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8. Januar 2026

Mit Vorsatz

Welcher Typ Mensch bist du eigentlich: Ziele setzen oder nicht?
Ich gebe zu, dass ich nicht zu den Menschen gehöre, die sich großartig Ziele setzen, oder die Frage beantworten kann, wo ich in 5 Jahren sein wöllte … Typische Bewerbungs- oder First Date-Fragen.

Trotzdem muss ich gestehen, dass es so ein paar Dinge gibt, die mir mit Zielen leichter fielen.
Weil sie so ein "Muss" im Leben verankern. Und sei es nur sich selbst gegenüber.

2024 hatte ich mir einige Ziele gesetzt – Mindestkilometer auf dem Fahrrad und dergleichen. 2025 bin ich dann ohne eine Ideen und Ziele ins Jahr gestartet und ließ es so dahinplätschern.

Weder die eine, noch die andere Version hat meiner Laune oder Karriere geschadet – oder auf täglicher Basis geholfen, aber am Ende des Jahres mit Zielen gab es etwas, auf das man mit "Stolz" zurück auf sich selbst schauen konnte. Zudem half es, mal etwas Neues zu wagen.

Deshalb gibt es für 2026 wieder ein paar Ziele. Einige private, andere teile ich hier einmal – Öffentlichkeit schafft ja auch einfach nochmal ein bisschen Druck.

  • 6.750 Kilometer mit dem Fahrrad – davon 1× 1.000-km-Tour 🚴
  • Jeden Tag Tagebuch schreiben ✍️
  • 7× bloggen in der Woche 📝
  • 1 Buch pro Monat lesen 📖
  • Kein Telefon mehr auf Toilette 💩
  • Weniger Instagram Zeit (weshalb ich meine Followings massiv ausgedünnt habe) ✋
  • Dankbar sein; aber auch mehr Leuten eben dieses zeigen – es ihnen sagen, schenken, teilen 😘

Einiges davon ist sicherlich nicht SMART, aber trotzdem achievable.

Irgendwelche Vorsätze, die Du so für 2026 hast, und teilen magst – vielleicht füge ich ja noch etwas der Liste hinzu.

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7. Januar 2026

Neues Jahr, Zeit die eigene 'Default'-Liste zu aktualisieren, sagt Robb.
Default-Liste? Die Liste von Tools, die ich im täglichen Leben so einsetze. Immer bestens geeignet, um Neues zu entdecken und selbst zu reflektieren, ob die ganze Abhängigkeit zu Google und Co gut ist. Passt prima in die DiDay-Thematik.

Auch hier und hier an anderen Stellen.

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Verlorene (aka nicht produzierte) Star Trek-Episoden

Star Trek war in seiner originalen dreijährigen Laufzeit eher ein mittelmäßiger Erfolg. Richtig bekannt wurde die Serie durch ihre Re-runs auf lokalen Sendern in den USA - der Syndication. Mit den Jahren wuchs und wuchs das Fandom, und irgendwann in den 1970er Jahren beschloss Paramount, die mittlerweile die Rechte hielten, man müsse mit der Marke irgendwas tun.

Star Trek Phase II in den 70ern

Man dachte über einen Kinofilm nach. Gar noch bevor Star Wars ins Kino kam. Jedoch verwarf man die Pläne und beschloss: Star Trek wird das neue Zugpferd des neuen Paramount-eigenen TV-Netzworks.

Man nahm die Arbeit auf. Es wurde skizziert, gedacht, gecastet … und Drehbuchideen geschrieben. Irgendwann im August 1977 saß man dann mit dem Paramount-Chefs zusammen und zeigt ihnen, was man hatte. Sprach vom Pilotfilm. Und Studiochef Michael Eisner war so begeistert, dass er kurzerhand beschloss: Wir lassen die Serie sein und bringen den eigentlich als Pilot gedachten Film ins Kino. Nicht zuletzt wohl auch, weil man bereits viel Geld investiert hatte und sich das Scheitern des eigenen TV-Networks nun doch abzeichnete.

Mehr als 13 Episoden hatte das Team zu dem Zeitpunkt schon ausgearbeitet.
Und diverse weitere Storyideen von mitunter großen Namen der Science-Fiction-Geschichte.

Star Trek Phase II – so der Arbeitstitel der Serie – wurde deshalb schnell zu einem Phänomen innerhalb der Trek-Fangemeinde. Quasi ein "Lost Child" des Fandom.

Über die damals als Essays bereits vorhandenen Episoden weiß man durchaus ein bisschen was. Manche wurden später, in den 1980ern, zu Drehbüchern für The Next Generation. Andere blieben für immer nur Ideen.

