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30. Dezember 2025

29. Dezember 2025

Wir waren … ein Augenblick

Bequem oder unterhaltend ist das nicht. Aber an Erkenntnis so reich, dass er fast alles andere in den Schatten stellt, was dieses Jahr so im TV gelaufen ist“, schreibt Klas Waltersen auf Mastodon über Marc Bauders „Wer wir waren“. Er bringt damit eine Empfehlung der Mediathekenperlen auf den Punkt.

Wikipedia
'Wer wir waren' ist ein Dokumentarfilm von Marc Bauder. Darin äußern sich sechs Wissenschaftler verschiedenster Fachrichtungen zum Fortbestand der Menschheit und des Planeten Erde und unserer Gesellschaft in der Zukunft.

Der Film basiert auf der Idee zum letzten Buch von Roger Willemsen.

Bis 27. Januar 2026 kann man die Dokumentation in der Mediathek noch schauen. Oder sie sich über MediathekViewWeb andersweitig sichern.

Wir waren jene, die wussten, aber nicht verstanden, voller Informationen, aber ohne Erkenntnis, randvoll mit Wissen, aber mager an Erfahrung. So gingen wir, von uns selbst nicht aufgehalten.
– Roger Willemsen

Eine ernüchternde Dokumentation für jeden Optimisten. Vier Jahre vor dem Heute, in dem Politik und Konzernen die Natur wieder so egal scheint, wie seit Jahrzehnten nicht mehr – und man Atomkraftwerke für KI baut, Verbrenner-Motoren länger bauen lässt und die Bekämpfung des menschengemachten Klimawandels mit 'Technologieoffenheit' zur Seite wischt.

Wir – die Menschheit – war bisher nur ein Augenblick in der Geschichte des Planeten. Und wenn wir nicht aufpassen, bleiben wir einer. Denn eins verstehen die meisten noch immer nicht: Wir retten nicht die Welt, wir retten uns. Der Welt sind wir herzlich egal, sie kam 4,5 Milliarden Jahre ziemlich gut ohne uns aus.

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28. Dezember 2025

Der erste Digital Independence Day oder Di.Day findet am 4. Januar 2026 statt und wird von der Initiative Save Social koordiniert.“ – Ich finde es eine gute Idee einen Tag zu bestimmen, der gesellschaftlich das ganze Thema einmal versucht breiter zu positionieren. Und es ist schlau, da einen prominenten Sprecher wie Marc-Uwe Kling vorn dran zu haben. Mit dem Namen und der Kurzfristigkeit habe ich so meine Probleme, aber das würd' die Idee jetzt nur zerreden…

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25. Dezember 2025

Vormittags faul auf der Couch mit ein bisschen HTML.
55 eisige Kilometer auf dem Fahrrad – ich war eine Slushi-Maschine für meine Radflasche.
Anschließend Rouladen-mit-Klößen-und-Rotkohl-Essen. Diesmal kein Enterich.

2 Kommentare / 25. Dezember, 18:15 Uhr ↦

23. Dezember 2025

Wie Star Trek uns vor dem KI-Slop warnt

tl;dr: KI mal wieder … und Star Trek. Lose Gedanken, ein Video und nicht ein einziger Angriff.

Star Trek ist eine höchst analoge Science-Fiction-Serie, die im Herzen sogar Anti-Tech ist: Computer sind nicht vertrauenswürdig, die Gesellschaft findet Schönes in Rückgriffen auf das 19. und 18. Jahrhundert. In modernen Trek-Serien tritt KI stets als Gegner auf. Und 'gut' ist eigentlich nur eine künstliche Lebensform: Data.

Schon in der originalen Serie sind Computer für den Stillstand von Kulturen verantwortlich. Und als ein Computer namens M5 die Steuerung der Enterprise übernehmen soll, befindet Captain Kirk: „Das Ding ist falsch.“ Gefühl und Echtheit geht in Trek immer vor. In Der Next-Generation-Episode 'Booby Trap' philosophieren Picard und Riker, ob man dem Computer wirklich die Steuerung des Schiffs überlassen könne. Und in Discovery will eine KI die Kontrolle über alles übernehmen.

Star Trek zeigt uns in seiner Technik-Feindlichkeit eigentlich, dass Computer exzellente Diener, aber furchtbare Herren sind.
In seinem Video 'How Star Trek Predicted AI Slop' schlägt Rowan J Coleman einen hervorragenden Bogen. Trek, so Coleman, hätte den KI-Slop vorhergesagt – in gewisser Weise. Denn nicht die KI als solche ist schlecht. Sondern die menschliche Versuchung, den Wert der Arbeit durch die Bequemlichkeit der Maschine zu ersetzen. Wie in Trek sollten wir uns daran erinnern: Nur weil eine Maschine etwas effizienter machen kann, ist das Ergebnis nicht zwangsläufig besser.

Das liegt auch daran, dass (generative) Algorithmen auf Daten der Vergangenheit beruhen. Sie können deshalb nur recyclen, nicht neu schaffen. Hätte eine KI in den 1960er etwas wie Star Trek erschaffen können? Echte Innovation entsteht durch Reibung und Visionen, die über das Bestehende hinausgehen. Kunst entsteht durch den Prozess, durch Disziplin und das Überwinden von Widerständen. Wer nur das fertige Produkt will, ohne die Arbeit zu investieren, produziert am Ende nur „Slop“.

Coleman formuliert damit ein bisschen das, was ich stets bei Diskussionen insbesondere um generative KI fühle.
Ja, sie kann dir Arbeit abnehmen. Aber KUNST oder LEBEN ist das Ergebnis eines Prompts deshalb für mich nicht.

Und bevor wir hier wieder am Thema vorbeidiskutieren: Soll jede:r halten, wie er mag. Wer bin ich, etwas verbieten zu wollen. In meinem beruflichen Alltag setze ich LLMs ausführlich ein, um mir Arbeit abzunehmen – das Erschaffen aber lasse ich mir nicht aus der Hand nehmen. Und wenn es um meine Freizeit geht, dann lese ich Dinge absichtlich – und selbst. Dann halt ich es schon seit geraumer Zeit mit einem Gedanken, den Geoff Graham neulich treffend formulierte:

If you’re not gonna bother writing it yourself, I ain’t gonna bother reading it myself.

KI kann vielleicht Kunst erschaffen. Kultur erschaffen aber nur Menschen.

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21. Dezember 2025

Suche, statt blättern