22. Juni 2026
Am 24. Juni soll eine vom Familienministerium eingesetzte Expertenkommission ihre Empfehlungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt vorstellen. Auf Basis dieser wird die Bundesregierung die Diskussion um ein Social-Media-Verbot für Kinder weiterführen. Nun warnen im Vorfeld 12 Institutionen – darunter AWO, Kindernothilfe, D12 sowie Bundeselternrat und Bundesschülerkonferenz – vor einem generellen Verbot. Digitale Räume seien „elementare Orte zur Kommunikation mit Freund:innen, Orientierung, Information, Unterhaltung und Vernetzung“. Statt eines Verbots fordern die Unterzeichnenden mehr Medienkompetenz-Bildung, Plattformaufsicht und das Durchsetzen bestehender Regeln. (Text aus meinem Newsletter)
Die Expertensicht ist nicht neu. Und wird von der Politik doch gern ignoriert.
Erst am Freitag habe ich dazu einen Beitrag geschrieben: The UK Has Taken the Easy Route by Banning Social Media.
Im Grunde schreiben AWO und Co. auf, was auch meine Argumente gegen ein Verbot sind: Wir brauchen "Medienkompetenz vor 8" in der ARD, Broschüren bei Elternabenden und zeitgemäßen Unterricht an Schulen, der nicht auf Basis engagierter Lehrer:innen passiert, sondern Zeit im Lehrplan hat. Wir brauchen nicht „Denkt doch einer an die Kinder“-Panikmache, sondern eine Durchsetzung bestehender Regeln gegenüber den Plattformen. Und wir müssen die Plattform-Haftung ändern. Plattformen, die Inhalte mithilfe von Algorithmen neu sortieren haben in einer gewissen Art haftbar zu sein. So, wie auch TV Sender nicht jeden Mist ausstrahlen dürfen.
Ich bin mittlerweile überzeugt, dass uns die CDU ein Social-Media-Verbot für Kinder einbrocken wird.
Spätestens Herbst werden wir einen entsprechenden Gesetzesentwurf sehen, egal wie der Bericht der Experten am Mittwoch ausfallen wird. Egal, was Experten und Kinder sagen. Solange sich Unwissen mit einer starken Meinung paart und zu solchen Umfrageergebnissen führt, lässt sich gut Politik machen: „In der Gruppe der Haushalte, in denen Kinder leben, sowie unter den Befragten im Alter von mindestens 60 Jahren fordern jeweils 60 Prozent ein Verbot. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es nur 51 Prozent und damit deutlich weniger - aber immer noch die Mehrheit”.
Privat bin ich von einem Verbot nicht mehr betroffen – meine Kids sind ab August alle volljährig. Aber mich fuchst, wie sich hier weitgehend Unwissen mit Populismus und einfachen Lösung mit langfristigen Konsequenzen (Alterskontrolle im Web) unter Ausblendung der Realität (…suchen sich Jugendliche eben andere Plattformen; WhatsApp soll nicht verboten werden, bietet aber mit Channels etwas an, dass sich bei Jugendlichen fragwürdiger Beliebtheit erfreut) gepaart wird.
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19. Juni 2026
Ist das eine Blase?
SpaceX will einen Code-Editor (mit ein bisschen KI-Gewusel) für 60 Milliarden US-Dollar kaufen.
Und OpenAI vebrennt im Jahr 2025 insgesamt 34 Milliarden US-Dollar, generiert aber gerade einmal 13 Milliarden an Einnahmen.
Alles gut.
Zum Vergleich die Liste der größten Unternehmensübernahmen – in der taucht übrigens Elon Musks Taschenspielertrick von "SpaceX übernimmt xAI für 250 Mrd" auf Platz 3 auf.
19. Juni, 07:51 Uhr ↦
18. Juni 2026
Der reichste Mann der Welt würde unliebsame Journalisten gern umbringen.
Aber sonst ist alles eben normal.

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Wozu gibt es 2026 eigentlich noch immer die Caps Lock-Taste auf Tastaturen?
7 Kommentare / 18. Juni, 14:47 Uhr ↦
17. Juni 2026
Capri-Sun wollte es den Plastikstrohalm-Gegnern mal so richtig zeigen – und scheitert krachend. Mit einer Petition zur „Rettung des Plastik-Strohhalms“ konnte man statt der anvisierten eine Million Unterschriften gerade einmal 170.000 sammeln. Süß. Der 85-jährige Firmen-Patriarch Hans-Peter Wild meint in der Rhein-Neckar-Zeitung: „Die Petition war schlecht gemacht und falsch“.
17. Juni, 19:02 Uhr ↦
16. Juni 2026
„Die Regionalzeitungen haben nicht die Ressourcen, die Digitalisierung zu umarmen”, sagt Rainer Esser, frühere Geschäftsführer der Zeit.
Ich halte das für eine Binsenweisheit. Wer es schafft einen Redaktionsschluss mit Print und Auslieferung zu organisieren, kann auch online machen. Was Verlage bis heute nicht verstanden haben: Dass lokaler Journalismus über Community und Leserbindung vor Ort funktioniert und nicht über "Abverkauf". Das Bedürfnis von Lesern, zu wissen, was vor der Haustür passiert ist nicht plötzlich abhanden gekommen. Statt einen fetten Mantel aus dem Einheitsbüro zu produzieren und seine Seite mit Nachrichten vollzustopfen, die Leser:innen sowieso andernorts besser bekommen, sollten sich Regionalzeitungen auf das konzentrieren, was ihr Alleinstellungsmerkmal ist: Lokale Verbindungen und Nachrichten.
Und dann lauert da noch ein anderes Problem: Jede lokale Zeitung die stirbt oder ihren Job nicht gut macht, öffnet die Lücke nach rechts.
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Könnte direkt aus einer Parallelwelt kommen, in der die Tech-Geschichte vor 40 Jahren eine andere Abbiegung genommen hat: Commodore ist zurück und bringt ein Klapp-Dumb-Phone namens Callback raus.
Nein, kein Scherz – auch, wenn die Bilder auf der Webseite so wohlklingende Namen wie „Screenshot-2026-06-16-at-00.47.02-1024x580.png” haben …

