29. Dezember 2025
Im Jahr 2025 einen Verbrenner als Auto zu kaufen ist nicht nur dumm, sondern geht auch gegen meine Überzeugung. Ich würde jemals nur eine Ausnahme für ein Auto machen – und genau das habe ich 2025 getan: Einen Ford Mustang gekauft.
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„Bequem oder unterhaltend ist das nicht. Aber an Erkenntnis so reich, dass er fast alles andere in den Schatten stellt, was dieses Jahr so im TV gelaufen ist“, schreibt Klas Waltersen auf Mastodon über Marc Bauders „Wer wir waren“. Er bringt damit eine Empfehlung der Mediathekenperlen auf den Punkt.
– Wikipedia
'Wer wir waren' ist ein Dokumentarfilm von Marc Bauder. Darin äußern sich sechs Wissenschaftler verschiedenster Fachrichtungen zum Fortbestand der Menschheit und des Planeten Erde und unserer Gesellschaft in der Zukunft.
Der Film basiert auf der Idee zum letzten Buch von Roger Willemsen.
Bis 27. Januar 2026 kann man die Dokumentation in der Mediathek noch schauen. Oder sie sich über MediathekViewWeb andersweitig sichern.
Wir waren jene, die wussten, aber nicht verstanden, voller Informationen, aber ohne Erkenntnis, randvoll mit Wissen, aber mager an Erfahrung. So gingen wir, von uns selbst nicht aufgehalten.
– Roger Willemsen
Eine ernüchternde Dokumentation für jeden Optimisten. Vier Jahre vor dem Heute, in dem Politik und Konzernen die Natur wieder so egal scheint, wie seit Jahrzehnten nicht mehr – und man Atomkraftwerke für KI baut, Verbrenner-Motoren länger bauen lässt und die Bekämpfung des menschengemachten Klimawandels mit 'Technologieoffenheit' zur Seite wischt.
Wir – die Menschheit – war bisher nur ein Augenblick in der Geschichte des Planeten. Und wenn wir nicht aufpassen, bleiben wir einer. Denn eins verstehen die meisten noch immer nicht: Wir retten nicht die Welt, wir retten uns. Der Welt sind wir herzlich egal, sie kam 4,5 Milliarden Jahre ziemlich gut ohne uns aus.
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28. Dezember 2025
„Der erste Digital Independence Day oder Di.Day findet am 4. Januar 2026 statt und wird von der Initiative Save Social koordiniert.“ – Ich finde es eine gute Idee einen Tag zu bestimmen, der gesellschaftlich das ganze Thema einmal versucht breiter zu positionieren. Und es ist schlau, da einen prominenten Sprecher wie Marc-Uwe Kling vorn dran zu haben. Mit dem Namen und der Kurzfristigkeit habe ich so meine Probleme, aber das würd' die Idee jetzt nur zerreden…
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Elon Musk hat an Heiligabend angekündigt, dass Tesla das Wort "nachhaltig" aus seiner Unternehmensmission entfernt. – statt "Sustainable Abundance" (nachhaltigen Überfluss) strebt das Unternehmen nun "Amazing Abundance" (erstaunlichen Überfluss) an. LOL
28. Dezember, 18:24 Uhr ↦
Vor drei Jahren habe ich aus einer Schnapsidee einen Webring gegründet. Ende 2025 ist der nun mittlerweile fast 300 Blogs groß – Grund genug, ihm ein neues Gesicht und neue Features zu spendieren: UberBlogr V3 ist da.
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25. Dezember 2025
Vormittags faul auf der Couch mit ein bisschen HTML.
55 eisige Kilometer auf dem Fahrrad – ich war eine Slushi-Maschine für meine Radflasche.
Anschließend Rouladen-mit-Klößen-und-Rotkohl-Essen. Diesmal kein Enterich.
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23. Dezember 2025
tl;dr: KI mal wieder … und Star Trek. Lose Gedanken, ein Video und nicht ein einziger Angriff.
Star Trek ist eine höchst analoge Science-Fiction-Serie, die im Herzen sogar Anti-Tech ist: Computer sind nicht vertrauenswürdig, die Gesellschaft findet Schönes in Rückgriffen auf das 19. und 18. Jahrhundert. In modernen Trek-Serien tritt KI stets als Gegner auf. Und 'gut' ist eigentlich nur eine künstliche Lebensform: Data.
