Das originale Frame stammt übrigens aus dem 'Tim und Struppi'-Comic Die Krabbe mit den goldenen Scheren und ist tatsächlich aus dem Dialog, in dem sich Tim und (der alkoholkranke, betrunkene) Kapitän Haddock kennenlernen. Wieder was gelernt.
Der Haken Dran-Podcast ist für mich ein Pflichtprogramm im täglichen Social-Media-Dschungel. Seit der Übernahme von Twitter durch Elon Musk begleitet Gavin Karlmeier – zuerst mit Dennis Horn, dann mit wechselnden Gästen – die Entwicklung Elon Musks und der Social-Media-Welt, inklusive der zunehmenden Politisierung beider.
In der Ausgabe vom 17. Februar durfte ich zu Gast sein – und ein paar Dinge kommentieren. Es war mir ein Fest!
Erststimme an die Linke Kandidatin. Zweitstimme an die Grünen – aus Überzeugung & weil ich darauf hoffe, dass die CDU bei der Regierungsbildung nicht an ihnen vorbeikommt. Wir brauchen dringend eine starke, progressive Stimme in der Regierung unter Friedrich Merz, um der Rückständigkeit von Merz eine Gegenbewegung aufzuzwingen.
Per Briefwahl gewählt & direkt bei der Gemeinde eingeworfen.
Und klar kann man darüber reden, ob ein „Zur Wahl gehen„ am Sonntag nicht besser wäre, um Sichtbarkeit zu erzeugen. Aber um ehrlich zu sein standen hier schon bei der Europawahl die Schlangen vor den Wahllokalen – an der Beteiligung liegt es hier im östlichen Sachsen-Anhalt nicht, eher an der Ignoranz.
Die Rede von JD Vance am Freitag war die “Lingua Tertii Imperii” reloaded. Alles wird so verdreht, dass uns mit der Sprache das Denken genommen wird. Manipulation ist Meinungsfreiheit, Autokratie ist Demokratie, Milliardäre sind Anti-Establishment. Vance forderte “free speech” in Europa, während seine eigene Bewegung Bücher aus Bibliotheken verbannt, Unternehmen erpresst, eine Anti-Woke-Agenda umzusetzen, und Medien sanktioniert, die nicht Trump-ish sprechen. — Matthias Schrader fasst gut zusammen, wie absurd die Rede war und formuliert: Wir brauchen die Vereinigten Staaten von Europa um uns behaupten zu können.
Statt aber genau Einigkeit und ein gesundes Selbstbewusstsein zu zeigen, zofft sich Europa derweil lieber.
Da lädt Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ein – und schon an der Zusammensetzung der Runde entfacht sich Streit.
Derweil verhandeln Russland und die USA über das Schicksal der Ukraine – ohne die Regierung des Landes einzuladen, um das es geht. Und von Europa weit und breit keine Spur.
Elon Musk zertrümmert aktuell den Regierungsapparat der USA. Dabei folgt er offensichtlich dem Drehbuch des reaktionären Vordenkers Curtis Yarvin. Der hatte „eine systematische Erneuerung“ der US-amerikanischen Institutionen schon 2022 in einem Essay herbeigesehnt.
Elon Musk zertrümmert aktuell den Regierungsapparat der USA. Dabei folgt er offensichtlich dem Drehbuch des reaktionären Vordenkers Curtis Yarvin. Der hatte "eine systematische Erneuerung" der US-amerikanischen Institutionen schon 2022 in einem Essay herbeigesehnt.
Blogparaden sind diese kleinen Fragenkataloge, die von Blog zu Blog wabern und deren Antworten ein bisschen was über den Autor verraten. Vor ein paar Wochen stolperte ich über die Blog Question Challenge von Kev Quirk, der die Bear Blog Challenge adaptiert hatte. Ich fand die Idee cool – und weil ich nicht direkt mitgemacht habe, habe ich sie wieder vergessen.
Jetzt hat Thomas von Jansen Pott das Ganze als #blogfragen nach Deutschland gebracht. Und nachdem ich die Blogparade schon im neuen UberBlogr-Newsletter empfehle, muss ich auch mitmachen – bevor ich es wieder vergesse…
Warum hast Du ursprünglich mit dem Bloggen angefangen?
