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18. März 2026

Virtual Reality ist schon seit 1992 tot

Meta stellt seine Metaverse-Welt Horizon ein

Sind wir mal ehrlich: Virtual Reality war schon tot, lange bevor Mark Zuckerberg meinte, es werde das nächste große Ding. Spätestens seit der Verfilmung von Stephen Kings "Rasenmähermann" von 1992 kann doch niemand mehr ernsthaft ans Metaverse geglaubt haben? Ok, vielleicht ist Mark einfach zu jung … Zum Zeitpunkt, als Pierce Brosnan in der sagenhaft schlechten Kinoversion zu sehen war, war Mark gerade einmal 8 Jahre.

Trotzdem hielt es Mark für eine gute Idee, seinen ganzen Konzern im Hoch der Corona-Pandemie in "Meta" umzubenennen und "all-in" zu gehen. Mir stellt sich die Frage: Wenn er morgens am Firmenschild vorbeigeht, ist ihm das peinlich oder spürt man mit 222 Mrd. US-$ Vermögen sowas wie Peinlichkeit und Scham sowieso nicht mehr?

Egal. Wahrscheinlich.
Meta jedenfalls begräbt das Verse. Und vielleicht hofft tatsächlich irgendwo ein kleiner Teil in Mark, dass man ihn darauf nie wieder anspricht. Oder – und das halte ich eigentlich für wahrscheinlicher – ihn interessiert sein Gewäsch vom Metaverse ebenso wenig wie seine Aussagen zu Privacy, Post-Privacy und anderen Themen. Auch ein Genie darf sich im Selbstverständnis sicherlich das ein oder andere Mal irren.

Nicht umsonst ist das Motto bei Meta ja "Move fast and break things". Diesmal brach die eigene kleine, virtuelle Welt.

( Dieses ist meine Einleitung zur morgigen Ausgabe meines Social Media Newsletters )

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Gute Präsentationen entstehen auf dem Weg zum Kunden.
So will es das Gesetz.

( Ich liebe diesen Flow und wie sich alles fügt, wenn es einen gewissen Streß gibt ❤️. Dann komme ich in diesen Modus, in dem alles wie in Zeitlupe wirkt. Funktioniert natürlich nur, wenn man schon vorher zig Tage damit verbracht hat – bewusst und unbewusst – auf dem Thema rumzukauen und weiß, was man sagen will. )

18. März, 08:11 Uhr ↦

16. März 2026

15. März 2026

13. März 2026

Micdrop vom Umweltminister zu Atomkraft

Respekt:

Es spricht Bände, dass der Kern dieser rückwärtsgewandten Strategie aus neuen Subventionen für Atomkraftwerke besteht. Wenn eine Risiko-Technologie nach einem dreiviertel Jahrhundert noch immer am staatlichen Tropf hängt und es längst bessere Alternativen gibt, sollte man daraus Konsequenzen ziehen. Stattdessen noch mehr Steuergeld für neue Risikoreaktoren auszugeben, lehne ich ab.

– Umweltminister Carsten Schneider zur neuen Debatte um das Revival der Atomkraft, ausgelöst durch Emmanuel Marcron und Ursula von der Leyen. Dass wir Atomkraft überhaupt als "Grüne Energie" bezeichnen, ist ein Treppenwitz.

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Der Mensch ist nicht faul, sondern erschöpft

Ich las "Daniel Günther fordert […] größere Leistungsbereitschaft" in der ZEIT. Und dann las ich, was Daniel Günther wirklich gesagt hat (archive.md Link). Und liebe Zeit, das klingt ein wenig anders …

Was ich im Interview mit RND.de aber wirklich sehr gut finde: Günther anerkennt, dass die anklagende Art von Friedrich Merz und seinem Parteivorstand nicht hilfreich ist. Dass wir nicht faul, sondern erschöpft sind.

Dass viele Menschen Erschöpfung verspüren, liegt nicht unbedingt an ihrem Arbeitsleben. Es sind die vielen neuen Ungewissheiten und Unsicherheitsfaktoren, die wir vor ein paar Jahren noch nicht hatten. Die Menschen haben das Gefühl, dass alles aus den Fugen gerät. Darüber müssen wir offen reden – und ein positives Zukunftsbild von Deutschland in 20, 30 Jahren zeichnen, in dem wir resilient sind, in Frieden leben und den nachfolgenden Generationen eine bessere Zukunft versprechen können.

… das Fehlen einer politischen Vision bemängel ich ja bereits seit 2 Wahlperioden. Wenn Friedrich Merz ins Volk ruft, man solle mehr arbeiten, frage ich mich: Wozu den, damit dein Aktienpaket steigt?

Mit welchem Recht sich der Staat überhaupt darin einmischt, wie meine Wochenarbeitszeit ist, und ob ich mir einen Teilzeit-Lifestyle leiste, erschließt sich mir bis heute nicht … Wenn ich in die Rentenkasse einzahle, dann ist es meine Entscheidung, wann ich in Rente gehe – in Schweden bspw. kann ich per App jederzeit sehen, wie hoch meine Rente auf Basis meiner Einzahlung sein wird, wenn ich jetzt, mit 60 oder 65 in Rente gehe …

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12. März 2026

Podcast-Tipp: In Ab in den Urlaub – Der Crash des Internet-Imperiums Unister zeichnet die ARD in drei Episoden den steilen Aufstieg und den Crash des Leipziger Unternehmens Unister mitsamt seines Gründers Thomas Wagner nach. Erst Studentenbude, dann kurz Vorzeigeunternehmen und am Ende Mafiaabsturz.

