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12. Februar 2026

11. Februar 2026

Wartet mal eben kurz … meinen die das ernst?

Mit Fax-KI kann man „eine Frage oder Aufgabe per Fax an die Nummer 0531-490590019 [senden] und Fax-KI analysiert Ihre Anfrage, um Ihnen eine detaillierte Antwort direkt zurück an Ihr Faxgerät zu senden“. Das ist so ziemlich der deutscheste Dienst, den ich mir vorstellen kann.

2 Kommentare / Link ↦

Bitte lass die Finger von KI, wenn…

Simon Berlin und Martin Fehrensen haben im Social Media Watchblog (SMWB) gestern Vorschläge für eine KI-Etikette aufgeschrieben. Und ich möchte die hinter der Paywall versteckten Dinge einmal ans Licht ziehen, weil sie verdient haben diskutiert zu werden (und ich ihnen zustimme).

Das SMWB ist kostenpflichtig, und die Arbeit hat verdient bezahlt zu werden. Deshalb zitiere ich die schlauen Gedanken der aktuellen Ausgabe hier nicht großflächig, sondern greife nur die Vorschläge von Simon und Martin und formuliere meine eigenen Gedanken.

Noch ein Satz, bevor wir loslegen: Ich äußere mich im Blog hier oft kritisch zu KI. Zuweilen mag es erscheinen, als sei ich ein fanatischer Gegner. Dem ist auf keinen Fall so. Claude Code gehört mittlerweile zu meinen täglich genutzten Sparing- und Entwicklungspartnern, ich nutze Perplexity für komplexe Recherchen und ich befürchte, Claude AI kennt mich mittlerweile besser als meine Familie. Hier im Blog gebe ich mir aber Raum, die (meine und eure) Nutzung zu hinterfragen. Das erscheint dann zuweilen überkritisch – liegt aber in der Natur der Dinge.

Also: Verzichte auf den Einsatz von KI, wenn…

Du Freund:innen oder Bekannten schreibst

Lange Mails und Briefe waren bisher ein Ausdruck von 'Du bist mir Zeit und Gedanken wert'. Doch „zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit kann ein Text der Empfänger:in mehr Aufwand abverlangen als dem Absender“, schreibt das SMWB. Und das ist bei Briefen wie bei Büchern: Wenn ich dir nicht die Zeit wert bin, wieso solltest du sie mir wert sein? Ich hab besseres verdient als KI-Slop – ich hab' deine Zeit verdient; ich bin kein ToDo, dass du dringend abhaken musst. Melde dich meinetwegen seltener, aber dann persönlich.

Du mit Kolleg:innen kommunizierst

Im vergangenen September prägten Forschende aus Stanford den Begriff 'Workslop' (hatte ich hier im Blog). Und dummerweise greift der massiv um sich. Selbst in meiner Firma ist das Satz „Ich hab' mal Chatty gefragt“ so dermaßen inflationär in Diskussionen zu hören mittlerweile, ich möchte in Tischkanten beißen. Leute, nutzt euer Gehirn – Chatty kann ich selbst fragen. Und deine ungefilterte KI-Kacke verlangt mir mehr ab, als dir – wieso soll das bitte fair sein, dein Nicht-Nachdenken mir aufzubürden? Klar, die Entwicklung wird von Unternehmen am Ende forciert, wenn man Microsoft CoPilot integriert, der auf Mails antworten soll, oder überall Chatbots einführt. Aber niemand kann dich zwingen … Insofern: Lass uns doch bitte am Arbeitsplatz nicht zu KI-Sklaven werden …

Menschen nicht eingewilligt haben, KI-Inhalte zu empfangen

Siehe Punkt oben: „Ich hab' mal Chatty gefragt…“ … nee, lass gut sein. Das ist, als würdest du mir vor die Füße kotzen.
Ähnlich halte ich es mit Newslettern und Online-Texten, die von KI erzeugt wurden und nicht kenntlich gemacht sind – ich komme mir dann einfach betrogen vor. Es ist vollkommen okay, die eigenen Dinge von KI checken zu lassen. „ChatGPT-Copypasta? Verschon uns bitte“, schreibt das SMWB und ich schließe mich an.