Aus einer gewissen Mischung aus Neugier, Frust und zu-viel-Zeit. Mein erstes Internet-Tagebuch habe ich im Sommer 2000 angefangen und damit Freunde mit lustigen Dingen unterhalten. Gegen Ende 2000 fing ich dann an, mit den ersten Blog-Tools herumzuspielen – Manila und Blogger.com und entdeckte dabei, dass es sogar ein paar deutsche Blogs gibt. Einer davon war der Schockwellenreiter. Meinen offiziellen Blog-Geburtstag feiere ich seitdem am 5. Januar 2001.
Welche Plattform nutzt Du für Deinen Blog und warum hast Du Dich dafür entschieden?
DEIN Blog – das! Da bin ich Traditionalist. Aktuell blogge ich mit Textpattern. Wieso habe ich hier ausführlich beantwortet. Allerdings werde ich wohl demnächst zu ClassicPress wechseln, weil ich mittlerweile wieder gern etwas flexibler in der Inhaltsanzeige wäre und mir das Kommentarsystem von Textpattern zu umständlich ist. Außerdem gehört das stete Basteln ja auch irgendwie zum Bloggen dazu – was uns zur nächsten Frage bringt:
Hast Du schon auf anderen Plattformen gebloggt?
Klar. Im Laufe der letzten 25 Jahre habe ich mit vielen Systemen gespielt, manche gibt es nicht einmal mehr. Ich habe mit Blogger.com angefangen, als es noch nicht zu Google gehörte. Nach ein paar Monaten dort bin ich zum Perl-Script Greymatter gewechselt. Von da ging es zu einer selbst gebauten Lösung, bevor ich sunlog nutzte und von dort zu WordPress wechselte. Danach ging es zu Textpattern.
Wie schreibst Du Deine Blogposts? Nutzt Du ein lokales Bearbeitungstool oder eine Panel/Dashboard-Funktion Deines Blogs?
Kommt immer ein wenig drauf an. Texte, die spontan entstehen – und das sind, wenn ich ehrlich bin – die meisten, tippe ich direkt ins Eingabefeld des Blogtools. Wenn Texte ein bisschen mehr Struktur wollen, oder sowas wie diesen Fragebogen, tippe ich in meinem Notiz-Tool Obsidian vor und kopiere sie dann einfach.
Auf meine Rechtschreibung achtet das Languagetool, von dem ich eine Pro-Variante habe. Ob ich auf seine Hinweise höre, überlasse ich meiner Tagesform. KI kommt hier im privaten Blog nicht zum Einsatz.
Wann fühlst Du Dich am meisten inspiriert zu schreiben?
Inspiration ist hier wohl das falsche Wort. Ich schreibe keine künstlerischen Sachen in mein Blog; und wirklich strukturierte Texte, über die ich mir vorher Gedanken mache, ebenso nicht – zumindest nicht mehr. Das blockiert mich nämlich.
In all den Jahren habe ich gelernt, loszulassen ist die beste Lösung. Ich tippe in mein Blog, wenn ich einen externen Impuls oder Anlass sowie Zeit habe. Wenn ich einen Impuls nicht direkt ins Blog packen kann, dann werde ich es in 99,9% der Fälle nie tun.
Ich schreibe über Dinge, die aus mir rausmüssen, wenn ich in dem Moment kein anderes Ventil finde – Nachrichten, Links, Themen, Gedanken. Bevor es Twitter gab, waren viele meiner Postings tatsächlich eher Statusmeldungen und Gedanken – insofern hat mir das Ende von Twitter durchaus geholfen, denn so fand ich wieder mehr zurück in mein Blog.
Veröffentlichst Du Deine Texte sofort oder lässt Du sie erst eine Weile als Entwurf liegen?
Wenn ich etwas als Entwurf speichere, wird es nie das Licht der Welt erblicken. Entweder schreibe und veröffentliche ich etwas in dem Moment, oder es stirbt. Auch so etwas Gelerntes in den Jahren…
Über welche Themen schreibst Du generell?
Themen, die mir begegnen und die mich bewegen. Das ist mitunter ein wilder Mix aus Netz(kultur), Film und Fernsehen, Politik, Alltag, … Das hier ist meine private Spielwiese und entsprechend sind die Themen.
Für wen schreibst Du?
Ich habe 2000 angefangen zu schreiben, um ein paar Gedanken loszuwerden. Das habe ich für mich getan. Und daran hat sich in all den Jahren nicht viel geändert. Ich hatte zwischenzeitlich eine Phase, in der ich Texte für Leser optimiert habe – das hat mich sinnlos Zeit gekostet und gehemmt. Ich habe schon immer berufliche Texte geschrieben, die strukturiert werden mussten – heute sind es mehr Powerpoints als journalistische Inhalte, aber wieso sollte ich das dann auch noch privat tun?
