19. Mai 2024
Die einzige Fünf-Tage-Woche im Mai geht zu Ende – recht ruhig insgesamt; die Kinder gehen jetzt in die Pfingstferien. Und ich bin noch immer unentschieden, ob ich mich jetzt doch noch zur #neuseenclassics anmelden soll…
Gesammelte Tabs im Browser mit Links, die es nicht zu einem Beitrag geschafft haben, aber cool sind und Raum haben sollen.
Digital
- In China boomen Deepfakes von Verstorbenen – Chinesische Unternehmen bieten KI-generierte Avatare von verstorbenen Angehörigen an, um Menschen bei der Verarbeitung ihrer Trauer zu helfen. Und irgendwie erinnert mich diese Welt immer mehr immer mehr an Black Mirror; dieses KI-Szenario zum Beispiel.
- Apple wird durch die neuen EU-Regeln dazu gezwungen, in Europa alternative App-Stores und Browser anzubieten. Und weil es nur in der EU dazu gezwungen ist, macht es das auch nur hier … Wer Alternativen anbieten will, braucht allerdings auch Büro und Angestellte in Europa …
- Twitter ist jetzt offiziell X.com – beim neuen Twitter geht man wohl die letzten Schritte, um den alten Namen endgültig aufzugeben. Aus Marketingsicht noch immer die absurdeste Geschichte der letzten Jahre …
Mobilität
Welt
- „Atomenergie ist grüne Energie“ ist mein liebster konservativer Spin. Weil: Einfach totaler Quatsch. Mal abgesehen von der ganzen Tschernobyl-Geschichte wissen wir in Deutschland einfach nicht wohin mit dem ganzen Atommüll. Ein Endlager ist nicht in Sicht. Derweil droht das Atommüll-zwischen-lager Asse mit vollzulaufen. Dort lagern mehr als 100.000 Fässer mit radioaktiven Abfällen.
- Zuletzt die wichtige Frage: Sind Tacos und Burritos ein Sandwich? In den USA hat man sich zu der Frage vor Gericht gestritten, und da wurde entschieden: Ja!. Es gibt in der Wikipedia übrigens eine Liste von Sandwiches … so lange wie dort „Thüringer Bratwurst im Brötchen“ als Sandwich gilt, kann ich die allerdings nicht Ernst nehmen.
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17. Mai 2024
Die Mehrheit der 10- bis 15-jährigen Kinder beklagen das mangelnde Wissen ihrer Eltern über Medienangebote und Risiken im Netz.
Das ist das Ergebnis einer Studie des Münchner JFF-Instituts für Medienpädagogik.
Demnach sehen die Kids vor allem, dass Erziehungsberechtigte Dinge verbieten, ohne sich damit zu beschäftigen, was genau sie beschränken.
In der Studie zeigt sich, dass Eltern vor allem in Form von Abschreckungserzählungen und Deeskalation eingreifen. Sie verstehen sich dabei in einer Gatekeeper-Funktion, die vor allem Zugänge beschränkt. Vergleichsweise wenige Kinder berichten von einer tiefergehenden elterlichen Befassung mit der Mediennutzung. Ein Austausch zwischen Eltern und Kindern über Möglichkeiten der sicheren Nutzung oder ein Einrichten von Sicherheitseinstellungen findet vergleichsweise selten statt.
Die Studie kommt mit einer recht kleinen Befragungsgruppe von nur 60 bis 75 Heranwachsenden statt, dürfte aber zumindest das Gefühl eines Bildes geben.
Aus den Berichten meiner drei Kinder (heute 15 bis 23) sehe ich die Studie durchaus bestätigt. Eltern sind selten Medienkompetent, manche überschreiten gar private Grenzen, indem sie die Geräte ihrer Kinder regelmäßig überprüfen.
Medienkompetenz hat übrigens wenig mit Mediennutzung zu tun. So schließt Turi2 seine Meldung zur Studie ab: “Echt jetzt, Kids? Wollt ihr Mama und Papa wirklich auf TikTok tanzen oder bei Twitch zocken sehen?” … keiner muss auf TikTok selbst tanzen, oder auf Twitch zocken (wer sagt das bitte heute noch?), um ein Gefühl für die jeweiligen Plattformen zu bekommen. Oftmals würde es schon reichen, den eigenen Kindern ein vorurteilsfreies Gesprächsangebot zu machen, und sich auf Augenhöhe und ohne Tadel, Strafe oder Angst berichten zu lassen, was, weshalb und wie deren Freunde auf den Plattformen unterwegs sind.
Seiten wie klicksafe.de wenden sich übrigens direkt an Lehrer und Eltern, um ihnen bei den aktuellen Digital-Themen zu helfen. Die verantwortliche Medienanstalt Rheinland-Pfalz bietet zudem regelmäßig Webinare an, in denen sich Eltern weiterbilden können. Das nächste findet am 26. Juni 2024 um 20 Uhr statt: Nudes, Dickpics & Co – Tatort Klassenchat.
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16. Mai 2024
Google, Bing und Co werden von _Such_-Maschinen zu _Antwort_-Maschinen, deren primäre Aufgabe für uns Webseiten-Betreiber eigentlich nicht mehr darin bestehen wird, Traffic zu uns zu leiten.
Ich schrieb gestern darüber: Das Ende des Suchens – und Findens.
Und in den letzten 24 Stunden haben dieses kommende Problem viele schlaue Köpfe aufgegriffen, deren Artikel ich hier einmal empfehlen will:
Und die beiden sehr guten Texte auf Deutsch:
Das Problem werden vor allem wir Content Produzenten zu spüren bekommen.
