Den Song I Can’t Make You Love Me’t_Make_You_Love_Me habe ich irgendwann 1993 oder so zum ersten mal gehört. Kam in einer Herzschmerzphase gerade recht.
Dann vergaß ich ihn ein paar Jahre.
Bis er von Bon Iver gesungen auf YouTube an mir vorbeilief.
Ich googelte, denn ich kannte den Song von jemand anderem. Nicht Prince. Nicht Adele. Nicht George Michael. Nicht Bonnie Raitt.
Sondern von einem Typen namens Mike Reid. Dem Komponisten des Songs, wie sich rausstellte.
Reid hat den Song Anfang der 1990er geschrieben, und Bonnie Raitt ihn zum (Country-)Hit gemacht.
Aber Reid sang ihn auch selbst, auf seiner zweiten Platte. Danach brachte zwanzig Jahre kein eigenes Album mehr heraus – als Sänger. Songwriter blieb er. Und das mit einigem Erfolg.
„I Can’t Make You Love Me“ wurde über 500 mal gecovert.
Für mich wird immer die eine Version von Reid selbst meine Lieblings-Version bleiben.
Vor ein paar Jahren erzählte er einem niederländischen Sender mal die Geschichte hinter dem Song.
Es ist eines von ganz wenigen Interviews, die von ihm zu finden sind. Einem offenkundig bodenständig gebliebenen Typen, der erst aufstrebender Football-Star war und dann zu einem der größten Country-Songwriter wurde.
Die TIME ernennt Donald Trump zu ihrer Person of the Year. Nun war das auch Adolf Hitler schon. Man kann sich ja mal irren. Aber das hier ist anders. Vor allem auch, weil man das eigene Interview mit seiner Person of the Year anschließend Fact-checken muss, weil der Mann dermaßen viel Grütze erzählt.
Auf der Suche nach dem perfekten Hundename? Gegen diese Liste von 1.065 Namen britischer Hunde von zwischen 1460 und 1480 ist mein Langzeit-Favorit „Taxi“ recht langweilig. Darunter so wunderbare Sachen wie Kilbucke, Takehym und Beawte aber auch Rowte-owte und Hiefaste.
Vor 2 Jahren hatte ich eine Schnapsidee: Einen Webring für deutsche Blogs.
Und weil man solche Ideen entweder direkt umsetzen oder sie sterben lassen muss, habe ich mich am Wochenende hingesetzt und mit einer Text-Datei und ein bisschen PHP rasch ein Ring-Script und eine kleine Website gebastelt – und das Ganze online gestellt.
Aus der lustigen Idee namens „UberBlogr“ (ein Name, der im besten Sinn an Web 2.0 Firmen wie Flickr und Co erinnern soll) ist in den vergangenen zwei Jahren eine wirklich muntere kleine Runde geworden.
Gestern haben wir (ich schreibe wir, weil der Webring ohne seine Mitglieder nichts wäre) die 100 Mitglieder geknackt!
Yeah!
Seit April haben die Mitglieder über 5.000 Beiträge geschrieben.
Von wegen, „Bloggen ist tot“!
Zur Feier des Meilensteins gibt es am Wochenende noch ein, zwei kleine neue Features.
Die Letzte Beiträge-Seite zu besuchen und zu sehen, was es so Neues gibt, ist für mich schon geliebtes tägliches Ritual.
Danke an alle, die mitmachen.
So cool zu sehen! Auf die nächsten 100!
Unser Hunger nach Lithium ist riesig. Denn Lithium ist weißes Gold – eine Schlüsselkomponente für wiederaufladbare Lithium-Ionen-Batterien, die vom Handy bis zum Elektroauto alles antreiben.
Die größten Abbau-Projekte laufen in China, Australien und Südamerika. Doch auch in Afrika gibt es Vorkommen und warten in Namibia, Nigeria und andere Länder des Kontinents darauf geschürft zu werden. Weil die politischen und gesellschaftlichen Zustände aber oft ungeregelt sind, wachsen Korruption und illegaler Abbau.