Der Prozess Teil des Ergebnis ist

„Wenn man Denken an LLMs auslagert, werden andere und weniger Areale im Hirn aktiv (SMWB) […] Auch wenn das Ergebnis gut sein mag, bleibt bei uns oft weniger hängen.“ Lesen, Verstehen, Schreiben – all das gehört zum Prozess des Verarbeitens, Denkens und des Entstehens dazu und ist immens wichtig. Ja, auch ich nutze KI-Zusammenfassungen – jedoch ausschließlich bei Themen, die mir weniger wichtig sind: Was der organgene Affe in Washington heute angestellt hat, muss ich nicht seitenlang lesen, dass kann die KI in drei Sätzen zusammenfassen. Wieso sich gerade alle über irgend eine Talkshow aufregen – here you go, Perplexity. Bei allem, was ich aber verarbeiten muss, investiere ich Zeit und lese mich durch …

Die Antwort richtig sein muss

Moderne LLMs konfabulieren seltener – trotzdem sind es eben keine Wahrheitsmaschinen, sondern Wahrscheinlichkeitsmaschinen. Bedeutet: Alles, was ein LLM dir erzählt, solltest du gegenchecken. Hervorragend lässt sich das an stritigen oder aktuellen Themen testen: Claude AI zum Beispiel fungiert als Lektor meines kleinen Newsletters. Regelmäßig weist es mich dann darauf hin, dass ein eine aktuelle Entwicklung fehlerhaft sei, oder korrigiert mich. LLMs kommen vor allem bei aktuellen Entwicklungen ins Straucheln. Das mag sich mittlerweile verbessert haben, wenn man sie konkret anweist zu recherchieren – aber wenn die Quellen mittlerweile zu einem bedeutenden Teil auch die KI-generierte Grokipedia von Elon Musk, YouTube Videos und reddit sind, sollte man den Kopf zumindest eingeschaltet lassen und die Ergebnisse kritisch prüfen.

Was meinst Du? Deal?

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9. Februar 2026

Elon Musk verschiebt das Ziel "Mars" auf "in 20+ Jahren".
Es ist 2.698 Tage her, als der kleine Elon versprach, SpaceX könnte 2028 seine erste Mars-Basis bauen.

Stattdessen will der reichste Mensch der Welt jetzt sich selbst replizierende Städte auf dem Mond bauen. (Link zu X)

… wenn ich in meinem Job nur halb so viel herbeifantasieren würde, wie der reichste Mensch … ich wäre meinen Job sehr rasch los.
Während ich als Spinner abgetan würde, ist Elon ein Visionär.
Was mich von ihm unterscheidet: Ich habe 800 Mrd. und wahrscheinlich 14 Kinder weniger – aber noch alle meine Gehirnzellen. ¯\_(ツ)_/¯

1 Kommentare / 9. Februar, 09:11 Uhr ↦

Meinung ändert keine Tatsache.

— Francesco Petrarca (1304–1374), Dichter & Gelehrter, der als erster 'zweckfreier Wanderer' gilt – er bestieg am 26. April 1336 gemeinsam mit seinem Bruder den 1.912 Meter hohen Mont Ventoux in der Provence; aus purem Vergnügen.

9. Februar, 00:23 Uhr ↦

8. Februar 2026

Das C in CDU steht für 'Coach'

Die CDU führt den Laden hier, als wäre er ein mittelständischer Hähnchenschlachthof im Sauerland. Sie weiß, wie man Menschen motiviert – wie Coach Kevin.

Anders kann ich mir nicht mehr erklären, was in dieser Partei vor sich geht.
Nachdem Merz und seiner Truppe das Bundesarbeitervolk schon als faul und zu oft krank beschimpft hat – das gefälligst mehr und länger arbeiten gehen und die Zähne selbst zahlen soll – kommt jetzt der nächste um die Ecke: Der aus wahltaktischen Gründen seit 11 Tagen im Amt befindliche CDU-Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt will die faulen Hartz IV-Säue zum Reichsarbeitsdienst antreten lassen. Straßen bauen fegen und sowas. (tagesschau)

… zumindest mal einen Sprachkurs belegen könnten sie, legt Schulze nach und impliziert damit, dass die meisten betroffenen wohl primär nicht integrierte Ausländer seien. (Screenshot: BILD)

Schulze hatte den Vorschlag schonmal im Januar gemacht. Da verfing er offenbar nicht wie gewünscht, weshalb er ihn trotz Kritik einfach jetzt als Ministerpräsident wiederholt.

Die CDU ist an Widerwärtigkeit mittlerweile nicht mehr zu überbieten. Das Framing, dem man sich bedient, um auszuloten wie weit man den Sozialstaat so in den kommenden Jahren trimmen kann, ist rechtem Populismus entlehnt und setzt Menschen schlichtweg herab.

So sehr wir die Debatte um Reformen um Rente, Sozialreformen und – eigentlich auch! – Vermögenssteuern brauchen; das Framing und die Worte mit denen die CDU diese führt lässt mich staunend zurück. Permanent tritt man nach unten und blickt auf den Bundesbürger nicht als mündigen Menschen, sondern zur Leistung verpflichtete Arbeitskraft zum Wohle des Bruttosozialprodukts. Und das alles, während Reallöhne sinken und Kapitalerträge steigen …

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7. Februar 2026

Eine Ode an DS9

Deep Space Nine ist nicht nur meine liebste Star Trek-Serie. DS9 ist mein Zufluchtsort. Das meine ich Ernst. Diese Serie, diese Station ist mein Tempel – so seltsam sich das für manch eine:n anhören mag.