Ich sehe es ebenso wie mein Freund und Content & SEO-Experte Thomas Wagner (Antwort auf Threads):
Du musst am Ende ein Produkt oder eine Dienstleistung haben. Dann kommt der Nutzer wieder. Alles was Kommunikation (Social) oder Aggregation (Suche) ist, wird nur noch wenig Traffic bringen.
Für mich als Alt-Blogger, der seit Ende 2000 Content produziert bleibt die spannende Frage, wie wir – vielleicht auch nur noch die alten Säcke? – in 2025 eigentlich neue Projekte und neue Leser entdecken. Und klar: Text ist out, ich weiß …
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Alexa dient hier im Haus ein bisschen als Knecht. Licht an, Licht aus, Musik leise, laut, an, aus … Damit sie dabei nicht unentwegt redet, habe ich den Kurzmodus an. Dabei bestätigt Alexa einen Befehlt mit einem Sound. Seit vorgestern Abend klingt der anders, heller. Jetzt muss man den leicht crepy klingenden Flüsterton nun aber auch anpassen, bitte …
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Anlässlich der Mental Health Awareness Week in UK hat McDonalds das Lächeln auf seinen Happy Meal-Boxen entfernt. Statt des aufgedruckten Lächelns liegen der limitierten Box diese Woche Aufkleber bei, die Kids auf die Box kleben und ihr so andere Emotionen verpassen können.

Darüber hinaus engagiert sich McDonalds noch in der BBC-Initiative zum Thema. Und mit der Ronald McDonald-Stiftung ist das Thema natürlich auch sonst durchaus glaubhaft an McDonalds gekoppelt.
Tolle kleine Aktion, finde ich.
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15. Mai 2024
Während wir auf eine neue Blütezeit der Webseiten zusteuern, nehmen die Möglichkeiten diese zu entdecken ab. Weil Google zur Antwortmaschine wird und Social Media-Plattformen die Zäune um die eigenen Plattformen weiter nach oben ziehen.
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14. Mai 2024
In late 2021, OpenAI faced a supply problem. The artificial intelligence lab had exhausted every reservoir of reputable English-language text. […] Tech companies could run through the high-quality data on the internet as soon as 2026, according to Epoch, a research institute. The companies are using the data faster than it is being produced.
Im Artikel der Economic Times geht es darum, vor welchen Problemen OpenAI und andere Firmen stehen, weil der Datenhunger ihrer Large Language Modelle unendlich scheint. Dabei verstoßen sie gegen Urheberrechte, Plattform-Bestimmungen und andere Regeln. Die Frage, wo man weitere Daten für die eigenen Tools her bekommt, geht soweit, dass zum Beispiel Google darüber nachdenkt, private Dokumente von Google Docs-Nutzern anzuzapfen.
Die Diskussionen darum, was Scraping Tools, die Daten für LLMs sammeln, eigentlich dürfen und nicht, hat erst begonnen (unvollständige Liste). Gegen OpenAI allein laufen Dutzende Klagen von Urheberrechts-Eigentümern. Erst vor wenigen Tagen musste jedoch X eine Niederlage vor Gericht einstecken – die Auffassung des Gerichts: Scraping-Tools könnten nicht per se verboten werden die Daten von Social-Media-Plattformen zu holen. Würde man dies tun, unterbinde man die Nutzung öffentlicher Daten und riskiere die Schaffung von Informationsmonopolen, die dem öffentlichen Interesse zuwider liefen. Nun ist X nicht der Urheber, sondern nur der originäre Verbreiter der Daten – in einer entsprechenden Sammelklage von X-Nutzern könnte das Urteil anders aussehen.
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13. Mai 2024
Mit GPT-4o zeigt OpenAI die nächste Evolutionsstufe seines LLM – und die Demos lassen mich zwischen Begeisterung und Grusel zurück. Die neue AI kann mit einer Stimme ziemlich natürlich reden und Live-Video-Bilder erkennen. Das ist, was Siri eigentlich schon immer hätte sein sollen, nicht? Die ganzen Text- und Bild-Erstellungsdinge sind das eine, solche virtuellen Partner das andere … Wow.
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Equinox. Auf Deutsch: Äquinoktium (Plural Äquinoktien, von lateinisch aequus ‚gleich‘ und nox ‚Nacht‘) oder Tagundnachtgleiche.
Wieder was gelernt.

Equinox ist ein wunderbares kleines, kurzweiliges Browser-Spiel, welches auf beeindruckende Weise zeigt, was – ganz ohne Flash, die Älteren erinnern sich – heute an Spielewelt im Browser möglich ist. Erinnert mich im besten Sinn an die ersten Spiele aus meinen C64 und 386er Tagen, die ich damals spielte und deren Namen ich schon längst vergessen habe. Dust in the wind.
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12. Mai 2024
Die Schweiz also.
Ich sag‘ wie es ist: ich fand den Auftritt von Nemo – den 1. wie auch 2. – nicht gut; mir wirkte seine Stimme einfach zu „flach“. Weswegen mich einigermaßen überraschte, als die ersten Votings den Song mit je 12 Punkten bewarfen.
Wenn ich den Song allerdings im Video höre kann ich einigermaßen nachvollziehen, was die Jurys und Fans hören.
Es wird nicht mein Song. Eigentlich wird keiner der diesjährigen Songs den Weg auf eine meiner Playlists finden (in den vergangenen Jahren war es mindestens immer ein Song wenigstens …). Aber Nemo ist, nach dem Hören des Videos, ein nachvollziehbarer Gewinner. Den ESC gewinnt man nicht allein mit dem Song, nicht allein mit dem Auftritt, sondern dem Gesamtpaket. Und da hat Nemo als Künstler wohl eine gute Mischung.
Glückwunsch also.
Nächstes Jahr lässt die Schweiz dann die Alpen glühen im Mai.
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