Und so sehr ich mich auf neues Star Trek immer freue, so nerven mich an diesen knapp zwei Minuten direkt zwei Dinge, in denen ich das Kern-Problem des aktuellen Star Trek sehe.
Die Obsession mit altem Star Trek – nur um seiner selbst Willen.
In Discovery stellte man eine Schwester von Spock vor, der es schlicht nicht bedurfte. In Strange New Worlds führt man immer mehr Charaktere ein, die wir aus der originalen Serie kennen (überhaupt: Diese Vernarrtheit mit Spock und Khan der neuen Trek-Macher ist krankhaft). In Picard erzählte man zwei Staffeln lang eine Geschichte, die mit der Figur Picard nichts zu tun hatte, um dann komplett zu kapitulieren und sogar die alte Enterprise zurück zu bringen. Und jetzt in Starfleet Academy bringt man den Doktor aus Voyager zurück und ballert Namen wie Kirk, Crusher, Sisko und Kim in den Trailer – Namen, die in der gezeigten Zukunft 800 Jahre alt sind und nicht von einer glänzenden Zukunft erzählen, sondern einer rückwärtsgewandten Zivilisation die vernarrt in Personen ist, die so lang tot sind wie von uns aus der Anführer des 5. Kreuzzugs und Friedrich II. – aberkennt, dass es zwischen dem Jahr 1200 und 2000 irgend eine Art von anderem Promi und (militärischem) Verdienst gäbe.
Ich finde das dauernde Name-Dropping von alten Charakteren einfach ermüdend und durchschaubar.
Im aktuellen Star Trek sehen die Jahre 2250 und 3200 einfach komplett gleich aus.
Du kannst in den Innen-Aufnahmen nicht unterscheiden, ob man sich in Strange New Worlds, Discovery oder Starfleet Academy befindet. Ich verstehe schon, dass das primär Produktionsgründe hat und man sich Sets teilen muss – aber innerhalb des Universums zeugt das neben der Heldenverehrung von einer zum erliegen gekommenen Gesellschaft … Jede Trek-Serie hatte in der Vergangenheit zudem ihren eigenen Look – nicht nur in den Uniformen; die drei genannten Serien sind von den Bildern vollständig austauschbar.
Wieso pfeift Paul Giamatti am Ende 'in Verse' das Star Trek-Theme? Kennt man im Star Trek-Universum die Serie Star Trek?
Weniger Ausstattungs-Opulenz und Selbstreferenzialität, dafür mehr Inhalt wäre mir lieber.
Wie geschrieben: Ich freue mich immer auf neues Trek.
Auch, weil ich akzeptieren kann, dass mir nicht jedes Star Trek gefallen muss. Das Universum ist vielfältig. Und ich werde die Serie schauen und sehen, ob und wie sie mir gefällt. Mich nervte vieles am innerhalb des Fandoms heiß diskutierten Discovery (vor allem Story, nicht die Charaktere), aber die Serie hatte auch Glanzlichter – insofern schaue ich da gern zu.
Aber ich hoffe, man überwindet dieses Nostalgie-Gehabe und traut sich, uns endlich mal wieder eine Utopie zu zeigen, statt einem zivilisatorischen Stillstands gepaart mit einer Marvel-Attitüde und viel Action. Academy wäre prädestiniert dafür, sich mit Fragen zu beschäftigen, die sich darum drehen, wo der eigene Platz im Universum sein kann, an was man glaubt, was es beutet Erwachsen zu sein als solches, … Um wirklich spannende Themen, die über einen billigen Witz und viel Ballerei hinaus gehen eben.
Mit Lumo präsentiert Proton ein Datenschutz-konformen KI-Assistenten aus der Schweiz. Proton bietet im Portfolio bereits Mails, Webspace und andere Dienstleistungen; seit März nutze ich einige der Services und mich nach 20 Jahren von Google gelöst.
Sämtliche Gespräche bleiben vertraulich […] eine Verwendung der Daten zum Training der KI-Modelle findet nicht statt [… durch] die Verschlüsselung [hat] selbst Proton keinen Zugriff auf die Inhalte
Lumo basiert auf einem OpenSource-Large Language Model, dass Proton angepasst hat. Die KI kann nicht nur beim nachdenken helfen, sondern auch beim recherchieren, denn sie kann auch auf Webseiten zugreifen und diese zusammenfassen.
Ein kleines Basispaket ist kostenfrei; mehr Power gibt es für rund 12 Euro im Monat.
Das ist ein guter Anfang, um den Tech-Giganten wie Google, xAI, OpenAI und Anthropic (deren KI "Claude" ich nutze) entgegen zu setzen. Zumindest für den privaten Gebrauch kann Lumo ganz spannend sein, wenn man sein Geld eben nicht in den USA überweisen will.
Caschy mit mehr Details. Lumo FAQ mit den technischen Details bei Proton.