… mit dem Unternehmen hatte ich als Leipziger sogar ein paar Berührungspunkte in der Hochphase, denn 2007 und 2008 produzierte ich Blogbeiträge für Auto.de 🫣

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The Trump Files is a source-linked timeline of allegations, lawsuits, court rulings, and disclosure records involving Donald Trump and Jeffrey Epstein from the 1970s to 2026.

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11. März 2026

Deutschland: Ohne Social-Media-Verbot vor dem Abgrund?

Daniel Günther, Ministerpräsident in Schleswig-Holstein, sieht den Untergang des Abendlandes, wenn wir nicht endlich Kindern dieses Social Media verbieten.

Konkret sagt Günther: »Teilhabe ist wichtig, aber welche Kinder wollen Teilhabe an Gewaltvideos, Enthauptungen, Stigmatisierungen und verzerrten Schönheitsbildern, die sie in Depressionen treiben?«

Damit zeigt er: Ihm ist an der populistischen Schlagzeile mehr gelegen als an einer echten Lösung.

Man ersetze das "Kinder" einfach mit "Menschen"

»Teilhabe ist wichtig, aber welche Menschen wollen Teilhabe an Gewaltvideos, Enthauptungen, Stigmatisierungen und verzerrten Schönheitsbildern, die sie in Depressionen treiben?«

Ja, einfache Antwort: Keine.

Und nur weil ich mittlerweile 45 Jahre bin, bin ich genausowenig an diesen Inhalten interessiert. Oder resilienter gegen sie. Ich für mich sehe keinerlei Gewinn darin, solche Inhalte zu sehen.

Und genau an dem Punkt entlarvt sich auch Günther selbst. Denn er könnte einfach fordern, die Plattformen zu regulieren, anstatt Menschen auszusperren. Mir gefällt der Vergleich, den Gavin Karlmeier da neulich im Haken-Dran-Podcast gemacht hat: Wenn sich Drogendealer auf dem Spielplatz tummeln, sperren wir doch nicht die Kinder aus und lassen die Dealer einfach weitermachen, sondern wir kümmern uns um die Dealer.

Aber Günther ist natürlich "schlau": Er weiß, dass bei einer Regulierungsforderung das AfD-Pack rasch wieder vom Ende der Meinungsfreiheit reden würde. Gegen das Aussperren von Kindern zu deren Schutz aber kann ja niemand etwas sagen. Außer vielleicht über 400 Forschende aus allerlei Ländern. Oder UNICEF, das deutsche Kinderhilfswerk, Lehrerverbände, … Naja, kurzgesagt: Menschen halt, die nicht nur eine Meinung, sondern Ahnung haben.

Ich frage mich, welche Pflicht (oder Recht) ich als Erwachsener habe, derlei Inhalte unreguliert zu sehen, wenn mir ein Algorithmus diese ungefragt vorsetzt. Auch im TV oder auf Presse-Webseiten bekomme ich das nicht zu sehen. Weil es nämlich sowas wie Verantwortung gibt, was im öffentlichen Raum gezeigt wird. Langsam müssen wir mal an den Punkt kommen, algorithmusgesteuerte Plattformen als Herausgeber in die Haftung zu nehmen.
Stattdessen ersetzen wir die inhaltliche Verantworung und Jobs (u.a. von Journalisten) mit KI und zucken dann mit den Schultern, wenn was schief geht … Kann man nix machen, muss man wohl die Kinder aussperren. ¯\_(ツ)_/¯

UPDATE
Passend dazu gerade stolperte ich gerade über einen Artikel in der ZEIT (Geschenklink):

»Es ist deshalb wichtig festzuhalten, dass die vorgeschlagenen Verbote sich gegen junge Nutzerinnen und Nutzer richten – nicht gegen die Systeme, die sie prägen. Sie beschneiden die Freiheit von Jugendlichen, sich zu informieren und sich zu äußern, während die konzentrierte Macht der Konzerne, die ihre Aufmerksamkeitslandschaften gestalten, unangetastet bleibt [sie] greifen nicht in die strukturellen Dynamiken ein, die Erwachsene und Kinder gleichermaßen betreffen.«

Und Verena Schäffer MdL, Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, fordert zurecht:

»Hass und Hetze, Gewalt und Desinformation auf Social Media sind kein Problem einzelner Nutzerinnen und Nutzer. Sie gefährden das Zusammenleben in unserer demokratischen Gesellschaft. Plattformbetreiber müssen endlich wirksam gegen strafbare Inhalte vorgehen und ihre Algorithmen so ändern, dass Nutzerinnen und Nutzer wieder selbst entscheiden, welche Inhalte in ihren Timelines erscheinen. […] Statt immer neuer Debatten über zusätzliche Instrumente sollte die Europäische Kommission zunächst konsequent anwenden, was bereits gilt

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10. März 2026