Dadurch kommt es in den illegalen Minen nicht nur zu unmenschlichen Arbeitsbedingungen, sondern vor allem auch ungehindert zu Kinderarbeit.
Die Reporter Sunday Alamba und Taino Adebayo haben sich für Associated Press im nigerianischen Paseli umgeschaut – wo sechsjährige arbeiten, damit einige wenige sich an den Bodenschätzen bereichern.
46 Prozent der amerikanischen Teenager finden Freundschaften zwischen Menschen und künstlichen Intelligenzen “akzeptabel”. 24 Prozent sagen das sogar über romantische Beziehungen.
Der Alltag in Universitäten und Schulen – nicht nur in den USA – hat sich in den zwei Jahren seit ChatGPT erstmals in der breitem Bevölkerung verfügbar wurde vollkommen verändert. Meine Tochter – Klasse 12 – setzt ChatGPT mittlerweile vollkommen selbstverständlich, um Textzusammenfassungen vorschreiben oder Vorträge strukturieren zu lassen. Mitschüler:innen nutzten ChatGPT als Google-Ersatz (ihr solltet das nicht tun).
„Auf die Generation der Digital Natives folgt gerade eine Generation von LLM Natives“, schreibt Gregor Schmalzried in seinem (immer lesenswerten) Newsletter cool genug – und hat damit einen wunderbaren kleinen Begriff gefunden.
Digital Natives waren gestern.
Gerd Heidemann, der „Entdecker“ der Hitler-Tagebücher, ist tot. Deshalb sei hier noch einmal die hervorragende Podcast-Serie Faking Hitler empfohlen, in welcher der stern die gesamte Geschichte vor 5 Jahren hervorragend aufgearbeitet hat. Auch die Hitler Fake Dokumentation in der ARD ist exzellent und hat Heidemann zudem auch in Wort und Bild.
All die Coaches und Influencer, die auf TikTok mit Geldbündeln rumwedeln haben einen Einfluss – auf die Gehaltsvorstellung junger Menschen. Während wir in Unternehmen noch immer damit ringen, die richtige Work-Life-Balance an all die Olivers und Peters im Vorstand durchboxen zu wollen, verlangt die GenZ noch deutlich mehr.
Ich hatte durchaus schon Vorstellungsgespräche mit Uni-Abgängern, die ein ähnliches Gehalt wollten, wie ich nach 10 Jahren hatte. Und dann frage ich mich immer: verdiene ich zu wenig oder wollen sie zu viel.
Bei der Umfrage von Empower kann man dann wohl eher zu Letzterem als Schluß kommen.
Und man verstehe mich nicht falsch. Ich bin Besserverdiener und alt; auf die „junge Generation“ von Menschen schimpfen will ich definitiv nicht. Im Gegenteil, ich ziehe sie selbst groß und arbeite mit ihr. Ich bewundere sie dafür, dass sie deutlich mehr auf sich achten als ich das in meinen Anfangsjahren getan habe.
Aber ein bisschen off sind die Vorstellungen trotzdem.
٭ In Deutschland liegt das Durchschnitts-Brutto übrigens bei rund 56.000 – nicht so weit vom US-Durchschnitt weg / via
Es gibt sie doch noch. Die guten Nachrichten.
Syrien hat aus eigener Kraft das Assad-Regime abgeschüttelt. Baschar al-Assad hat nach Angaben des russischen Außenministeriums seinen Posten und auch das Land verlassen.
Schnapsideen habe ich ja schon immer gehabt. Und Zeit für die manche ebenso.
Am 2. Dezember 2003 schrieb ich in mein Blog: „Manchmal wünsch ich mir echt ein ‚Medienblog‘ als Mischung aus dem früheren Kress, DWDL und W u. V.“
In den Kommentaren wurde ein bisschen diskutiert. In darauffolgenden Mails und Blogbeiträgen ebenso.
Und am 1. Juli 2004 schob ich ein kleines Weblog namens ‚Medienrauschen‘ ins Netz.
