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10. März 2026

Die Zukunft der Jobsuche

At age 59, now 60, I was made made redundant nine months ago because, as I was told, AI can now do my job as a writer (former print journo) and comms specialist. In the past nine months, I’ve been unable to find a job, and I’ve applied for everything – supermarkets, petrol stations, call centres. Anything that will mean I can keep a roof over my head. I can’t even hand my CV to anyone (I’ve tried). You now have to go through online AI questionnaires that, for reasons I cannot fathom, keep telling me I’m the life of the party and love to be the centre of attention. I’m an introvert – nothing could be further from the truth. I’m quiet, respectful, incredibly hardworking and 100% committed to doing the best I can. But I can’t land a job. It’s soul-destroying. I’m close to being homeless. So yeah, this is not a future issue, it’s a clear and present now issue. And it’s only going to snowball. People like me are the canaries in the coal mines.

Diesen beklemmenden Kommentar eines 60-jährigen auf Jobsuche bei Johannes gelesen, darüber wie KI ihn wegfiltert und Zugänglichkeiten zu Menschen wegfiltert. Als Introvertierter hast du es auf dem Jobmarkt sowieso nicht leicht, wenn dann aber auch noch ggf. überqualifiziert ist und deine durch KI vorab ermittelten 16 Personalities, Big 5, CliftonStrengths und Myers-Briggs-Facetten erzählen, dass du introvertierter Logiker bist, wird es wohl in Zukunft wirklich schwerer …

Derweil redet unsere Politik über Vollbeschäftigung, statt mal ihren Blick darauf zu werfen, wie wir Roboter- und KI-Arbeit mit Steuern und Sozialarbeit belegen müssten, wenn sie hier langsam Jobs ersetzt und Menschen aktiv davon abhält, an Jobs zu kommen. Auch mit Blick auf den Vermittlungsdruck, den man über das neue Bürgergeld jetzt ja aufbauen will: Es sind nicht genug Jobs vorhanden und gleichzeitig blockiert die KI dich weg, weil du nicht in bestimmte Spezifika passt – selbst, wenn du dich ändern willst, sagt dein Profil ohne Gespräch und Begründung eben etwas aus, dass ggf. einen Bias der KI triggert.

Wie in allem Digitalen wird das noch spannend, weil die Politik insbesondere mit der KI-Welle nicht mehr mithalten kann.

Fiel mir auch im Wahlkampf in Baden-Württemberg jetzt auf. Am Abend der Ergebnisverkündung steht der AfD-Mann dann beim ZDF und redet darüber, dass die Industriejobs in BaWü wegfallen und die AfD da hätte was gegen machen können.
Die beiden CDU- und Grünen-Männer stehen daneben und nicken, "das werden wir anpacken!", sagen sie.
Und verdrängen, dass Deutschland sich ggf. davon verabschieden muss, überhaupt sinnvolle Industriejobs zu haben. Deutschland ist keine Werkbank mehr. Können wir uns überhaupt nicht leisten. Nur zur agilen Denkfabrik baut uns die Politik gerade auch nicht um – das ist das Problem, nicht die wegfallenden Maschienenbauer-Jobs in der Automobilbranche.

Wo war ich?
Ach, KI Filter im Bewerbungsprozess? Ja, sind Scheiße. Sollte mal jemand was gegen tun.

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9. März 2026

Lange Märsche

Toller kleiner Bericht bei Roman über seinen 55 Kilometer 'Mammutmarsch' in Leipzig.
Lustigerweise waren die Frau und ich gestern mit dem Hund 10 Kilometer am anderen Ende um einen See bummeln und streiften das Thema in unserer Unterhaltung – ohne zu wissen, dass 20 Kilometer entfernt tatsächlich Hunderte gerade die Strecken von 30, 42 und 55 Kilometer laufen.

