Ach, Friedrich
Ich will doch auch nicht dauernd über Politik schreiben.
Aber dieser Kasper, der allein aus einem gekränkten Ego heraus unbedingt Bundeskanzler werden wollte, und das durch einen dummen Zufall auch noch geworden ist, der triggert mich einfach. Zu jedem Satz, den Friedrich Merz rausballert, möchte ich eine Gegenrede halten.
Zu offenbar ist einfach, dass Merz vor allem eines hat: Verständnisprobleme.
Er versteht den Bürger nicht.
Versteht nicht, dass der zuckt, wenn sein Kanzler nicht nur die Wähler des politischen Gegners, sondern gleich alle Arbeitenden, Kranken, Sozialempfänger und Ausländer gleichermaßen beschimpft. Zu faul, zu krank, zu bedürftig, zu wenig integriert (und im Stadtbild stören sie auch noch).
Er versteht Wirtschaft nicht.
Versteht nicht, dass wir keine Krise von Leistung haben, sondern eine Krise des Konsums. Dass die Probleme von Unternehmen für eine Exportnation nicht Arbeitsstunden sondern Produktivität wegen bröckelnden Absatzes im Ausland aufgrund der Störung internationaler Garantien sind. Er versteht offenbar nicht, dass man den Inlands-Konsum nicht durch mehr Arbeit, sondern mehr Sicherheit steigert. Nicht die Sicherheit mit Atomwaffen oder Panzern, sondern die soziale und finanzielle.
Er versteht Kommunikation nicht.
„Ich möchte uns […] motivieren“, ruft er. Und fordert „Fröhlichkeit an der Arbeit“.
Worin die Motivation besteht: Sagt er nicht. Weshalb ich fröhlicher sein soll: Sagt er nicht. Wofür ich eigentlich mehr arbeiten soll: Sagt er nicht. Statt einer Vision zu vermitteln, motzt und zedert er in einer Tour. Wie ein schlechtgelaunter CEO, der seinen Bonus nicht bekommt, weil man das Umsatzziel verpasst.
Friedrich Merz warf Olaf Scholz einmal vor, er könne es nicht.
Zeigt sich: Friedrich Merz kann es noch viel weniger.
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