Jason Kottke verweist auf einen schönen Artikel dazu: 19 Lost Episodes of ‘Star Trek’: The Adventures of Captain Kirk and the Enterprise You’ve Never Seen.
Aber natürlich hat das stets aktive Trek-Fandom all diese Sachen bereits zusammengetragen. In der Memory Alpha findet man als Trekkie jede Menge Fakten, Infos und Angaben. Eben auch einen ausführlichen Bericht zu Phase II und allen ausgearbeiteten Büchern und Ideen. Die es übrigens für alle anderen Trek-Serien auch gibt: Lost episodes.
Ende der 1990er arbeiteten Judith und Garfield Reeves-Stevens die Geschichte von Phase II gar in einem (auch ins Deutsche übersetzten) Buch auf, welches zudem jede Menge Skizzen und Insides enthält.

Wie geht es mit Star Trek weiter?

Übrigens "Verlorenes Trek": Auch die Idee einer Star Trek Academy-Serie geistert bereits seit den 1990er Jahren immer wieder durch Produktionsbüros und Fandom. In wenigen Tagen nun feiert sie ihre Premiere – und ich bin wirklich gespannt, ob eine Idee, die seit 30 Jahren gärt einen guten Punsch ergibt.

Wie es mit Star Trek nun weitergeht ist übrigens offen.
Es scheint, alle aktuellen Verträge mit den Produktionsfirmen um Showrunner Alex Kurtzman laufen 2026 aus – alle Shows sind abgedreht – ob es eine Staffel 3 von Star Trek Academy gibt ist unbekannt. Paramount hat aktuell insgesamt 4 Staffeln Star Trek in der Hinterhand, die man noch verplanen kann. Section 31 wurde von Fans und Kritikern verrißen – das dürfte der Sargnagel für Kurtzman und sein Team gewesen sein … Kurtzman selbst gibt an, noch keine Info zu haben, wie es weitergeht. Paramount hat mit dem Franchise keine Goldene Kuh wie Disney mit Star Wars, aber eine solide Marke. Die will man künftig wohl eher im Kino sehen, auch wenn Trek im Kino bisher immer seine schwächsten Momente hatte …

2026 feiert Star Trek seinen 60. Geburtstag.
Ich bin gespannt, was Paramount sich als "Big News" dazu einfallen lässt.

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6. Januar 2026

Dieses Blog ist ein Überbleibsel der Internet-Steinzeit

Am 05. Januar 2001 wurde dieses Blog geboren.
Das ist jetzt 25 Jahre her. Ein Vierteljahrhundert. Ach du meine Güte – bin ich in der Zeit digital und realweltlich wirklich alt geworden? 45 Jahre bin ich jetzt. Dieses Blog ist älter als meine Kinder und alles andere in meinem Leben, sieht man einmal von der Beziehung zu meiner Frau ab.

Wer hätte das gedacht, als ich Ende 2000 mit Userland Manila von Dave Winer rumgespielt habe …

Zurück auf meine Bloggeschichte habe ich schon einige male in den vergangenen Jahren. Deshalb halten wir es kurz und verlinken nur: 2025, 2024, 2021 2015, 20072002. Auf die nächsten 25 – da bin ich dann 70 Jahre jung.

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Von der Roboter-Zukunft

Humanoide Roboter sind der nächste heiße Scheiß. Physische KI auf vielen Beinen, die uns überrennt – Entschuldigung, helfen soll. Boston Dynamics hat jetzt den neuen Atlas vorgestellt. Und wir sollten uns schleunigst um Regeln kümmern.

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5. Januar 2026

Hegt die Bäche, entflieht den reißerischen Strömen

Die Epoche der sozialen Medien ist vorbei – weil sie nicht mehr sozial sind. Geopfert auf dem Altar des Kapitalismus, erdrosselt von den Viren der Algorithmen. Social Media ist nur noch TV, und meistens laufen billig produzierte Infomercial. Geistiger oder sozialer Wert steckt nur noch in den wenigen Seitenarmen des stetig wachsenden, reißenden Fluten der großen Ströme in den umzäunten Gärten der Plattformen.

Außerhalb dieser Raubritterburgen jedoch entspringt hier und da eine neue Quelle – entstehen neue kleine Bachläufe an deren Ufern kleine Newsletter, Blogs und Communities zu zelten beginnen. Kleine Bäche, die versiegten, als die digitalen Festungen von Facebook und Co. erbaut wurden. Und um diese Stege und Lagerplätze scharren sich versprengte Gruppen, die nach Nähe, Austausch und Gespräch dürsten, die sie im lauten Rauschen der riesigen Content-Flüsse innerhalb der Gärten nicht mehr hören konnten.