Damals schrieb ich: „medienrauschen soll kein Hobby-Branchendienst werden, sondern ein kleines Blog, nicht nur mit News und Meldungen, sondern vor allem mit Charme und Meinung.“
Mit am Start waren vier Mitstreiter – darunter auch der Alt-Blogger Johannes und Daniel. Nach dem Start wuchs das Team (archive.org), unter anderem um den leider viel zu früh verstorbenen Jörg-Olaf Schäfers.
Gemeinsam griffen wir von da an für einige Jahre gemeinsam in die Tasten und machten medienrauschen zu einem Ort, der die Medienszene aktuell und meinungsstark begleitete.
Bis Ende 2009 lebte medienrauschen in der im Dezember formulierten Form, seine Hochzeit erlebte es wohl aber in den drei Sommern zwischen 2004 und 2006, wenn ich ehrlich bin.
Ab 2010 durchlebte „medienrauschen“ die ein oder andere Wandlung. Aber zum Leben eines jeden Projekts gehört auch sein Tod, und der war eigentlich 2009 erreicht.
medienrauschen war eine Studierenden-WG.
Irgendwann kommt halt der Job. Und irgendwann verpackt es der Typ, der den Mietvertrag als 1. Mal unterschrieben hat. Wir waren jung, ich hatte mich 2005 als „Creator“ (nannte damals niemand so) selbstständig gemacht. Und irgendwie waren die Jungs (und die eine Frau) auch mein erstes echtes Team, das ich als 23-Jähriger plötzlich „managen“ musste.
Ich bin mir sicher, dass medienrauschen für einige von uns „Machern“ von damals einen gewissen Impact hatte. Ich habe vieles gelernt, Spaß gehabt, es hat mir Türen im Kopf und in meinem Leben geöffnet. Ohne medienrauschen wäre ich nie selbstständig gewesen, hätte nie für Unternehmen wie die Netzpiloten, die Leipziger Messe, BMW oder MANgebloggt. Und wäre damit heute nicht in dem Job, den ich liebe. Und ich bin mir sicher, dass zumindest in gewissem Rahmen das durchaus auch für den ein oder anderen im Team galt.
Zwei Dinge bleiben mir zudem nennenswert im Gedächtnis:
Im November 2004 erfand Jörg-Olaf für uns das „Geschnetzelte am Morgen“, aus dem nach zwei Wochen das „Müsli am Morgen“ wurde. Ein kleines Format, in dem wir morgens ein paar Nachrichten zusammen gefasst haben.
Wir haben das Format nicht erfunden, aber für mich war es ein Format, das ich bis heute liebe – in Form von 6 vor 9 zum Beispiel.
Und dann, hier schließt sich der Kreis dieses ganzen Beitrags jetzt, am Nikolaus 2004 gewannen (archive.org) wir bei den 1. „Best of Blogs“ der Deutschen Welle tatsächlich den Preis für das „Beste journalistische Weblog Deutsch“.
Auch, wenn es damals nicht mal eine Award-Show oder eine Vorab-Mail gab, aber das war damals durchaus was. Ein Hobby-Projekt, ein paar junge Typ:innen und so ein Ding. Darüber steht medienrauschen dann sogar in der Wikipedia. Sowasaberauch.
20 Jahre sind das.
Viele derer, die damals zum Team gehörten, habe ich aus den Augen verloren. Bei Studenten-WGs ist das wohl so. Mit anderen schreibe ich heute noch regelmäßig – Johannes, Daniel Fiene und Daniel Große, … und andere sind leider viel Zeit zu früh verschwunden; Jörg-Olaf wäre heute wahrscheinlich einer der führenden Aktivisten an vorderster Front für ein faires Internet.
Was ich eigentlich sagen wollte: Danke.
An all jene, die diese Erinnerung mit geformt haben. Ich denke zurück an Nikolaus 2004, erhebe mein Glas und stoße mit euch an. Schade, dass es damals keine Award-Show gab – es wäre wohl eine erinnerungswürdige Nacht geworden.