Schon in der originalen Serie sind Computer für den Stillstand von Kulturen verantwortlich. Und als ein Computer namens M5 die Steuerung der Enterprise übernehmen soll, befindet Captain Kirk: „Das Ding ist falsch.“ Gefühl und Echtheit geht in Trek immer vor. In Der Next-Generation-Episode 'Booby Trap' philosophieren Picard und Riker, ob man dem Computer wirklich die Steuerung des Schiffs überlassen könne. Und in Discovery will eine KI die Kontrolle über alles übernehmen.
Star Trek zeigt uns in seiner Technik-Feindlichkeit eigentlich, dass Computer exzellente Diener, aber furchtbare Herren sind.
In seinem Video 'How Star Trek Predicted AI Slop' schlägt Rowan J Coleman einen hervorragenden Bogen. Trek, so Coleman, hätte den KI-Slop vorhergesagt – in gewisser Weise. Denn nicht die KI als solche ist schlecht. Sondern die menschliche Versuchung, den Wert der Arbeit durch die Bequemlichkeit der Maschine zu ersetzen. Wie in Trek sollten wir uns daran erinnern: Nur weil eine Maschine etwas effizienter machen kann, ist das Ergebnis nicht zwangsläufig besser.
Das liegt auch daran, dass (generative) Algorithmen auf Daten der Vergangenheit beruhen. Sie können deshalb nur recyclen, nicht neu schaffen. Hätte eine KI in den 1960er etwas wie Star Trek erschaffen können? Echte Innovation entsteht durch Reibung und Visionen, die über das Bestehende hinausgehen. Kunst entsteht durch den Prozess, durch Disziplin und das Überwinden von Widerständen. Wer nur das fertige Produkt will, ohne die Arbeit zu investieren, produziert am Ende nur „Slop“.
Coleman formuliert damit ein bisschen das, was ich stets bei Diskussionen insbesondere um generative KI fühle.
Ja, sie kann dir Arbeit abnehmen. Aber KUNST oder LEBEN ist das Ergebnis eines Prompts deshalb für mich nicht.
Und bevor wir hier wieder am Thema vorbeidiskutieren: Soll jede:r halten, wie er mag. Wer bin ich, etwas verbieten zu wollen. In meinem beruflichen Alltag setze ich LLMs ausführlich ein, um mir Arbeit abzunehmen – das Erschaffen aber lasse ich mir nicht aus der Hand nehmen. Und wenn es um meine Freizeit geht, dann lese ich Dinge absichtlich – und selbst. Dann halt ich es schon seit geraumer Zeit mit einem Gedanken, den Geoff Graham neulich treffend formulierte:
If you’re not gonna bother writing it yourself, I ain’t gonna bother reading it myself.
… KI kann vielleicht Kunst erschaffen. Kultur erschaffen aber nur Menschen.
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21. Dezember 2025
Wir halten fest: Ein Faschisten-Fan, Egomane und Märchenerzähler ist jetzt innerhalb einer Woche vom reichsten Mensch der Welt mit 500 Mrd. US-$ zum reichsten Mensch der Menschheitsgeschichte mit 600 Mrd. US-$ zum noch reichsten Mensch mit 700 Mrd. US-$ geworden. Papperlapapp, Elon Musk ist Fantastilliardär. Was soll's.
21. Dezember, 21:46 Uhr ↦
20. Dezember 2025
Friedrich Merz redet gern. Davon, wie böse die Welt, wie faul die Deutschen, und wie schlecht es der Wirtschaft geht. Sein liebstes Feindbild: Grüne Umwelt- und Wirtschaftspolitik.
Mich fasziniert seit Jahren, dass sich Konservative stets auf die Heimat und den Stolz darauf berufen, für deren Schutz in der Zukunft aber nichts tun (wollen).
Schönstes Beispiel ist das 'Verbrenner-Aus-Aus'. An Quatschigkeit eigentlich nicht zu überbieten – und an Wirtschaft ebenso wie Klimaschutz ein vollkommen falsches Signal.
Das Lieblingsnarrativ von (rechts-)Konservativen: Klimaschutz gefährdet die Wirtschaft.
Und das können wir natürlich nicht zulassen – schließlich ist der Erhalt unseres Wohlstands wichtiger als eine Welt, die in 50 Jahren für unsere Kinder und Enkel noch bewohnbar ist.
Politische Aufgabe ist nicht, fossile Geschäftsmodelle künstlich zu erhalten, sondern neue zu ermöglichen.
– Claudia Kemfert vom DIW.