Meine ersten kleinen Tests waren ganz okay, auch wenn Claude mir bei meinen losen Recherche-Anfragen ("Ich habe neulich eine Studie zum Thema X gelesen, die folgendes herausgefunden hat – kannst du die Quellen finden & textlich so zusammenfassen, dass es auf ein Slide passt") die Ergebnisse liefert, die ich erwarte und Lumo eher allgemein blieb. Ich bin mal gespannt wie sich Lumo entwickelt und werde es auf jeden Fall im Auge behalten.
Während in Paris die 2025er Tour de France zuende geht, schaue ich auf YouTube eher Ultra-Cycling-Videos. Filme vom 'Race Across America', 'Three Peaks' oder dem nächste Woche anstehenden NorthCape4000. Eines der Events, das gleichzeitig auch das älteste Radrennen der Welt ist: Das Paris-Brest-Paris Brevet.
Bei dem aller vier Jahre ausgetragenen "Fahrradmarathon" gilt es für die Startenden die 1.200 Kilometer Länge in maximal 90 Stunden zu schaffen.
Im Gegensatz zu den großen Giros – also den bekannten Radrennen – sind Brevets und auch Ultra-Cycling-Events der Beweis, dass im Grunde jede:r vor allem mit mentaler Stärke sowas fahren kann. Mein neues Spirit-Animal dabei ist Claus, der Star einer kleinen Reportage über Paris-Brest-Paris von vor 8 Jahren. Der Mann hat die 1.200 Kilometer im Zeitlimit gefahren – mit 72 Jahren!
Ich habe Radfahren als Sport erst mit 40 Jahren für mich entdeckt und sitze hier gerade (wegen meines Sports) mit einem gebrochenen Schlüsselbein auf der Couch. Ich habe bisher keinen Kilometer bereut. Wenn überhaupt, dann nur, dass ich Radfahren so spät entdeckt habe. Und dann sehe ich Typen wie Claus. Und freue mich auf die nächsten 30 Jahre mit diesem Sport. Und dem unverkennbaren Beweis, dass man fürs Radfahren nie zu alt und alles möglich ist.
Merz meint, Elektroautos seien nicht "marktfähig".
Was ich an Merz, Söder, Linnemann und Spahn immer wieder bemerkenswert finde ist, wie ungeniert sie Unkenntnis oder purer Falschbehauptungen schlichtweg als Fakten oder Forderungen so darstellen, als entsprächen die der Wahrheit oder einem gesellschaftlichen Konsens – egal, ob es stimmt oder nicht.
Diese CDU-Regierung arbeitet postfaktisch.
Das ist nicht nur skandalös, es ist schädlich für die Zukunft des Landes und unserer Gesellschaft.
Der Webring ist für lustige, erklärende und vor allem positive Dinge, was raffst du daran nicht? Negativen Dreck und Hass kannst du auf Twitter verbreiten!
Ich widerspreche dem aufs Härteste. UberBlogr hat keine inhaltlichen Regeln, Themenvorgaben oder Begrenzungen. Hier versammeln sich Menschen mit ihren privaten Blogs, und jedes ist reich an Facetten - dazu gehört manchmal auch Schmerz.
Wer damit nicht umgehen kann und dann so reagiert sollte dringend seinen Kompass für Menschlichkeit prüfen.
Ein bisschen Kindergarten ist Bloghausen ja immer wieder mal. Ich blogge seit fast 25 Jahre und habe jede Menge Diskussionen kommen und gehen sehen. Dabei wurden schon vor 20 Jahren teilweise harte Meinungen gedroppt, Menschen kamen aneinander, … Manch Blog oder auch Beziehung ist daran zerbrochen, manch andere gewachsen. Und die meisten sind nach ein paar Wochen im digitalen Nirgendwo verschwunden, wurden vergessen und dann begann man mit einem anderen Thema von vorn.
Also…
Neulich, da schrieb der Oliver übers Gendern. Dafür bekam er sowohl Gegenwind als auch Zustimmung. Manch Kommentar wurde geschrieben und Blogbeitrag. Manch hartes Wort wurde benutzt. So ist das halt. Da sagt dann jemand aufgrund eines Beitrags eben auch mal "Ich lese das Blog nicht mehr" und zeigt, wie man ein Blog aus dem RSS-Reader und auch aus dem ÜberBlogr–RSS-Feed ausblenden kann. Das ist legitim, aber mancher sieht darin eine „Beschränkung der Meinungsfreiheit“. Wegen all der Gemengelage treten Menschen nun aus dem UberBlogr-Webring aus.
Gut. Ich arbeite mich mal durch. Und für den Fall, dass ich etwas missverstanden oder verpasst habe, meldet euch in den Kommentaren. Ansonsten ist das hier eher mal eine Reflexion dessen, was ich mir als Betreiber von UberBlogr & basierend auf ein paar Blogbeiträgen so denke.
1
Das Thema Gendern wird hochemotional besprochen. Olivers Ablehnung zum Thema hat für einige Wellen gesorgt – Gegenwind wie Zustimmung. Ich bin ein Fürsprecher von Gendern und habe in den Kommentaren bei ihm versucht darzulegen weshalb.
