#WMDEDGT am 5. Februar 2026
Was mach‘ ich denn den ganzen Tag? An jedem fünften Tag eines Monats blogge ich, als wäre das hier ein Tagebuch.
5. Februar 2026
Was mach‘ ich denn den ganzen Tag? An jedem fünften Tag eines Monats blogge ich, als wäre das hier ein Tagebuch.
Wann hast du zum letzten mal richtig hart nachgedacht?
Eine Unsitte geworden ist ja, dass alles, was ein bisschen Hirnschmalz erfordert, mittlerweile von KI wiedergekäut wird. Den Satz "Ich hab' mal ChatGPT gefragt" kann ich nicht mehr hören – vor allem nicht im Arbeitskontext.
Klar werde ich bezahlt, um Powerpoints zu bauen. Und einen noch mehr erfundenen Job gibt es ja nicht, als den eines Strategen. Aber Hey, du bezahlst mich vor allem fürs nachdenken – nicht das, was auf dem Slide steht, sondern die Denkarbeit davor!
Und selbst mit KI ist's noch immer die Kopfarbeit, ob es sein kann und was damit anzustellen ist.
Nachdenken ist einfach nicht mehr cool. Das zieht sich mittlerweile durch alle Branchen. Beispielsweise im Coding: Vibe Coding ist ja cool, aber es bringt niemanden von uns weiter – weil das reinnerden in Probleme und das Erschaffen echter kreativer Lösungen für (technische) Probleme nicht von der KI geleistet werden kann: I miss thinking hard.
… und man verstehe mich nicht falsch.
Im beruflichen Kontext liebe ich die Vorzüge der KI, wenn sie mir exakt sagen kann, wo ich etwas gelesen habe, Kontexte schaffen kann, synthetische Audiences Antworten auf Fragen geben können, … Jaja, alles gut. Das ist aber eben auch, weshalb ich KI aus gewissen Aspekten meines Schaffens und meines Lebens raushalten will. Weil ich es genauso liebe, nachzudenken.
Update
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3. Februar 2026
„Der ADAC hält die CO₂-Bepreisung für ein richtiges Instrument, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Die Leute brauchen den Anreiz, um auf klimaschonende Alternativen zum Diesel und Benziner umzusteigen.“
Dieser Kommentar war BILD eine Kampagne und 60.000 ADAC Wutmitgliedern den Vereinsaustritt wert.
Und statt sich Eier wachsen zu lassen* und zu sagen: Ja, Leute – ist bitter, aber eben die Wahrheit, heult man beim ADAC den drei Millionen Euro Mitgliedsbeiträgen nach und trennt sich jetzt vom Zitat-Geber, ADAC-Chef Gerhard Hillebrand.
Um das mal in den Kontext zu setzen: Der ADAC hatte im Frühjahr 2025 einen Mitgliederbestand von rund 22,2 Millionen Menschen. Die wüterichenden Bernds und Helgas sind 0,27 Prozent.
Für sowas Rückgratloses wie diese Manöver sollte ICH jetzt eigentlich die Konsequenz ziehen und austreten.
* frau verzeihe mir den machohaften Ausdruck
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2. Februar 2026
Elon Musk scheint wirklich Geldprobleme zu haben … er bastelt sich seine Kapitalwerte neu zusammen und bläst das lustige Konstrukt noch weiter auf.
Nachdem er X von seinem xAI hat aufkaufen lassen und dabei die Werte einfach selbst festgelegt hat, ließ er vor ein paar Tagen einfach 2 Mrd. US-$ von Tesla bei xAI einfließen.
Nun verkündet Musk, dass xAI durch seine Raketenfirma SpaceX übernommen werden.
Mit den neuen Kräften will Musk auch „Millionen Satelliten, die als Rechenzentren im All dienen“ bauen: „Weltraumbasierte KI ist offensichtlich der einzige weg der Skalierung“, schreibt Musk. Und betont, Platz sei ja genug im Weltall: „space is called “space” for a reason. 😂“
SpaceX plant wohl noch in diesem Jahr einen Börsengang.
Bewertung vor der xAI-Übernahme: eine Billion US-Dollar.
Mit xAI könnte die jetzt auf 1,5 Billion steigen.
Teslas Marktkapitalisierung liegt derzeit bei 1,4 Billionen.
Der Plan könnte also sein, die zwei Börsennotierten Unternehmen dann zu vereinen … dass Tesla dann schon einen Anteil am anderen Unternehmen hält, könnte es den Aktionären von Tesla schmackhaft machen …
Noch mehr BS geht eigentlich nicht.
Tesla und SpacexAI ist entweder die dümmste Wette, oder am Ende doch nur eine Religion Sekte.