Ich freue mich über jede:n Leser:in, die mein Getippt schreibt. Aber offen gesagt ist das nicht meine primäre Motivation in meinem Blog – ansonsten wäre es am Ende durchaus auch deprimierend, denn realistisch gesehen ist die Hochzeit meines privaten Blogs hier mit hunderten täglichen Besuchern auch vorbei.
Was ist Dein Lieblingsbeitrag auf Deinem Blog?
Puh … keine Ahnung. In den zurückliegenden 25 Jahren gab es ein paar Beiträge, die persönlicher waren als andere. Die zum Tod meiner Stiefschwester Ellen, oder den zum Tod meines Vaters. Dann aber eben auch die zu den Geburten meiner Kinder. Das sind die, die hängen bleiben.
Dann gibt es da Tonnen von Beiträgen aus den Anfangstagen, die sich um lustige Links drehen, die mittlerweile bereits komplett tot sind. Oder all die Belanglosigkeiten. Am Witzigsten finde ich kleine Anekdoten, die sich mit der Zeit ergeben: so bloggte ich beispielsweise mal, dass meine bevorzugte Art des Kaffees mit Milch und Zucker sei, und ich mich fragte, wie irgendein Typ bitte schwarzen Kaffee mögen kann. Heute bin genau ich dieser Typ.
Am Ende aber gilt: All Blog Posts Are Beautiful.
Hast Du schon Blogpausen eingelegt oder Blogs ganz aufgegeben?
Ich habe in meiner “Karriere” diverse Blogs neben diesem hier gehabt. Kleine und große, erfolgreiche wie erfolglose Projekte. Die erfolgreichen waren unter anderem eine Blogger-Community namens BlogHaus. Ein Medienblog namens medienrauschen. Und ein Autoblog namens Autokarma. Die gibt es heute alle nicht mehr – ein jedes Projekt hat seine Zeit. Mein kleines Blog hier indes gibt es noch. Es ging durch einige Phasen – vor allem in den Anfangstagen wanderte ich einige Domains entlang, bevor ich ihm zum 1. Geburtstag die Domain x-ploration.de schenkte. Dann wanderte es auf gigold.de – und vor einigen Jahren schließlich auf gigold.me.
Meinen Blog-Tiefpunkt hatte ich 2019. Das war fast ein Sabbatical geworden, aber immerhin 1 Beitrag habe ich da geschrieben. Mittlerweile ist das aber überwunden – im letzten Jahr gab es hier wieder über 200 Beiträge.
Was empfiehlst Du Menschen, die mit dem Bloggen anfangen wollen?
Einfach anfangen. Weil Machen ist wie Wollen, nur krasser. Es braucht am Ende doch nicht viel, außer einem gewissen Mitteilungsdrang. Der Rest kommt von allein.
Hast Du Zukunftspläne für Deinen Blog? Vielleicht ein Redesign, ein Wechsel der Plattform oder neue Features?
Hinter Plänen liegen immer Absichten, Ziele oder Zeitrahmen. Und davon habe ich in meinem Blog keinerlei. Das Redesign und der weiter oben angesprochene Wechsel der Blogsoftware kommt, wenn ich mich danach fühle – das ist sicherlich alles andere als ein “Plan”.
Seit Jahresbeginn haben mindestens 1.426.000 Menschen bundesweit gegen Faschisten demonstriert. Die taz sammelt Ort, Zeit und Zahl der Teilnehmer:innen aller Demos. Derweil ignorieren die Parteien das Signal weiterhin und reden der AfD nach dem Mund.
Seit heute gibt es auf Netflix eine neue, deutsche „Origin“-Serie. Die trägt den Namen der Tochter, ist aber nicht nur deshalb interessant, sondern auch wegen ihrer Prämisse. Auf Golem jedoch ist Daniel Pook nicht begeistert: „Trash, Komik, Horror – alles verpasst. Die deutsche Netflix-Serie Cassandra zeigt eindrucksvoll, wie man aus einer netten Idee richtig schlechte Science-Fiction macht.“
Der Trailer sah durchaus ein bisschen nach SciFi-Horror-Trash aus. Vielleicht ist es aber eine Frage der Herangehensweise – was erwarte ich? Die Phase, echte Qualität zu liefern, hat Netflix gefühlt ja sowieso lange hinter sich gelassen?!
Schade, eigentlich.
Werde am Wochenende wohl aber trotzdem reinschauen.
Wie ich es finde, kannst du dann auf meinem reaktivierten Letterbox-Account lesen…