Aus diesem Interview der ZEIT mit Ed Zitron würde ich einfach gern die Hälfte als Direktzitat hier posten. Es ist vor allem auch für jene lesens (oder hörens-)wert, die nur ein paar Schlagzeilen um KI mitbekommen. Zitron zerlegt die Tech-Gläubigkeit und zeigt die finanziellen Verzweigungen auf, die nicht nur die KI-Branche, sondern uns alle gefährden.
Das Beste zum Thema KI-Sicherheit, -Zukunftserzählung und -Glaube in zwei Absätzen:
Es gibt kein wirklich stichhaltiges Argument dafür, dieses Zeug [LLMs] zu bauen, außer: Die Industrie muss ewig wachsen. […] Wenn die Firma tatsächlich Sicherheitsbedenken hätte, würde sie sich wegen schwerer Computerkriminalität selbst bei der Polizei anzeigen. […] Die Techbranche tut, was sie will, auch sehr zerstörerische Dinge. Das kommt davon, wenn man eine Branche nicht reguliert. Eigentlich müssten ein paar Leute ins Gefängnis!
Ist das wirklich die Branche, von der ich glauben soll, dass sie den digitalen Gott erschaffen wird? Diese Vollpfosten sind die Leute, denen ich vertrauen soll? Mark Zuckerberg? Ich soll Mr. Metaverse ernst nehmen? Es tut mir leid, aber die Versprechen, die sie machen, haben keinen Bezug zur Realität.
(Geschenklink, keine Ahnung wie oft er funktioniert)
Ich hab‘ am Wochenende Claude kochen lassen … ein browserbasiertes Mail-Programm. Einfach, weil ich neugierig war – und es geht. Verzeiht mir.
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Die letzten drei Jahre KI waren nicht nur eine steile Lernkurve, sondern auch eine steile Vergessenskurve.
Ich arbeite im Alltag recht viel mit KI.
Präsentationen erstellen, Briefings analysieren, Dinge aushandeln, Persönliche Dashboards bauen, … Sowohl Chats, als auch Cowork wie auch Coding sind für mich Arbeitstools.
Was ich dabei erstaunlich finde, ist die Kurve der Entwicklung.
Ich habe ja ein paar Jahre als Programmierer gearbeitet.
Um ein Programm zu bauen (oder eine Website) musstest du…
2023 Coden können
2024 Prompting lernen
2025: Context Management verstehen
Anfang 2026: Agenten orchestrieren
Oktober 2026: Einfach sagen „Baue mir einen persönlichen E-Mail Client“ – und dann Kaffee trinken gehen
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Der Begriff gefällt mir: Meat Proxy; der. Mensch, der Antworten und Ergebnisse von LLMs weiterleitet, ohne sie selbst zu lesen, zu verarbeiten, zu prüfen oder zu verstehen. Er dient lediglich als ein Relais zwischen LLM und Empfänger.
Kennt mittlerweile sicherlich jede:r. Schon nervig in Social. Noch nerviger auf Arbeit.
/von Niklas Gruhn, via Kottke, auf sf-isms
„Was richtig lustig wird in ein paar Jahren“, schrieb ich vor einer Weile mal im Angesicht der Schlagzeilen, dass KI die Einsteigerjobs wegfrißt. Jetzt hat sich jemand mal in einem Paper damit auseinandergesetzt und man kann Firmenlenkern nur zurufen: Lest es! Denn es wird gefährlich.
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LLMs und „KI“ werden zunehmend zu Werkzeugen auch in persönlichen Blogs – und führen zur Diskussion: Wie offen will ich meinen Leser:innen gegenüber sein, wie kennzeichne ich? Denn als Leser will ich eigentlich gern wissen, ob etwas aus einem LLM kommt.
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KI und die Ausbildung der Inkompetenz:
Da rollt eine riesige Welle auf uns zu. Eine Welle ungeahnten Ausmaßes und mit verheerenden Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft. Die Welle der Inkompetenz.
Andreas Bulling über Studierende, die nicht mehr denken, sondern prompten.
Bei Studies hört es dann nicht auf. Die inkompetenten Studies kommen nicht mehr in den Jobmarkt rein, weil sie „durch KI“ ersetzt werden und sammeln so weder Erfahrung noch Kompetenzen.
Das wird noch lustig.
In der Zeit philosophiert Rabea Weihser darüber, dass KI sogar wholesome Inhalte ruiniert (🎁) hat – weil selbst bei bei einem verkrüppelten Waschbären mittlerweile einfach unterstellt wird, er sei KI-Slop.
Den Gegenentwurf schickt Patrick Greenfield im Guardian ins Feld. Er schreibt darüber, wie KI mittlerweile selbst in Birdwatcher-Foren dafür sorgt, dass man Sichtungen und Bilder anzweifeln muss, weil sich Menschen Dinge zurecht basteln, nur um wichtig zu tun.
Die Scheißifizierung ist mittlerweile eben vollumfänglich.
Derweil streite ich mich drüben auf Threads mit einem Typen, der eine KI-Fake-Werbung für (?) Sixt verbreitet – und dem dann am Ende sowieso egal ist, ob das echt ist oder nicht – einfach weil „es ja witzig ist” und Wahrheit nicht mehr zählt, wenn sie nicht ins Weltbild oder zur Pointe passt.
Uns entgleitet hier alles. Wahr oder Unwahr spielt keine Rolle mehr.
Die KI ist dabei ein Instrument. Der Treiber am Ende sind aber stets Menschen. Jene, die sich hervortun wollen. Jene, die meinen die Realität verklären oder verbiegen zu müssen, um einen Vorteil zu erhalten. Oder was auch sonst der Treiber sei…
Während die Familie irgendwo in Mittel-Italien vergnügt im Pool spielt, lese ich – daneben sitzend – düstere Artikel über den Niedergang von Kultur, Heimatland und Arbeitswelt … Jeder hat so seine Hobbys.
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