Musks "Imperium" wankt ganz ordentlich.
Tesla verliert Marktanteile, Umsatz und Gewinn. xAI verbrennt monatlich eine Milliarde Dollar. Aktionäre verklagen Musk wegen fragwürdiger Geldtransfers. … jetzt hält die Wette auf SpaceX alles zusammen.
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Manchmal scrolle ich durch meinen eigenen Blog und lande bei Artikeln, die ich vor 1 - 2 Jahren geschrieben habe. Eigentlich noch gar nicht so lange her. Und trotzdem fühlt es sich manchmal an, als hätte das jemand anderes geschrieben.
Marco betrachtet alte Gedanken und die Entwicklung, die man in der Zeit macht.
Genau das finde ich auch spannend – ich schreibe jetzt seit 25 Jahren Blog und das meiste (aus diesem privaten Blog hier) liegt in einem Archiv. Nicht für Leser, sondern für mich. Denn mindestens einmal die Woche sitze ich verträumt auf dem Sofa und klicke mich da durch.
Spannend sind dabei nicht nur die eigenen Gedanken, sondern auch die Entwicklung. Früher™ habe ich hier und da noch privates ins persönliche eingestreut, weil mein Blog auch Tagebuch war. Das ging mit der Zeit. Im Gegensatz dazu stieg das Bewusstsein, nicht mehr nur "das hier ist spannend" zu schreiben, sondern kurz zusammenzufassen, um was es geht – weil das Internet eben doch vergisst.
1. Februar 2026
Der Tag verblüht auf der Couch liegend.
Immerhin bisschen gebloggt, Starfleet Academy S01E04 und zwei Episoden The Pitt geschaut sowie ein paar Seiten gelesen … Außerdem endlich mal ein Abo bei Platformer abgeschlossen.
Diese Woche dreht sich alles um KI und was sie mit uns macht – privat, gesundheitlich, beruflich. Es geht um einen Moment der Veränderung und unseren Platz darin. Dazu natürlich ein Buch- und Videotipp.
Deutschland hat derzeit so viele Arbeitslose wie seit 12 Jahren nicht mehr – das muss das Merz-Rambo-Zambo von dem Mann sein, der sich natürlich bestens auskennt in der Wirtschaft. Liegt wahrscheinlich einfach daran, dass wir alle zu faul und zu krank sind.
… wenn dann eine solche Schlagzeile kommt, dann ist es natürlich nur eine Frage von Tagen, bis der CDU Wirtschaftsrat mit Vorschlägen kommt. Und Ta-Da! fordern die CDU-Spezialisten eine "Agenda für Arbeitnehmer": Weniger Arbeitslosengeld, weitere Sozialkürzungen, Streichung von Krankenkassenleistungen wie Zahnarzt, …
Das soll das "Aufstiegsversprechen" antreiben.
Gleichzeitig kommt die Schlagzeile, dass der Füllstand der Gasspeicher in Deutschland in einem knackigen Winter wie diesem derzeit bei nur noch 35 % liegt – und für noch rund sechs Wochen reicht.
Was macht Merz' so kompetente Wirtschaftsministerin eigentlich beruflich?
Wahrscheinlich reichen die 35% aber – wenn das Gas nur produktiv genug ist.
Scheint, als sei Politik machen doch komplexer, als dauernd nur Robert Habeck zu kritisieren.
Vielleicht, aber nur vielleicht, wäre es in Zeiten der Multikrise eben gut gewesen, jemanden zum Kanzler zu wählen, der Politikerfahrungen hat, anstatt seine Jahre sesselfurzend bei Black Rock zu verbummeln und in seiner Karriere kein einziges politisches Amt inne hatte … Nur so ein Gedanke.
Deutschland schlägt sich im europäischen Vergleich übrigens nicht schlecht. So ist's nicht.
Könnte man bei all dem Framing der Konservativen fast schon vergessen. Statt das aber zu vermitteln tritt man fleißig nach unten.
Liebe CDU, das ist nicht Politik für Menschen, das ist Politik für die AfD.
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31. Januar 2026
… Thomas Rigby fragt sich (und antwortet), was die älteste Sache in seinem Besitz ist.
Nun bin ich weder der groß emotionale, noch sentimentale Typ. Trotzdem überdauern natürlich einige Dinge die Zeit. Nach dem Umzug vor knapp drei Jahren sind es deutlich weniger – 14 Jahre an Dingen aus einem Haus mit Keller und Dachboden in eine Wohnung zu verbringen fordert Opfer.