Nun hat sich Star Trek: Starfleet Academy S01 S05 die Aufgabe gesetzt eine "Ode an DS9" sein zu wollen.
Und naja, hier sitze ich nun an einem Samstag Vormittag auf der Couch und verdrücke ein paar Tränchen. Denn irgendwie schafft es die Episode die richtigen Knöpfe zu drücken. Sie setzt nicht nur Benjamin Sisko ein Denkmal, sondern Avery Brooks. Dass sie gleichzeitig Cirroc Lofton als Jake Sisko zurückbringt und uns versichert, dass es ihm gut ging, ist umso schöner. Im Englischen Original dann die letzten Sätze von Brooks gesprochen zu hören, brach mich dann leider …

War das einigermaßen "billig"? Ja.
Brauchte ich das? Nein. Und doch!

Einen fetten Minuspunkt gibt es für Tawny Newsome. Die liefert als Autorin der Episode zwar hervorragende Arbeit ab, aber ich kann dann nichts anderes als eine pure Mary Sue-Ego-Nummer darin sehen, wenn sie sich auch noch als Schauspielerin in die Episode schreibt – und dann auch noch die Rolle spielt, die sie spielt*. Schade, wirklich… All meine Gedanken hier.

Nach nun 5 Episoden setze ich mich als jemand, der seit 1991 Trekkie ist, offenbar deutlich von anderen Alt-Trekkies ab, wenn ich sage: Academy überrascht mich bisher. Seit 30 Jahren dachte ich, dass es eine solche Serie nicht braucht, dafür habe ich richtig viel Spaß an ihr.

Bernd Schneider schreibt in seiner jüngsten Kritik: „So if I'm asked whether SFA is the worst Trek series, based on what I've seen so far, I have to say yes“ – und ich kann überhaupt nicht LAUTER WIDERSPRECHEN, wenn ich bspw. das Debakel anschaue, dass alle Seasons von Picard oder das meiste von Discovery war. Diese Serien habe ich ebenfalls geschaut, immer auch gesehen, was sie versuchen, aber zu keinem Zeitpunkt hatte ich mit ihnen so viel FREUDE wie mit Academy in den ersten 5 Episoden.

* Spoiler: Newsome spielt einen Cardassianer-Trill-Mix der rein zufällig natürlich ein Dax-Symbiont ist.

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6. Februar 2026

Algorithmen sind Gift für uns alle – nicht nur für Kinder

Ich bin – als dreifacher Vater – ja gegen ein Social-Media-Verbot für Kids. Überall auf der Welt (Australien voran, Frankreich, Spanien, Niederlande, Indien, …) machen es sich Politiker gerade ziemlich einfach, indem sie genau so ein "Social Media-Mindestalter" fordern.
Als nächstes wird die CDU auf ihrem Parteitag am 20.02 wohl darüber abstimmen

Das Ding ist: Auch als Erwachsener will ich den süchtig machenden, manipulativen und schrecklichen Dingen auf Social nicht ausgesetzt sein. Wenn ein Schutz dann zusätzlich mit einer faktischen Ausweispflicht in einem öffentlich digitalen Raum verknüpft wird, dann bewegen wir uns schnell in sehr dystopischen Welten.

Dabei haben wir bereits Gesetze und Hebel, um gegen genau die Mechanismen vorzugehen, die hier immer als "Jugendschutz" vorgeschoben werden.

Wenn man Social Media derzeit immer mit Alkohol vergleicht und deshalb einen Jugendschutz fordert, dann halte ich dagegen: Bier ist verboten, weil du den Alkohol nicht rausbekommst. Alkoholfreies Bier indes kann lt. Gesetz auch ein Kind kaufen.

Wer bitte will denn manipulative Algorithmen? Lass uns doch lieber für alle das Gift aus den Algorithmen holen, wenn wir wissen, dass sie nicht nur Kindergehirne, sondern auch erwachsene Meinungen und Demokratien zerfressen.

Insofern freut mich die heutige Meldung, wenn die EU Kommission feststellt, dass TikTok mit seinem "süchtig machenden Design" gegen das EU-Gesetz über digitale Dienste verstößt. Weil es eben deutlich macht, dass das nicht nur für Kinder Scheisse ist, sondern für uns alle.

Jetzt bitte nur eben die richtigen Konsequenzen daraus ziehen, liebe EU.

(Zuerst veröffentlicht auf LinkedIn)

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