemacht und natürlich braucht der Aufstieg in die Berge Zeit. Ohne Standzeit lag meine Durchschnittsgeschwindigkeit bei 25,6 km/h (0,9 km/h langsamer als 2025), womit ich wirklich total fein bin.

Wie schon letztes Jahr geschrieben ist die Reise auf dem Fahrrad durch die Nacht sehr besonders. Die Ruhe, der Schein der eigenen Lampe.
Die zwei kritischsten Situationen waren tatsächlich eine Wildschweinfamilie, die kurz vor uns über die Straße stürmte. Und eine Gruppe leicht angetrunkener Männer, die in einem Dorf hinter einer scharfen Linkskurve auf der Straße saßen/lagen.
Natürlich ist das Fahren in der Gruppe Nachts nochmal anspruchsvoller. Als Verein, der aber regelmäßig auch Social Rides an Abenden veranstaltet, war aber jede:r geübt und daher auch das gegenseitige Vertrauen da. Das schweißt auf andere Art zusammen. Und auch, wenn das kein so ruhiges Erlebnis war, wie meine letztjährige Midsommar-Tour, so werden von dieser Tour trotzdem auch wieder Erinnerungen im Kopf bleiben. Anders, aber trotzdem geil.

Ich habe die Tour diesmal mit 2x 0,75 Litern mit jeweils 90g Carbs (44 g Maltodextrin + 36 g Fructose + ~1 g Salz) gestartet + 0,5 Liter mit Dextro-Isotrink. An den beiden nächtlichen Tankstellenstopps habe ich jeweils ein 0,5 Gatorade und eine 0,5 Liter Wasserflasche geholt. Am Morgen in Wernigerode habe ich dann 2 Laugenbrötchen mit Salami/Käse gegessen und mir eine dritte 90g Carbs-Flasche mit 0,5 Liter Wasser angemischt + eine weitere 0,5 Liter Gatorade. Dazu gab es auf dem Weg 2 Snickers (pro Tankstelle) und eine Rolle Haribo-Rollo.
Das wars. Ich kam damit sehr sehr gut durch die Nacht, hatte nie Hunger und immer Druck auf dem Pedal (zudem keine Magenprobleme). Laut Garmin habe ich 7,9 Liter "weggeschwitzt", und ich hatte das Gefühl, dass das gut sein konnte. 😅

Am Sonntag habe ich dann nach dem Ankommen Zuhause eine Stunde Mittagsschlaf gemacht und bin gegen 22 Uhr ins Bett gefallen.
Am Montag habe ich mich sehr fit gefühlt und keinerlei Beschwerden.

Prädikat: Mach ich wieder. 😉

Meine Route auf Strava & Komoot.

 

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22. Juni 2026

Social-Media-Verbot: vermeintlicher Kinderschutz unter Ausblendung der Wirklichkeit

Am 24. Juni soll eine vom Familienministerium eingesetzte Expertenkommission ihre Empfehlungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt vorstellen. Auf Basis dieser wird die Bundesregierung die Diskussion um ein Social-Media-Verbot für Kinder weiterführen. Nun warnen im Vorfeld 12 Institutionen – darunter AWO, Kindernothilfe, D21 sowie Bundeselternrat und Bundesschülerkonferenz – vor einem generellen Verbot. Digitale Räume seien „elementare Orte zur Kommunikation mit Freund:innen, Orientierung, Information, Unterhaltung und Vernetzung“. Statt eines Verbots fordern die Unterzeichnenden mehr Medienkompetenz-Bildung, Plattformaufsicht und das Durchsetzen bestehender Regeln. (Text aus meinem Newsletter)

Die Expertensicht ist nicht neu. Und wird von der Politik doch gern ignoriert.

Erst am Freitag habe ich dazu einen Beitrag geschrieben: The UK Has Taken the Easy Route by Banning Social Media.

Im Grunde schreiben AWO und Co. auf, was auch meine Argumente gegen ein Verbot sind: Wir brauchen "Medienkompetenz vor 8" in der ARD, Broschüren bei Elternabenden und zeitgemäßen Unterricht an Schulen, der nicht auf Basis engagierter Lehrer:innen passiert, sondern Zeit im Lehrplan hat. Wir brauchen nicht „Denkt doch einer an die Kinder“-Panikmache, sondern eine Durchsetzung bestehender Regeln gegenüber den Plattformen. Und wir müssen die Plattform-Haftung ändern. Plattformen, die Inhalte mithilfe von Algorithmen neu sortieren haben in einer gewissen Art haftbar zu sein. So, wie auch TV Sender nicht jeden Mist ausstrahlen dürfen.

Ich bin mittlerweile überzeugt, dass uns die CDU ein Social-Media-Verbot für Kinder einbrocken wird.
Spätestens Herbst werden wir einen entsprechenden Gesetzesentwurf sehen, egal wie der Bericht der Experten am Mittwoch ausfallen wird. Egal, was Experten und Kinder sagen. Solange sich Unwissen mit einer starken Meinung paart und zu solchen Umfrageergebnissen führt, lässt sich gut Politik machen: „In der Gruppe der Haushalte, in denen Kinder leben, sowie unter den Befragten im Alter von mindestens 60 Jahren fordern jeweils 60 Prozent ein Verbot. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es nur 51 Prozent und damit deutlich weniger - aber immer noch die Mehrheit”.

Privat bin ich von einem Verbot nicht mehr betroffen – meine Kids sind ab August alle volljährig. Aber mich fuchst, wie sich hier weitgehend Unwissen mit Populismus und einfachen Lösung mit langfristigen Konsequenzen (Alterskontrolle im Web) unter Ausblendung der Realität (…suchen sich Jugendliche eben andere Plattformen; WhatsApp soll nicht verboten werden, bietet aber mit Channels etwas an, dass sich bei Jugendlichen fragwürdiger Beliebtheit erfreut) gepaart wird.

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19. Juni 2026

18. Juni 2026