Ich hoffe, 2026 fangen noch mehr Menschen zu zelten an. Auf das mehr dieser Plätze entstehen, zwischen denen man hin und her reisen, sein Zelt aufschlagen und lauschen kann, während Vögel singen und der Bach ganz leise und sanft vor sich hin plätschert.

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4. Januar 2026

Die Zeit der abstrakten “Netzpolitik” ist vorbei. Digitalisierungspolitik ist 2025 vor allem Geopolitik. Die USA sehen dabei für Plattformen, Cloud und den KI-Stack. China für seltene Erde und die tiefe Integration von Industrie und KI. Und Europa steht schwach dazwischen als Regulierer und Abhängiger. – Johannes Kuhn

4. Januar, 10:19 Uhr ↦

3. Januar 2026

03. Januar 2006, 13:03 Uhr. Sie wiegt stolze 4.170 Gramm und ist 58 cm groß. Seitdem ist viel passiert – mir ihr, uns, der Welt. Und trotzdem wurde aus dem Knäuel in meinen Armen eine ziemlich coole, selbstbewusste Frau. <3

3. Januar, 22:19 Uhr ↦

Merz kuscht vor Trump

Täter-Opfer-Umkehr, könnte man das nennen, was Friedrich Merz heute macht:

Die USA kidnappen unter fadenscheinigen Argumenten den Präsidenten eines Landes und erhebt unverblümt Anspruch auf dessen Öl-Reserven und politische Zukunft. Und Friedrich Merz sagt – im Angesicht eines klaren Völkerrechtsverstoßes – sowas wie: Da ist Venezuela jetzt schon ein bisschen selbst Schuld. Ich muss da mal noch bisschen nachdenken – aber ich hab' da jetzt nichts dran zu kritisieren.

Keine Ahnung, wofür Merz Zeit braucht.
Völkerrechtsexperten waren da heute durch die Bank weg ziemlich sicher in ihren Einschätzungen – egal, ob ich CNN, BBC oder tagesschau geschaut habe. Oder die NYTimes gelesen: Trump’s Attack on Venezuela Is Illegal and Unwise.

Merz ist nicht der Einzige.
Auch die EU verurteilt die Entführung des Staatsoberhauptes nicht.

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro war von vielen Staaten nach seiner Wahl nicht anerkannt. Er hat die Wahl gefälscht, das Volk unterdrückt, und nicht als Demokrat reagiert. Aber mal dahingestellt, dass das eben nicht unserem westlichen Wertekompass entspricht. Fakt ist, dass Venezuela bis heute Morgen ein souveräner Staat war, der sich mit niemandem im Krieg befand und keine Bedrohung für die USA darstellte. Eine Kriegserklärung eines Staates gibt es ebenso wenig, wie die politisch notwendige Freigabe der Mission durch US-Institutionen.

Wieso nicht auf die Weise irgendwo anders ein unliebsames Staatsoberhaupt entfernen? Man stelle sich vor, die USA hätten in den 70ern einfach offen in Kuba oder der DDR das Staatsoberhaupt entführt und in New York vor Gericht gestellt. Oder Moskau in der Ukraine Zelensky. Unter Trump macht man das jetzt einfach und gibt danach offen zu, dass man die politischen Geschicke jetzt übernimmt und aus dem Land einfach nur Öl abpumpen will. Diese Mission war keine Befreiung, keine Unterstützung einer demokratischen Opposition, keine Entfernung einer Bedrohung. Diese Mission war eine feindliche Übernahme. Als würde Trump in eine Firma marschieren, den CEO entfernen und der Welt erklären: Das ist jetzt mein Laden. The Art of the Deal 2026. Ohne Scham, Zurückhaltung – und offenbar auch ohne Kritik.

Die Welt setzt sich gerade über Regeln hinweg, die sie seit Jahrzehnten zusammenhalten.

Wieso weder Merz noch die EU das verurteilen?
Weil wir es in den vergangenen Monaten nicht geschafft haben, uns wirtschaftlich Eier wachsen zu lassen. Die Zoll-Spielerein von Trump haben bewirkt, was sie sollten: Als Export-Wirtschaft hängt vor allem Deutschland von den USA ab; noch einmal derlei Spiele mit Strafzöllen wie in den letzten 12 Monaten können wir uns nicht leisten. Es wäre Gift für die sowieso nervöse Wirtschaft.

Und so habe ich seit heute Morgen eigentlich nichts anderes von Merz erwartet, als eine solche "Naja, alles halb so wild"-Reaktion, wie er jetzt veröffentlicht hat. Merz und die EU biedern sich an – weil die EU 2016 verschlafen hat, sich zu emanzipieren.

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