Wer sein Daumen und Ohr an das Retro-Phone schmiegen möchte, der muss immerhin 430 Euro auf den Tisch blättern. Was ungefähr 300 Euro mehr sind, als ich für sowas als Gag auf den Tisch legen würde. Dafür kann man zwischen vier Farben wählen – wobei natürlich einzig und allein beige die richtige Entscheidung. /via
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15. Juni 2026
Großbritannien macht ernst: Wie erwartet hat der britische Premier Keir Starmer ein Social-Media-Verbot für Unter-16-Jährige angekündigt und bezeichnet es als weitreichendstes weltweit. Als Vorbild dient Australien – aber mit „Plus“, so Starmer. (BBC, TechCrunch)
Betroffen sind alle großen Plattformen: TikTok, Instagram, YouTube, Snapchat, Facebook und X. Messenger wie WhatsApp und Signal sollen ausgenommen werden. Anders als in Australien sollen auch KI-Chatbots künftig nur noch für Volljährige erreichbar sein. In Kraft treten sollen die Regeln im Frühjahr 2027, dazu muss die Medienaufsicht Ofcom nun jedoch ein System zur Altersverifizierung aufbauen.
Die Regierung begründet den Schritt mit Suchtmechanismen, Mobbing und schädlichen Inhalten. Sie beruft sich auf eine Konsultation, in der über 83 % der teilnehmenden Eltern die Risiken höher gewichteten als den Nutzen. Befragte Jugendliche selbst wünschten sich laut Regierung primär mehr Schutz statt eines pauschalen Verbots. Offenbar gewichtet die Regierung jedoch das Anliegen der Eltern höher. (Sky)
Nicht nur von Jugendlichen gibt es Gegenwind: Plattformbetreiber reagierten wenig überraschend mit Ablehnung. Gleichzeitig wirbt Starmers Regierung bei der Trump-Administration aktiv um Rückendeckung – das Gesetz schütze Kinder und sei kein Angriff auf US-Tech. Trumps Regierung hatte Starmer vor einer Woche bereits vor einem Gesetz gewarnt. Und Elon Musk nannte das Vorhaben ein Zensur-Gesetz. (Guardian, Sky)
Vorbild für Großbritannien ist Australien, wo ein Verbot seit Dezember 2025 in Kraft ist. Nach wenigen Monaten zeigt sich dort, wie schwer die Durchsetzung ist. Laut Erhebung nutzen im März 2026 noch rund 61 % der zuvor aktiven Jugendlichen die eigentlich gesperrten Plattformen. Bei Eltern bleibt das Verbot dennoch beliebt, auch wenn Fachleute zweifeln, ob ein pauschaler Bann überhaupt wirkt. (Sherwood)

Für alle, die jüngere Zielgruppen ansprechen, wird die Frage nach Reichweite und Plattformwahl zunehmend zur Strategiefrage. Auch innerhalb der EU gibt es seit Monaten Diskussionen um ein Social-Media-Mindestalter. Zuletzt hatte die irische Regierung angekündigt, die kommende EU-Ratspräsidentschaft für eine stärkere gesetzliche Regulierung sozialer Netzwerke nutzen zu wollen. (heise)
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14. Juni 2026
The text is not the product – zumindest, wenn man Hausarbeiten und -aufgaben und Arbeitstexte schreibt. Deshalb macht es keinen Sinn, sie durch KI erstellen lassen. Denn sie sind vielmehr ein Arbeitsmittel – zum denken, urteilen und für eine Sache einstehen lernen. „AI wirkt nur dann bedrohlich, wenn man glaubt, das Ziel sei der fertige Text und nicht der Mensch, der sich durchs Lesen, Umschreiben und Scheitern bildet.“, schreibt Gerald Hensel in der aktuellen Ausgabe seines immer empfehlenswerten Newsletters.
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Diese REWE Werbung mit diesem Fussball-Gedöns macht mich aggressiv: „Mach besondere Momente noch besonderer“
MEINE FRESSE, 'besonders' ist ein Adverb und kann nicht gesteigert werden!!! Ich hasse es, wenn Werber so einen Quatsch schreiben.
14. Juni, 16:38 Uhr ↦