Dabei zeigt ein Blick auf mehrere Studien das Gegenteil: Klimaschutz kostet Geld – ja. Aber er kann auch einen positiven Effekt auf die Wirtschaft haben.
Allerdings: Was es dazu bräuchte – für Investoren, Wirtschaft und Bevölkerung – wäre eine Strategie, sowie eine positive Erzählung. Und da sind wir beim großen Problem: Strategien, vor allem politisch und wirtschaftliche – funktionieren nicht in Vier-Jahres-Zyklen. Und keinem ist daran gelegen, dass der heute ausgetüfftelte Plan dem politischen Gegner in 10 Jahren nützt. Versteht der dumme Wähler eh nicht.
Und deshalb entsteht etwas wie eine politische Vision überhaupt nicht mehr.
Deutschland, sagt Forscherin Florence Gaub (Geschenklink) in einem anderen Interview, weiß eigentlich nur, was es nicht will.
Was wir nicht wollen, können wir auswendig erzählen: Wir wollen keinen Krieg. Wir wollen keine Klimakatastrophe. Wir wollen keine KI. Wir wollen keine AfD. Aber was wollen wir denn? Dass alles so bleibt, wie es ist? Das ist doch keine Zukunft.
– Florence Gaub
Für die NATO entwickelt Gaub Zukunftsszenarien. Die Deutschland sei primär eigentlich nur, was man NICHT WILL. Hingegen fehle es vollständig an einer Idee, was man eigentlich will.
Ich bemängele das Fehlen einer politischen Vision schon seit Jahren.
Weder Olaf Scholz noch Friedrich Merz könnten dir – außer mit Phrasen – erzählen, wie sie sich Deutschland 2050 vorstellen. Führende Nation für E-Fuels, hätte Christian Lindner vielleicht noch geantwortet.
Wo liegen eigentlich unsere Stärken im Jahr 2050?
Womit verdienen wir Geld? Was wollen wir erreichen?
Für was soll ein 18-jähriger, jetzt Wehrpflichtiger, eigentlich kämpfen? Klimaschutz, Gleichberechtigung, besser Bildung, ein gerechtes Sozialsystem – das ist's ja offensichtlich nicht?
Es geht nicht darum, zu formulieren, Deutschland noch 3 Jahre länger auf Platz 3 der erfolgreichsten Industrienationen zu haben. Ebensowenig, wie es bei persönlichen Neujahrsvorsätzen darum gehen sollte, 'mehr Sport' oder 'weniger Rauchen' zu tun. „Es geht nicht ums Abnehmen oder darum, nicht mehr zu rauchen, sondern darum, wie man sein Leben verbringen will“, formuliert es Gaub am Ende ihres Interviews. Und das finde ich toll. Das ist nicht nur ein guter Rat, wie man Neujahrsvorsätze formulieren sollte. Es wäre auch einmal eine Aufgabe für Friedrich Merz: Zur Neujahrsansprache wäre das vielleicht mal ein Bild, dass es zu zeichnen Wert ist. Wird aber natürlich nicht kommen – wie könnte man das auch von jemandem verlangen, der nur aufgrund eines gekränkten Egos Kanzler werden wollte.
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15. Dezember 2025
Die Unesco sieht eine Einschränkung der Presse- und Meinungsfreiheit von Institutionen und Presse. Und zwar in einem Ausmaß, die bisher nur im Ersten Weltkrieg, der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg und auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges von 1963 bis 1973 gemessen wurde.
Die Unesco macht politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Druck auf Medien für den Trend verantwortlich – dieser führe zu mehr Einschränkungen der Medien oder Selbstzensur eben dieser. Zudem würden Rechtsmittel missbräuchlich genutzt, ebenso wie Verleumdung, Hassrede oder Missinformation, um Pressevertreter einzuschüchtern oder zum Schweigen zu bringen.
Westeuropa und Nordamerika blieben laut dem Bericht die Regionen, in denen die Lage weltweit am besten sei. Einschränkungen hier seien am stärksten in der Freiheit für Wissenschaften und in Kultur eingeschränkt.
… und na klar finden sich jetzt jene in den Kommentaren unter dem (verlinkten) Artikel wieder, die fröhlich rechte Parolen zwitschern und davon lamentieren, dass sie auch nichts mehr sagen dürften – um danach jeden und alle zu bedrohen, die nicht ihrer Meinung sind.
Wir bewegen uns mit Raketentempo ins Mittelalter zurück.
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