Die meisten Dinge, die hier älter als 5 Jahre sind, sind Schnipsel von Erinnerungen. Eine Eintrittskarte von einem Event vor 20 Jahren, eine Geburtstagskarte von Kind2 an Mama von vor 15 Jahren – Dinge, die beim Umzug einen halben Karton einnahmen; der steht heute an einem lichtscheuen, trockenen Platz. Ansonsten gibt es noch ein paar Dinge wie das LEGO Ghostbusters-Set von 2014, ein Star Trek-Siedler von Catan von 2013 oder einige LEGO-Steine, die ich aus meiner 1990er-Jahre-Kindheit noch immer habe.
Es gibt aber drei Dinge, die wirklich alt sind und mir ein bisschen was bedeuten.
Zum einen eine alte, ziemlich schmucklose Truhe. Nicht die Schönste. Irgendwann als Jugendlicher auf dem Dachboden meiner Eltern entdeckt, mit 15 Jahren oder so neu lasiert (und seitdem nicht mehr), dient sie mir seitdem als Couchtisch. Und so steht sie, die Jahre überdauernd heute noch zwischen Couch und Fernsehschrank. Hat Hunde, Kinder und die Zeit miterlebt. Keine Ahnung von wann die ist … Und ein Bild erspare ich dir an dieser Stelle.
Das Älteste in meinem Besitz befindliche Sache, die ich BEKOMMEN habe aber ist er.
Ich habe keine Ahnung, wie er es geschafft hat, nie verloren, entsorgt oder vergessen zu werden. Aber dieser Teddy hält sich jetzt bereits seit 40 Jahren in meinem Besitz. Kratzig, rau. Bis auf die Erinnerung, wie ich ihn bekam, kann ich übrigens nicht einmal sagen, ob und wie "eng meine Beziehung" zu dem Bär in Kindertagen war. Gerade aber, weil ich mich erinnere, wie ich ihn bekam, ist er eben wertvoll: Er saß nämlich irgendwann mal in meinem Bett, als ich vom Kindergarten nach Hause kam – und war ein Geschenk meines Vaters, dass er einfach so, ohne Anlass gemacht hatte. Eine für ihn durchaus bemerkenswerte Geste (man verstehe das nicht falsch; Emotionalität war nicht so seins…)

Noch ein bisschen älter könnte dieses Schild der Firma meines Vaters sein. Das fuhr an einem Pferdekutschwagen durch die DDR. Es gab noch eine Version mit dreistelliger Postleitzahl (Bild auf Instagram), die dann mindestens aus den 1960ern kommen müsste – die ist bei einem anderen Verwandten untergekommen. Dieses Schild jedenfalls dürfte aus den 80er Jahren stammen; damals natürlich handgemalt. Keine Sache die ich bekommen, sondern mir beim Tod meines Vaters mitgenommen habe…

Im Haushalt gibt es sonst noch eine Handvoll Bücher, die vor 1980 datieren – das Älteste ist heute 101 Jahre alt. Was wild ist, weil es deutlich macht, dass mein Vater in 2 Jahren 100 Jahre würde. Die Bücher allerdings brachte die Frau mit – streng gesehen, ist's also garnicht "meins" … 😅
Zeig' mal deine älteste Sache! Hashtag Blogparade!
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30. Januar 2026
Von Tim „Coward“ Cook, darf sich der Apple-Chef gerade genannt fühlen. Weil Cook, wie alle anderen Wirtschaftsbosse, dermaßen tief im Anus von Donald Trump steckt, dass er sich nicht mal mehr in einem internen Memo dazu hinreißen lässt, die Namen Alex Pretti und Renée Good zu nennen. Stattdessen formuliert er seinen Aufruf zu "Deeskalation" so geschickt, dass man ihn von jeder Seite aus lesen und (theoretisch) nichts dagegen sagen kann.
Wenn wir uns Fragen, wieso damals eigentlich IG Farben und Co. so gern mit dem Nazi-Regime zusammengearbeitet haben, dann ist's die gleiche Antwort wie heute: Weil Unternehmen opportun sind.
Wer schon immer skeptisch war, wenn Unternehmen die Regenbogen-Flagge hissten, sieht sich heute bestätigt.
Können, müssen und sollten Unternehmen eine Meinung haben?
Grundsätzlich ist ein Unternehmen nur einem verpflichtet: Dem eigenen Gewinn. Ansonsten wäre es kein Unternehmen. Pure BWL.
Der Rest ist dann Volkswirtschaft. Angebot und Nachfrage.
Und letzteres kann man regeln. Jeder für sich.
Der Kapitalismus versprach, mit ihm komme die Freiheit. Nur braucht es gar keine Freiheit, damit der Kapitalismus weiterhin funktioniert.