Man kann andere Meinungen haben, was nicht bedeutet, dass ich Oliver deshalb für einen Rechten oder "dummen" Menschen halte. Das Thema kann man mit Pro- und Contra-Argumenten versehen - oder man kann es einfach ignorieren.
2
Persönlich werden muss man in Diskussionen nie - das zeugt weniger von Argumenten als dem Ausgehen solcher. Sprich: Man muss deshalb niemanden beleidigen, bedrohen etc. Auf Blogs geht es in der Regel vielleicht gesitteter zu als in den typischen Social Media Netzwerken - es sei denn, du stichst in das richtige Wespennest.
3
Es ist legitim und sich selbst gegenüber achtsam, ein Thema oder Menschen zu ignorieren bzw. auszublenden, wenn man sich an ihm oder seinen Themen stört. Wie ich hier schon schrieb: Ignoranz ist eine Superkraft, keine Beleidigung.
Ich blende beispielsweise auf Threads und Mastodon gewisse Menschen oder Worte wie "Springer" und "Fussball" aus. Es beschränkt niemandes Meinungsfreiheit, wenn ich das tue. Vielmehr ist es Achtsamkeit für mich.
Dass jemand Inhalte für sich aus den via UberBlogr bereitgestellten RSS- oder Social-Feeds ausblendet ist vollkommen legitim. Es gibt die Funktion der personalisierten Darstellung bereits im Code von UberBlogr, sie ist nur noch nicht aktiviert.
4
Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass jeder alles lesen muss. Oder jeder allem zustimmen muss. Meinungsfreiheit bedeutet, dass man alles sagen kann. Es schließt nicht mit ein, dass jemand zuhören muss. Es bedeutet hingegen aber, dass Menschen es kritisieren, dem nicht zustimmen, dich für einen Deppen halten oder dich danach ignorieren können. Damit muss man dann eben leben.
5
UberBlogr ist ein Content-Verteiler, keine strenge Community. Der Webring als solcher hat weder Community-Funktionen noch Community-Regeln. Er hat aber auch keine Meinung, keine Agenda, oder irgend einen Algorithmus, der Bias verstärken könnte. Mir ist bewusst, dass Mitglieder aus verschiedenen Themengebieten, mit verschiedenen Ansichten im Ring sind – gerade die bunte Mischung, die es ist, sehe ich als Bereicherung an. Weil mich die Inhalte des Rings jeden Tag erneut über meine eigene Bubble hinaus tragen. Ich sehe keinen Grund daran etwas zu ändern.
Kann man trotzdem auf den Ton achten? Na klar. Aber das Ding ist ja auch: Jede:r Blogger:in ist Herr über das eigene Reich - ich kann da den Ton anlegen, den ich will. Und wenn jemand in einer Überschrift „Leckt mich“ schreibt, dann im gleichen Beitrag aber den Umgangston anderer Blogger anprangert, dann finde ich das ein bisschen lustig.
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Sowohl Oliver als auch Horst haben den Webring verlassen, weil sie mit der Diskussion um die ganze Gendersache nicht happy sind. Kommen und Gehen steht jedem Mitglied frei. Man muss das nicht mal episch begründen.
BERÜHMTE LETZTE WORTE
Alles muss heute ein Kulturkampf sein. Haltet doch einfach mal den Ball flach.
PS
Wer übrigens Dinge hat, die einen am Webring nerven, der kann mir jederzeit eine Mail schreiben. Manch einer wünscht sich Filter, manch einer sieht darin das Ende der Sinnhaftigkeit des Rings. So ist das manchmal. Grundsätzlich ist mein Mail-Postfach offen - da kann man gern Post hinschicken, wenn einen was an dem Projekt UberBlogr frustriert, man Vorschläge hat oder Kritik. Dass mir manch einer da in den letzten Tagen dann Mails schickt die förmlicher als der letzte Brief an den Vermieter sind, irritiert mich altes Internetmäuschen dann zwar mitunter, aber hey …
Das MacGuffin kannte ich bereits: Ein Gegenstand in einer Erzählung oder einem Film, der eine Handlung in Gang setzt, ohne dass dabei je geklärt wird, weshalb es eigentlich wichtig ist. Beim Herrn Buddenbohm nun bin ich über den Begriff Tschechows Gewehr gestolpert. Das wiederum ist im Grunde der Gegenentwurf zum MacGuffin: Demnach muss jedes Element in einer Handlung einen Zweck erfüllen – bei der Einführung oder später. Ham'wa wieder was gelernt.
André hat 'Was man von hier aus sehen kann' geschaut und ihm 2,5 von 5 Sternen geschenkt. Ich habe den Film auch geschaut - nach einem tollen Tag am Strand, einen wunderbaren Abend mit einer Flasche Wein auf dem Bett im Hotelzimmer lungernd. Und habe ihm (deshalb?) bei Letterboxd 5 Sterne gegeben. Deshalb solltet ihr euch einfach selbst einen Eindruck machen; bis 30. Juli 2025 gibt es ihn noch kostenlos in der ARD-Mediathek.