Ich will sowas ja durchaus mal wagen – ob es jetzt eine Veranstaltung ist oder einfach so, mal dahingestellt. Mir kommen 20 Kilometer schlichtweg nicht viel vor (sind wir bspw. auch schon durch Rom gelaufen), und 30 Kilometer lese ich in Wanderbüchern immer als Tageswert im Langstreckenwandern … Sollte also irgendwie selbst aus dem Kalten möglich sein (gegeben, dass ich sowieso täglich mit dem Hund unterwegs bin).

Mit dem Rad habe ich mir für dieses Jahr mal eine 400 Kilometer-Strecke an einem Tag ausgesucht (310 km in einer Nacht habe ich schon gemacht). Und vielleicht traue ich mich im Herbst dann einfach mal an die 30 Kilometer per pedes …

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8. März 2026

JerryRigEverything hat einen Blick in die LEGO Smart Bricks geworfen – sie mal vom LEGO befreit, und erklärt kurz, wie die Technologie funktioniert. Eigentlich ziemlich banal aber deswegen prinzipiell ganz cool.

Nach wie vor denke ich aber, dass sich LEGO keinen Gefallen getan hat, damit ausgerechnet Star Wars-Sets (für das Alter von 3 bis 12) zu bestücken, statt einfach coole LEGO City Sets zu machen. Dann wäre das Internet wahrscheinlich deutlich netter in seiner Kritik, weil der mistige Sound und das Fantasie-Gebrabbel a la The Sims eigentlich genau zu City passt, statt in ein Universum, dass von ikonischen Sounds und Sätzen lebt, die der Smart Brick alle nicht liefern kann.

… als Elter kann ich übrigens sagen, dass das Beste an LEGO für die Kids früher war, dass es eines der wenigen Spielzeuge war, die keine Sounds machten. 😉

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7. März 2026

Ich lege mich fest:
LOOK MUM NO COMPUTER - Eins, Zwei, Drei
… ist einfach zu gut zum mitsingen, als das er nicht auf den vorderen Plätzen landet.

Meine Kollegen aus UK (die ja nun den ganzen lieben Arbeitstag auch mit Deutschen Wurstsemmeln wie mir zu tun haben) sind stark angecringed von dem Song. Aber ich hab' seit gestern einen massiven Ohrwurm. 😂

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5. März 2026

Heute Morgen schon im Newsletter erwähnt, aber der ist viel zu gut, um nicht auch hier zu landen: Ein Tag im Leben des Enshittificators – dargestellt in einem witzigen Kurzfilm der norwegischen Verbraucherzentrale für die Kampagne 'Breaking Free' gegen die verbraucherfeindliche Enshittification.

Auf Vimeo oder YouTube.

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4. März 2026

2. März 2026

72 Minuten

Das Gute ist ja: Bevor wir alle erfahren, dass jetzt Atomkrieg ist, ist die Hälfte von uns schon nicht mehr da.
Einfach, weil innerhalb einer Stunde das meiste eigentlich erledigt ist.
Das spendet Trost.

– '72 Minuten bis zur Vernichtung' ist ein faszinierendes Buch, dass vom Abschuss des ersten atomaren Sprengkopfs minutiös die Reaktion der USA, Russlands und anderer Parteien zeichnet. Und dokumentiert, wieso wir uns gar keinen Kopf mehr machen müssen, wenn das erste Social-Media-Video oder die erste Nachrichtensendung über einen Einschlag berichtet.

Wenn man das einmal verinnerlicht hat, fällt es deutlich einfacher sich gar keinen Kopf mehr zu machen.
Drei alte weiße Männer werden uns ins Verderben schießen. Acht Milliarden Menschen. Mehr braucht es nicht, als drei alte weiße Männer.

Die Weltuntergangsuhr, die sprichwörtlich maximal auf 5 vor 12 stehen sollte, wurde am 27.01.2026 auf 85 Sekunden vor Mitternacht gestellt – ein neuer Spitzenwert. Ich frage mich, wo sie am 01.03.2026 steht …

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